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Mai 2017: Konjunktureller Rückgang der Arbeitslosenzahl

Arbeitslosenzahlen Bremerhaven

Im niedersächsischen Umland deutlich niedrigere Arbeitslosigkeit
Näheres:

Verteilung Arbeitslose SGB II/SGB III

Durchschnittswerte 2013 bis 2016

Entwicklung der Quote in den letzten 13 Monaten

Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Perspektiven für 2017
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Bremerhaven ist nicht mehr ganz Spitze bei der Arbeitslosenquote unter den deutschen Großstädten
Im Mai 2017 liegt Bremerhaven bei der Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 13,2% auf dem zweiten Platz der deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern hinter Gelsenkirchen, wo 14,1% verzeichnet wurden. Die Stadt an der Wesermündung hatte bereits von August 2014 bis Mai 2015 und von Juli 2015 bis April 2016 die höchste Quote, auf Platz zwei lag es von August 2013 bis Juli 2014 und im Juni 2015. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarkt in Zahlen, Arbeitslosigkeit auf Stadt- und Landkreisebene, Mai 2017)

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Sie finden auf dieser Seite Informationen zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen in Bremerhaven, einer Stadt mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland.


Arbeitslosenquote
Bremerhaven
in absoluten Zahlen Arbeitslosenquote
Land Bremen
Arbeitslosenquote Bund
Mai 2017
13,2 %
7.768
10,2 %
5,6 %
Vormonat (Apr 2017) 13,6 % 7.953 10,4 % 5,8 %
Vorjahresmonat (Mai 2016) 14,5 % 8.481
10,4 % 6,0 %

Zum 1. Oktober 2012 sind die
Agenturen für Arbeit in Bremen und in Bremerhaven zur Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven zusammengefasst worden. Der ehemalige Landkreis Wesermünde, der bislang von der Agentur Bremerhaven betreut wurde, wechselt zur Agentur für Arbeit Stade. Diese betreibt in Bremerhaven eine Geschäftsstelle „Wesermünde“. Die Agentur Bremen-Bremerhaven mit Hauptsitz in der Stadt Bremen ist auch für den niedersächsischen Landkreis Osterholz zuständig. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Nr. 74 Bremerhaven vom 27.09.2012). Die Agenturen in Bremen und Stade ermitteln ab Oktober 2012 die Arbeitslosenzahlen entsprechend den Kreisgrenzen, eine Zusammenfassung der Zahlen von Bremerhaven und der niedersächsischen Umgebung von Bremerhaven wird es nicht mehr geben. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremerhaven Nr. 75/2012).
Im Bezirk der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, zu dem neben dem Zwei-Städte-Bundesland Bremen auch der niedersächsische Landkreis Osterholz gehört, ist die Arbeitslosigkeit sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Die Arbeitslosigkeit im Mai 2017 ist im Vergleich zum Vormonat geringfügig um 635 Personen zurückgegangen, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 544 Personen weniger. Bemerkenswert ist, dass die Quote nach vielen Monaten in Bremerhaven wie bereits in den den letzten zwölf Vormonaten unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats liegt. Im gesamten Agenturbezirk waren 37.807 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote belief sich auf 9,2% (Vormonat: 9,4%, Vorjahr: ebenfalls 9,4%).

Nach Auffassung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven haben die konjunkturelle Entwicklung und der Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente im Mai zu einer weiterhin rückläufigen Arbeitslosenzahl geführt. Es sind weniger Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos geworden und gleichzeitig konnten mehr Personen eine Beschäftigung aufnehmen. Ältere, scherbehinderte menschen und Langzeitarbeitslose konnten von dieser Entwicklung weniger profitieren. Der Zugang offener Stellen habe im Mai abgenommen, ein größeres Angebot an offenen Jobs gebe es im Vergleich zum Vormonat nur im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit). Mit fast 7.000 zu besetzenden Stellen böte der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk aber weiterhin gute Chancen.

Bei der Unterscheidung nach Rechtskreisen ist darauf hinzuweisen, dass ab Januar 2017 für sogenannte Aufstocker, also Personen, die ergänzend zum Arbeitslosengeld I nach dem SGB III Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende erhalten, die Agenturen für Arbeit zuständig sind und diese Personen als SGB III-Arbeitslose geführt werden. Im Bereich der oftmals arbeitsmarktnäheren Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) waren in Bremerhaven 84 Männer und Frauen weniger arbeitslos als im Vormonat und 250 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II, „Hartz IV“) ist im Vormonatsvergleich um 101 gesunken, im Vergleich zum Mai 2016 waren es 963 weniger. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 31.05.2017).

Günstiger als in Bremerhaven ist die Arbeitsmarktsituation im benachbarten Landkreis Cuxhaven. Dort belief sich im Mai 2017 die Arbeitslosenquote auf 5,2% (5.300 arbeitslose Personen). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarkt in Zahlen, Arbeitslosigkeit auf Stadt- und Landkreisebene, Mai 2017).


Bild oben: Das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Bremerhaven
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Von Jahresanfang 2014 bis einschließlich April 2014 sowie im Oktober 2014 lag die Arbeitslosenquote in Bremerhaven unter dem Vorjahreswert bzw. war gleich hoch. Von Mai 2014 bis September 2014 und im November 2014 war sie höher als zwölf Monate zuvor. Von Dezember 2014 bis Juni 2015 ist sie wieder niedriger als zwölf Monate zuvor bzw. gleich hoch, von Juli 2015 bis April 2016 ist sie entgegen dem Bundestrend höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Mai 2016 ist die Quote nun auch in Bremerhaven niedriger als im Vorjahresmonat.

Bemerkenswert ist auch die ungleiche Verteilung der Arbeitslosen zwischen den Systemen nach dem Dritten und dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Der Rechtskreis SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch) betrifft Arbeitslose, die aufgrund eigener, in der Regel mindestens zwölfmonatiger Beitragszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, dessen Höhe sich nach dem letzten Einkommen richtet bzw. die keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen für den Lebensunterhalt bei Arbeitslosigkeit haben. Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende, „Hartz IV“) richtet sich an Arbeitslose, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld I erschöpft ist (Langzeitarbeitslose) oder darauf keinen Anspruch wegen fehlender Beitragszeiten haben und Arbeitslosengeld II (AlgII) beziehen.

Verteilung Arbeitslose nach
Rechtskreisen SGB II/SGB III
Mai 2017
SGB III SGB II
Stadt Bremerhaven  1.363 6.405
Anteil der SGB II-Arbeitslosen an Gesamtzahl der Arbeitslosen in Bremerhaven 82,45 %
(Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven vom 31.05.2017).

Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung nach dem SGB II bei knapp 68% (2,498 Millionen Arbeitslose insgesamt, hiervon 1,688 Millionen Arbeitslose im System des SGB II). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland - Monatsbericht Mai, Nürnberg 2017, S. 15).

Bild oben: Dreibeinige Fundamente für Windkraftanlagen auf See im Kaiserhafen Bremerhaven. Die Windenergiebranche hat neue Arbeitsplätze in Bremerhaven geschaffen.

Jahresdurchschnitt 2016

Im Januar des Jahres 2017 präsentierte die Arbeitsagentur die Ergebnisse zur Arbeitsmarktjahresbilanz für das vergangene Jahr. Demnach belief sich 2016 die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Bremerhaven auf 14,6% und lag damit um 0,5 Prozentpunkte niedriger als 2015 (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 19.01.2017). Im Jahresdurchschnitt 2014 betrug die Arbeitslosenquote in Bremerhaven 14,7%, im Jahr 2013 waren es 14,6% (Quelle: Pressemitteilung 2/2015 vom 07.01.2015 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven). Auf Bundesebene konnte im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosenquote von 2015 zu 2016 um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent gesenkt werden (Quelle: Pressemitteilung 2/2017 vom 03.01.2017 der Bundesagentur für Arbeit).


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Arbeitslosenquote April 2016 bis Mai 2017
Das verwendete Zahlenmaterial beruht auf den Pressemitteilungen 25/2016 und 13/2017 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale), 17/2017 der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen sowie 47, 58, 68, 72, 83, 96, 109 und 125/2016 und 1, 12, 20, 33, 43 und 58/2017 der Agentur Bremen-Bremerhaven der Bundesagentur für Arbeit.

Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Nach Ablauf des Geschäftsjahres der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ende September 2016 betonen Agentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde und die Handelskammer Bremen-Bremerhaven, dass die duale Berufsausbildung für viele Unternehmen in der Stadt an der Wesermündung eine wichtige Rolle spielt.

Vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 wurden der Arbeitsagentur 1.193 Ausbildungsplätze im Stadtgebiet Bremerhaven gemeldet, zehn mehr als im Vorjahr. Hiervon waren Ende September 2016 noch 28 unbesetzt, 60 weniger als im Vorjahr. Für eine Ausbildung interessierten sich 1.374 Bewerber, das waren 136 junge Frauen und Männer  mehr als in der vorherigen Saison. Für einen Ausbildungsplatz in Bremerhaven bewerben sich auch Ausbildungsplatzsuchende aus dem benachbarten Landkreis Cuxhaven. Erfahrungsgemäß ist die Zahl junger Leute aus dem Landkreis Cuxhaven, die eine Ausbildung in Bremerhaven absolvieren, größer als die Zahl der Bremerhavenerinnen und Bremerhavener, die einen Ausbildungsplatz im benachbarten Landkreis gefunden haben.

Ende Oktober 2016 waren bei der Kreishandwerkerschaft 247 Ausbildungsverhältnisse in Bremerhaven (Vorjahr: 230) und 193 im Altkreis Wesermünde (Vorjahr 146) eingetragen. Die Handelskammer verzeichnete 83 Verträge weniger als im Vorjahr.

Zum Ende des Geschäftsjahres gab es in Bremerhaven noch 33 unversorgte Ausbildungsplatzbewerber. Ziel von Arbeitsagentur, Kreishandwerkerschaft und Handelskammer ist es, dass kein Jugendlicher ohne qualifizierte Berufsausbildung bleiben soll und dass das Stellenangebot der Unternehmen möglichst frühzeitig ausgeschöpft wird. Die Potentiale auch schwächerer Jugendlicher sollen entwickelt und den Betrieben zugänglich gemacht werden. (Quelle: Pressemitteilung Nr. 112/16 vom 02.11.2016 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven)
Rückgang der Arbeitslosigkeit im Frühjahr 2016

Die Absenkung der Arbeitslosenquote im Frühjahr 2016 um etwa zwei Prozentpunkte dürfte zu einem erheblichen Teil auf der Abmeldung von EU-Ausländern aus der Arbeitslosenstatistik beruhen. Hierzu kam es, nachdem ein massenhafter Sozialbetrug aufgedeckt wurde. Überwiegend türkischstämmige Arbeitsuchende aus Bulgarien und Griechenland erlangten durch die Vorlage fingierter Bescheinigungen über angeblich ausgeübte Minijobs die Stellung als  „leistungsberechtigte Person ohne ausreichendes Einkommen“ und wurden als „arbeitslos“ geführt. Nachdem der Schwindel mit den unzutreffenden Bescheinigungen aufgeflogen war und die Behörde die Leistungen vorerst einstellte bzw. Betroffene vergeblich zur Klärung des Sachverhalts einbestellte, erlosch auch die Arbeitslosmeldung der betroffenen Personen.


Perspektiven für 2017

Der vorsitzende Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Dr. Götz von Einem erwartet für 2017 höchstens einen leichten Beschäftigungsanstieg. Für 2017 geht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,3% aus, was sich nicht zwangsläufig in einem Beschäftigungszuwachs niederschlagen müsse. Realistisch seien ca. 51.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Im vergangenen Jahr wurden zur Jahresmitte genau 51.541 sozialversicheurngspflichtig Beschäftigte in Bremerhaven gezählt. Auffallend ist aber die hohe Anzahl von Arbeitskräften, die in Bremerhaven arbeiten, aber im Umland wohnen. Nach Angaben der Arbeitsagentur liegt die Einpendlerquote bei 46,9 % (bei 2,1% im Durchschnitt Westdeutschlands). Herausragende Aufgaben im Jahr 2017 seien die Qualifizierung von Arbeitsuchenden und die verstärkte Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Bei letzterer Aufgabe warnt der Geschäftsführer aber vor übertriebenen Erwartungen. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende lag 2016 die Integrationsquote nach Angaben des Geschäftsführers des Jobcenters Bremerhaven bei knapp 20%. Die für Fördermaßnahmen zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel seien zu 90% ausgeschöpft worden. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit vom 19.01.2017).



Seite zuletzt bearbeitet am: 06.06.2017