Arbeitslosenzahlen Bremerhaven


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Februar 2019: Gestiegene Arbeitskräftenachfrage

Arbeitslosenzahlen Bremerhaven

Im niedersächsischen Umland deutlich niedrigere Zahlen
Näheres:

Verteilung Arbeitslose SGB II/SGB III

Durchschnittswerte 2012 bis 2018

Entwicklung der Quote in den letzten 13 Monaten
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Bremerhaven ist nicht mehr ganz Spitze bei der Arbeitslosenquote unter den deutschen Großstädten
Im Februar 2019 liegt Bremerhaven bei der Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 12,5% auf dem zweiten Platz der deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern hinter Gelsenkirchen, wo 12,7% verzeichnet wurden. Die Stadt an der Wesermündung hatte bereits von August 2014 bis Mai 2015 und von Juli 2015 bis April 2016 die höchste Quote, auf Platz zwei lag es von August 2013 bis Juli 2014 und im Juni 2015. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose und Arbeitslosenquoten (Monatszahlen) Kreise, Februar 2019)

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Sie finden auf dieser Seite Informationen zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen in Bremerhaven, einer Stadt mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland.


Arbeitslosenquote
Bremerhaven
in absoluten Zahlen Arbeitslosenquote
Land Bremen
Arbeitslosenquote Bund
Februar 2019
12,5 %
7.447
9,8 %
5,3 %
Vormonat (Januar 2019) 12,6 % 7.512 9,8 % 5,3 %
Vorjahresmonat (Februar 2018) 13,3 % 7.831
10,3 % 5,7 %

Zum 1. Oktober 2012 sind die
Agenturen für Arbeit in Bremen und in Bremerhaven zur Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven zusammengefasst worden. Der ehemalige Landkreis Wesermünde, der bislang von der Agentur Bremerhaven betreut wurde, wechselt zur Agentur für Arbeit Stade. Diese betreibt in Bremerhaven eine Geschäftsstelle „Wesermünde“. Die Agentur Bremen-Bremerhaven mit Hauptsitz in der Stadt Bremen ist auch für den niedersäch­sischen Landkreis Osterholz zuständig. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Nr. 74 Bremerhaven vom 27.09.2012). Die Agenturen in Bremen und Stade ermitteln ab Oktober 2012 die Arbeitslosenzahlen entsprechend den Kreisgrenzen, eine Zusammenfassung der Zahlen von Bremerhaven und der niedersäch­sischen Umgebung von Bremerhaven wird es nicht mehr geben. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremerhaven Nr. 75/2012).
Im Bezirk der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, zu dem neben dem Zwei-Städte-Bundesland Bremen auch der niedersächsische Landkreis Osterholz gehört, ist die Arbeitslosig­keit im Februar 2019 gegenüber dem Vor­monat leicht gestiegen. Der Zuwachs beruht aber ausschließlich auf einer höheren Zahl von Arbeitslosen in der Stadt Bremen. Die Quote liegt unverändert bei 8,9%, das sind 0,5 Prozent­punkte unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Insgesamt waren bei der Arbeits­agen­tur Bremen-Bremerhaven 37.254 Personen arbeitslos gemeldet.

Von einem breiten Anstieg der Nachfrage nach Arbeitskräften sprach die Agentur für Arbeit bei der Vorlage der Arbeitslosenzahlen für den zweiten Monat des Jahres 2019. Dies betreffe nahezu alle Wirtschaftsbe­reiche. Auf der einen Seite konnten zwar mehr Personen als im Vormonat die Arbeitslosigkeit überwinden, gleichzeitig kamen aber mehr Personen, insbesondere Jugendliche, nach dem Ende von Qualifizierungsmaß­nah­men in die Arbeitslosigkeit. In der Bilanz habe sich diese folglich kaum verändert. Die Arbeitsagentur schätzt, dass sich die Ungleichgewichte zwischen aktueller Fachkräftenachfrage und Bewerberpotenzial  nicht so schnell wie eigentlich notwendig ausgleichen lassen.

Bei der Unterscheidung nach Rechtskreisen ist darauf hinzuweisen, dass ab Januar 2017 für sogenannte Aufstocker, also Personen, die ergänzend zum Arbeitslosengeld I nach dem SGB III Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende erhalten, die Agenturen für Arbeit zuständig sind und diese Personen als SGB III-Arbeitslose geführt werden. Im Bereich der oftmals arbeitsmarktnäheren Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) waren in Bremerhaven genauso viele Personen arbeitslos wie im Vormonat und 63 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II, „Hartz IV“) ist im Vormonatsvergleich um 65 gesunken, im Vergleich zum Februar 2018 waren es 447 weniger. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Nr. 21/2019 vom 01.03.2019.).

In Bremerhaven gab es eine höhere Nachfrage nach Arbeitskräften vor allem in der Zeitarbeit (Arbeitnehmerüberlassung), dem verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe, während der Handel weniger Stellen meldete. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Nr. 23/2019 vom 01.03.2019.).

Günstiger als in Bremerhaven ist die Arbeitsmarktsituation im benachbarten Landkreis Cuxhaven. Dort belief sich im Januar 2019 die Arbeitslosenquote auf 5,6% (5.720 arbeitslose Personen). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose und Arbeitslosenquoten (Monatszahlen) Kreise, Februar 2019).

Bild oben: Das 1993 fertiggestellte Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Bremerhaven (Architekt: Peter Paul Schweger)
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Von Jahresanfang 2014 bis einschließlich April 2014 sowie im Oktober 2014 lag die Arbeitslosenquote in Bremerhaven unter dem Vorjahreswert bzw. war gleich hoch. Von Mai 2014 bis September 2014 und im November 2014 war sie höher als zwölf Monate zuvor. Von Dezember 2014 bis Juni 2015 ist sie wieder niedriger als zwölf Monate zuvor bzw. gleich hoch, von Juli 2015 bis April 2016 ist sie entgegen dem Bundestrend höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Mai 2016 ist die Quote nun auch in Bremerhaven niedriger als im Vorjahresmonat.

Bemerkenswert ist auch die ungleiche Verteilung der Arbeitslosen zwischen den Systemen nach dem Dritten und dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Der Rechtskreis SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch) betrifft Arbeitslose, die aufgrund eigener, in der Regel mindestens zwölfmonatiger Beitragszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, dessen Höhe sich nach dem letzten Einkommen richtet bzw. die keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen für den Lebensunterhalt bei Arbeitslosigkeit haben. Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende, „Hartz IV“) richtet sich an Arbeitslose, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld I erschöpft ist (Langzeitarbeitslose) oder darauf keinen Anspruch wegen fehlender Beitragszeiten haben und Arbeitslosengeld II (AlgII) beziehen.

Verteilung Arbeitslose nach
Rechtskreisen SGB II/SGB III
Februar 2019
SGB III SGB II
Stadt Bremerhaven  1.820 5.627
Anteil der SGB II-Arbeitslosen an Gesamtzahl der Arbeitslosen in Bremerhaven 75,56 %
(Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven Nr. 21/2019 vom 01.03.2019).

Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung nach dem SGB II bei etwa 62% (2,373 Millionen Arbeitslose insgesamt, hiervon 1,465 Millionen Arbeitslose im System des SGB II). (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt - Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Nürnberg, Februar 2019 S. 13).


Bild oben: Dreibeinige Fundamente für Windkraftanlagen auf See im Kaiserhafen Bremerhaven. Die Windenergiebranche schuf neue Arbeitsplätze in Bremerhaven. In der letzten Zeit häufen sich aber Meldungen über Entlassungen.
Durchschnittliche Jahresarbeitslosigkeit 2012-2018
(Quelle: Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2016, 5/2017, 2/2018, 2/2019 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven und Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2017, 2/2018, 2/2019 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale)).

Im Januar des Jahres 2019 präsentierte die Arbeitsagentur die Ergebnisse zur Arbeitsmarktjahresbilanz für das vergangene Jahr. Demnach belief sich 2018 die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Bremerhaven auf 12,6% und lag damit um 0,4 Prozentpunkte niedriger als 2017 (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 04.01.2019). Auf Bundesebene konnte im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosenquote von 2017 zu 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent gesenkt werden (Quelle: Pressemitteilung 2/2019 vom 04.01.2019 der Bundesagentur für Arbeit).

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Arbeitslosenquote Januar 2018 bis Februar 2019
Das verwendete Zahlenmaterial beruht auf den Pressemitteilungen 7/2018 und 9/2019 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale), 8/2018 der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen sowie 32, 42, 54, 64, 78, 80, 93, 110, 118 und 131/2018 und 1, 9 und 21/2019 der Agentur Bremen-Bremerhaven der Bundesagentur für Arbeit. Die Angaben zur Arbeitslosigkeit im Land Bremen im Januar 2019 beruhen auf „Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt – Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt“, Nürnberg, Januar 2019, Seite 17 sowie im Februar 2019 auf „Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt – Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt“, Nürnberg, Februar 2019, Seite 16.

Rückgang der Arbeitslosigkeit im Frühjahr 2016

Auffallend war im Frühjahr 2016 der Rückgang der Arbeitslosenquote in Bremerhaven um gut zwei Prozentpunkte. Von Februar 2016 ging die Quote von 16,4% auf 14,2% im Juni 2016 zurück (siehe Pressemitteilungen Nr. 24 und 72/2016 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven).

Dies dürfte zu einem erheblichen Teil auf der Abmeldung von EU-Ausländern aus der Arbeitslosenstatistik beruhen. Hierzu kam es, nachdem ein massenhafter Sozialbetrug aufgedeckt wurde. Überwiegend türkischstämmige Arbeitsuchende aus Bulgarien und Griechenland erlangten durch die Vorlage fingierter Bescheinigungen über angeblich ausgeübte Minijobs die Stellung als „leistungsberechtigte Person ohne ausreichendes Einkommen“ und wurden als „arbeitslos“ geführt. Nachdem der Schwindel mit den unzutreffenden Bescheinigungen aufgeflogen war und die Behörde die Leistungen vorerst einstellte bzw. Betroffene vergeblich zur Klärung des Sachverhalts einbestellte, erlosch auch die Arbeitslosmeldung der betroffenen Personen.



Seite zuletzt bearbeitet am: 14.03.2019