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Dezember 2017: Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit

Arbeitslosenzahlen Bremerhaven

Im niedersächsischen Umland deutlich niedrigere Zahlen
Näheres:

Verteilung Arbeitslose SGB II/SGB III

Durchschnittswerte 2012 bis 2017

Entwicklung der Quote in den letzten 13 Monaten

Lage auf dem Ausbildungsmarkt
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Bremerhaven ist nicht mehr ganz Spitze bei der Arbeitslosenquote unter den deutschen Großstädten
Im Dezember 2017 liegt Bremerhaven bei der Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 12,4% auf dem zweiten Platz der deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern hinter Gelsenkirchen, wo 13,7% verzeichnet wurden. Die Stadt an der Wesermündung hatte bereits von August 2014 bis Mai 2015 und von Juli 2015 bis April 2016 die höchste Quote, auf Platz zwei lag es von August 2013 bis Juli 2014 und im Juni 2015. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarkt in Zahlen, Arbeitslosigkeit auf Stadt- und Landkreisebene, Dezember 2017)

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Sie finden auf dieser Seite Informationen zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen in Bremerhaven, einer Stadt mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland.


Arbeitslosenquote
Bremerhaven
in absoluten Zahlen Arbeitslosenquote
Land Bremen
Arbeitslosenquote Bund
Dezember 2017
12,4 %
7.280
9,9 %
5,3 %
Vormonat (November 2017) 12,2 % 7.196 9,9 % 5,3 %
Vorjahresmonat (Dezember 2016) 13,3 % 7.787
10,1 % 5,8 %

Zum 1. Oktober 2012 sind die
Agenturen für Arbeit in Bremen und in Bremerhaven zur Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven zusammengefasst worden. Der ehemalige Landkreis Wesermünde, der bislang von der Agentur Bremerhaven betreut wurde, wechselt zur Agentur für Arbeit Stade. Diese betreibt in Bremerhaven eine Geschäftsstelle „Wesermünde“. Die Agentur Bremen-Bremerhaven mit Hauptsitz in der Stadt Bremen ist auch für den niedersächsischen Landkreis Osterholz zuständig. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Nr. 74 Bremerhaven vom 27.09.2012). Die Agenturen in Bremen und Stade ermitteln ab Oktober 2012 die Arbeitslosenzahlen entsprechend den Kreisgrenzen, eine Zusammenfassung der Zahlen von Bremerhaven und der niedersächsischen Umgebung von Bremerhaven wird es nicht mehr geben. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremerhaven Nr. 75/2012).
Im Bezirk der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, zu dem neben dem Zwei-Städte-Bundesland Bremen auch der niedersächsische Landkreis Osterholz gehört, ist die Arbeitslosigkeit im Dezember2017 im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen, liegt aber unter dem Wert für Dezember 2016. Insgesamt waren im Agenturbezirk 36.635 Personen arbeitslos gemeldet. Die Quote stieg im Agenturbezirk um 0,1 Prozentpunkte auf 9,0%, vor zwölf Monaten waren es noch 9,2%.

Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit sei vor allem auf das Auslaufen arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen zurückzuführen, so die Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven. Hinzu komme eine allgemeine Zurückhaltung der Unternehmen, vor Weihnachten neues Personal einzustellen. Mit einem Bestand von 7.000 offenen Stellen im Agenturbezirk böte der Arbeitsmarkt aber weiterhin gute Chancen.

Bei der Unterscheidung nach Rechtskreisen ist darauf hinzuweisen, dass ab Januar 2017 für sogenannte Aufstocker, also Personen, die ergänzend zum Arbeitslosengeld I nach dem SGB III Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende erhalten, die Agenturen für Arbeit zuständig sind und diese Personen als SGB III-Arbeitslose geführt werden. Im Bereich der oftmals arbeitsmarktnäheren Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) waren in Bremerhaven 28 Personen mehr arbeitslos als im Vormonat und 467 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II, „Hartz IV“) ist im Vormonatsvergleich um 56 gestiegen, im Vergleich zum Dezember 2016 waren es 971 weniger. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 03.01.2018).

Günstiger als in Bremerhaven ist die Arbeitsmarktsituation im benachbarten Landkreis Cuxhaven. Dort belief sich im Dezember 2017 die Arbeitslosenquote auf 5,4% (5.503 arbeitslose Personen). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarkt in Zahlen, Arbeitslosigkeit auf Stadt- und Landkreisebene, Dezember 2017).


Bild oben: Das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Bremerhaven
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Von Jahresanfang 2014 bis einschließlich April 2014 sowie im Oktober 2014 lag die Arbeitslosenquote in Bremerhaven unter dem Vorjahreswert bzw. war gleich hoch. Von Mai 2014 bis September 2014 und im November 2014 war sie höher als zwölf Monate zuvor. Von Dezember 2014 bis Juni 2015 ist sie wieder niedriger als zwölf Monate zuvor bzw. gleich hoch, von Juli 2015 bis April 2016 ist sie entgegen dem Bundestrend höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Mai 2016 ist die Quote nun auch in Bremerhaven niedriger als im Vorjahresmonat.

Bemerkenswert ist auch die ungleiche Verteilung der Arbeitslosen zwischen den Systemen nach dem Dritten und dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Der Rechtskreis SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch) betrifft Arbeitslose, die aufgrund eigener, in der Regel mindestens zwölfmonatiger Beitragszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, dessen Höhe sich nach dem letzten Einkommen richtet bzw. die keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen für den Lebensunterhalt bei Arbeitslosigkeit haben. Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende, „Hartz IV“) richtet sich an Arbeitslose, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld I erschöpft ist (Langzeitarbeitslose) oder darauf keinen Anspruch wegen fehlender Beitragszeiten haben und Arbeitslosengeld II (AlgII) beziehen.

Verteilung Arbeitslose nach
Rechtskreisen SGB II/SGB III
Dezember 2017
SGB III SGB II
Stadt Bremerhaven  1.513 5.767
Anteil der SGB II-Arbeitslosen an Gesamtzahl der Arbeitslosen in Bremerhaven 79,22 %
(Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven vom 03.01.2018).

Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung nach dem SGB II bei etwa 67% (2,385 Millionen Arbeitslose insgesamt, hiervon 1,589 Millionen Arbeitslose im System des SGB II). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland - Monatsbericht Dezember 2017, Nürnberg 2017, S. 19).


Bild oben: Dreibeinige Fundamente für Windkraftanlagen auf See im Kaiserhafen Bremerhaven. Die Windenergiebranche schuf neue Arbeitsplätze in Bremerhaven. In der letzten Zeit häufen sich aber Meldungen über Entlassungen.
durchschnittliche Arbeitslosenquote2012-2017
(Quelle: Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2016, 5/2017, 2/2018 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven und Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2017, 2/2018 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale)).

Im Januar des Jahres 2018 präsentierte die Arbeitsagentur die Ergebnisse zur Arbeitsmarktjahresbilanz für das vergangene Jahr. Demnach belief sich 2017 die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Bremerhaven auf 13,0% und lag damit um 1,6 Prozentpunkte niedriger als 2016 (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 03.01.2018). Auf Bundesebene konnte im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosenquote von 2016 zu 2017 um 0,4 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent gesenkt werden (Quelle: Pressemitteilung 2/2018 vom 03.01.2018 der Bundesagentur für Arbeit).

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Arbeitslosenquote November 2016 bis Dezember 2017
Das verwendete Zahlenmaterial beruht auf den Pressemitteilungen 1/2017 und 1/2018 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale), 2/2018 der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen sowie und 1, 12, 20, 33, 43, 58, 66, 68, 78, 88, 99 und 112/2017 und 1/2018 der Agentur Bremen-Bremerhaven der Bundesagentur für Arbeit.

Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Nach Ablauf des Geschäftsjahres der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ende September 2017 sprach die Agentur für Arbeit von einer Bilanz mit Licht und Schatten. Die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber und -bewerberinnen entspricht mit 5.955 ungefähr der des Vorjahres (+ 11), es wurden der Agentur aber im ganzen Bezirk 199 weniger Ausbildungsplätze gemeldet. Zum Ende des Geschäftsjahres wurden 392 Personen als unversorgt gezählt, das waren 106 mehr als im Geschäftsjahr 2015/2016. Auf der anderen Seiten blieben 167 Ausbildungsplätze unbesetzt, 24 mehr als in der vorherigen Saison.

In Bremerhaven wurden 1.455 Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz gezählt,  was einer Steigerung um 81 Personen entspricht. 47 Personen waren am Ende  des Geschäftsjahres unversorgt,  14 mehr als im Vorjahr. Mit 1.119 gemeldeten Stellen in Bremerhaven war das Angebot an  Ausbildungsplätzen um  74 Stellen geschrumpft. Allerdings konnten für 50 Ausbildungsplätze keine geeigneten Bewerberinnen oder Bewerber gefunden werden, 22 mehr als im Beratungszeitraum 2015/2016.

Als „versorgt“ gelten nicht nur Personen, die eine Berufsausbildung begonnen haben, sondern auch Personen, die an einer Maßnahme teilnehmen, weiter zur Schule gehen oder für sich andere Alternativen gefunden haben und dies der Berufsberatung mitgeteilt haben. Von den 392 unversorgten Bewerbern im gesamten Agenturbezirk hatten 117 einen Hauptschulabschluss, 140 einen Realschulabschluss, 49 die Fachhochschulreife und 56 die Allgemeine Hochschulreife. 40% aller Berufs-Erstwünsche der Ausbildungsplatzbewerber/innen 2016/17 konzentrierten sich auf nur zehn Berufe. Einen Migrationshintergrund hatten 1.127 Ausbildungsplatzbewerber bzw. -bewerberinnen (18,9%).

Die Agentur weist darauf hin, dass ihre Statistik den Ausbildungsmarkt nicht voll widerspiegelt, da der Agentur nicht alle Ausbildungsplätze gemeldet werden. Man geht hier von 75% aus und auch, dass sich etwa 70% der Ausbildungsplatzsuchenden bei der Agentur registrieren lassen. Weiterhin kommt hinzu, dass sich viele Jugendliche aus dem niedersächsischen Umland um einen Ausbildungsplatz im Land Bremen bemühen. (Quelle: Pressemitteilung Nr. 100 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 02.11.2017).
Rückgang der Arbeitslosigkeit im Frühjahr 2016

Auffallend war im Frühjahr 2016 der Rückgang der Arbeitslosenquote in Bremerhaven um gut zwei Prozentpunkte. Von Februar 2016 ging die Quote von 16,4% auf 14,2% im Juni 2016 zurück (siehe Pressemitteilungen Nr. 24 und 72/2016 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven).

Dies dürfte zu einem erheblichen Teil auf der Abmeldung von EU-Ausländern aus der Arbeitslosenstatistik beruhen. Hierzu kam es, nachdem ein massenhafter Sozialbetrug aufgedeckt wurde. Überwiegend türkischstämmige Arbeitsuchende aus Bulgarien und Griechenland erlangten durch die Vorlage fingierter Bescheinigungen über angeblich ausgeübte Minijobs die Stellung als  „leistungsberechtigte Person ohne ausreichendes Einkommen“ und wurden als „arbeitslos“ geführt. Nachdem der Schwindel mit den unzutreffenden Bescheinigungen aufgeflogen war und die Behörde die Leistungen vorerst einstellte bzw. Betroffene vergeblich zur Klärung des Sachverhalts einbestellte, erlosch auch die Arbeitslosmeldung der betroffenen Personen.




Seite zuletzt bearbeitet am: 19.01.2018