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September 2018: Niedrigste Quote seit 1984

Arbeitslosenzahlen Bremerhaven

Im niedersächsischen Umland deutlich niedrigere Zahlen
Näheres:

Verteilung Arbeitslose SGB II/SGB III

Durchschnittswerte 2012 bis 2017

Entwicklung der Quote in den letzten 13 Monaten

Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Perspektiven für 2018
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Bremerhaven ist nicht mehr ganz Spitze bei der Arbeitslosenquote unter den deutschen Großstädten
Im September 2018 liegt Bremerhaven bei der Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 12,0% auf dem zweiten Platz der deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern hinter Gelsenkirchen, wo 12,7% verzeichnet wurden. Die Stadt an der Wesermündung hatte bereits von August 2014 bis Mai 2015 und von Juli 2015 bis April 2016 die höchste Quote, auf Platz zwei lag es von August 2013 bis Juli 2014 und im Juni 2015. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose und Arbeitslosenquoten (Monatszahlen) Kreise, September 2018)

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Sie finden auf dieser Seite Informationen zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen in Bremerhaven, einer Stadt mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland.


Arbeitslosenquote
Bremerhaven
in absoluten Zahlen Arbeitslosenquote
Land Bremen
Arbeitslosenquote Bund
September 2018
12,0 %
7.143
9,7 %
5,0 %
Vormonat (August 2018) 12,4 % 7.413 9,8 % 5,2 %
Vorjahresmonat (September 2017) 12,6 % 7.391
10,0 % 5,5 %

Zum 1. Oktober 2012 sind die
Agenturen für Arbeit in Bremen und in Bremerhaven zur Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven zusammengefasst worden. Der ehemalige Landkreis Wesermünde, der bislang von der Agentur Bremerhaven betreut wurde, wechselt zur Agentur für Arbeit Stade. Diese betreibt in Bremerhaven eine Geschäftsstelle „Wesermünde“. Die Agentur Bremen-Bremerhaven mit Hauptsitz in der Stadt Bremen ist auch für den niedersächsischen Landkreis Osterholz zuständig. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Nr. 74 Bremerhaven vom 27.09.2012). Die Agenturen in Bremen und Stade ermitteln ab Oktober 2012 die Arbeitslosenzahlen entsprechend den Kreisgrenzen, eine Zusammenfassung der Zahlen von Bremerhaven und der niedersächsischen Umgebung von Bremerhaven wird es nicht mehr geben. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremerhaven Nr. 75/2012).
Im Bezirk der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, zu dem neben dem Zwei-Städte-Bundesland Bremen auch der niedersächsische Landkreis Osterholz gehört, ist die Arbeitslosigkeit im September 2018  gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen. Die Quote liegt nun bei 8,7%, das sind 0,2 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vormonats und 0,4 Prozentpunkte unter dem des Vorjahresmonats. Insgesamt waren bei der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven 36.437 Personen arbeitslos gemeldet. Die jetzt ermittelte Arbeitslosenquote ist die niedrigste Quote im Bezirk seit Zusammenlegung der Agenturen für Arbeit in Bremen und Bremerhaven im Jahr 2012.

Die einsetzende Herbstbelegung auf dem Arbeitsmarkt habe die Arbeitslosigkeit weiter sinken lassen, so die Agentur bei der Vorlage der Zahlen für den neunten Monat des Jahres. Außerdem habe sich der Beginn von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen entlastend ausgewirkt. Der Zugang offener Stellen habe sich im Vergleich zum Vormonat zwar etwas abgeschwächt, liege aber immer noch deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Nach wie vor hoch sei die Nachfrage nach Fachkräften, teilweise sei es schwierig, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Die Zahl der offenen Stellen liege weiterhin auf Rekordniveau.

Bei der Unterscheidung nach Rechtskreisen ist darauf hinzuweisen, dass ab Januar 2017 für sogenannte Aufstocker, also Personen, die ergänzend zum Arbeitslosengeld I nach dem SGB III Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende erhalten, die Agenturen für Arbeit zuständig sind und diese Personen als SGB III-Arbeitslose geführt werden. Im Bereich der oftmals arbeitsmarktnäheren Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) waren in Bremerhaven 20 Personen weniger arbeitslos als im Vormonat und 98 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II, „Hartz IV“) ist im Vormonatsvergleich um 250 gesunken, im Vergleich zum September 2017 waren es 346 weniger. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Nr. 110/2018 vom 28.09.2018).

Die für September 2018 ermittelte Arbeitslosenquote von 12,0% in Bremerhaven ist die niedrigste Quote seit 1984. Von der erfreulichen Entwicklung haben fast alle von Arbeitslosigkeit betroffenen Personengruppen profitiert, so die Arbeitsagentur. Nur bei Ausländern habe es einen leichten Zuwachs der Arbeitslosigkeit um 0,9% gegeben. Der Bestand an offenen Stellen in Bremerhaven liegt mit 1.325 über dem Vorjahreswert (+ 82 Stellen). Höhere Stellenzugänge verzeichneten das verarbeitende Gewerbe und der Handel, weniger Zugänge wurden von den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen und der Arbeitnehmerüberlassung (Leih- oder Zeitarbeit) gemeldet. 2.618 Personen nahmen im August 2018 in Bremerhaven an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters teil. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Nr. 111/2018 vom 28.09.2018).

Günstiger als in Bremerhaven ist die Arbeitsmarktsituation im benachbarten Landkreis Cuxhaven. Dort belief sich im September 2018 die Arbeitslosenquote auf 4,9% (5.072 arbeitslose Personen). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose und Arbeitslosenquoten (Monatszahlen) Kreise, September 2018).

Bild oben: Das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Bremerhaven
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Von Jahresanfang 2014 bis einschließlich April 2014 sowie im Oktober 2014 lag die Arbeitslosenquote in Bremerhaven unter dem Vorjahreswert bzw. war gleich hoch. Von Mai 2014 bis September 2014 und im November 2014 war sie höher als zwölf Monate zuvor. Von Dezember 2014 bis Juni 2015 ist sie wieder niedriger als zwölf Monate zuvor bzw. gleich hoch, von Juli 2015 bis April 2016 ist sie entgegen dem Bundestrend höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Mai 2016 ist die Quote nun auch in Bremerhaven niedriger als im Vorjahresmonat.

Bemerkenswert ist auch die ungleiche Verteilung der Arbeitslosen zwischen den Systemen nach dem Dritten und dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Der Rechtskreis SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch) betrifft Arbeitslose, die aufgrund eigener, in der Regel mindestens zwölfmonatiger Beitragszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, dessen Höhe sich nach dem letzten Einkommen richtet bzw. die keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen für den Lebensunterhalt bei Arbeitslosigkeit haben. Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende, „Hartz IV“) richtet sich an Arbeitslose, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld I erschöpft ist (Langzeitarbeitslose) oder darauf keinen Anspruch wegen fehlender Beitragszeiten haben und Arbeitslosengeld II (AlgII) beziehen.

Verteilung Arbeitslose nach
Rechtskreisen SGB II/SGB III
September 2018
SGB III SGB II
Stadt Bremerhaven  1.531 5.612
Anteil der SGB II-Arbeitslosen an Gesamtzahl der Arbeitslosen in Bremerhaven 78,57 %
(Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven Nr. 110 vom 28.09.2018).

Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung nach dem SGB II bei etwa 66% (2,256 Millionen Arbeitslose insgesamt, hiervon 1,497 Millionen Arbeitslose im System des SGB II). (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt - Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Nürnberg, September 2018 S. 13).


Bild oben: Dreibeinige Fundamente für Windkraftanlagen auf See im Kaiserhafen Bremerhaven. Die Windenergiebranche schuf neue Arbeitsplätze in Bremerhaven. In der letzten Zeit häufen sich aber Meldungen über Entlassungen.
durchschnittliche Arbeitslosenquote2012-2017
(Quelle: Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2016, 5/2017, 2/2018 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven und Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2017, 2/2018 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale)).

Im Januar des Jahres 2018 präsentierte die Arbeitsagentur die Ergebnisse zur Arbeitsmarktjahresbilanz für das vergangene Jahr. Demnach belief sich 2017 die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Bremerhaven auf 13,0% und lag damit um 1,6 Prozentpunkte niedriger als 2016 (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 03.01.2018). Auf Bundesebene konnte im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosenquote von 2016 zu 2017 um 0,4 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent gesenkt werden (Quelle: Pressemitteilung 2/2018 vom 03.01.2018 der Bundesagentur für Arbeit).

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Arbeitslosenquote August 2017 bis September 2018
Das verwendete Zahlenmaterial beruht auf den Pressemitteilungen 20/2017 und 25/2018 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale), 36/2018 der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen sowie 88, 99 und 112/2017 und 1, 14, 32, 42, 54, 64, 78, 80, 93 und 110/2018 der Agentur Bremen-Bremerhaven der Bundesagentur für Arbeit.

Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Nach Ablauf des Geschäftsjahres der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ende September 2017 sprach die Agentur für Arbeit von einer Bilanz mit Licht und Schatten. Die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber und -bewerberinnen entspricht mit 5.955 ungefähr der des Vorjahres (+ 11), es wurden der Agentur aber im ganzen Bezirk 199 weniger Ausbildungsplätze gemeldet. Zum Ende des Geschäftsjahres wurden 392 Personen als unversorgt gezählt, das waren 106 mehr als im Geschäftsjahr 2015/2016. Auf der anderen Seiten blieben 167 Ausbildungsplätze unbesetzt, 24 mehr als in der vorherigen Saison.

In Bremerhaven wurden 1.455 Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz gezählt,  was einer Steigerung um 81 Personen entspricht. 47 Personen waren am Ende  des Geschäftsjahres unversorgt,  14 mehr als im Vorjahr. Mit 1.119 gemeldeten Stellen in Bremerhaven war das Angebot an  Ausbildungsplätzen um  74 Stellen geschrumpft. Allerdings konnten für 50 Ausbildungsplätze keine geeigneten Bewerberinnen oder Bewerber gefunden werden, 22 mehr als im Beratungszeitraum 2015/2016.

Als „versorgt“ gelten nicht nur Personen, die eine Berufsausbildung begonnen haben, sondern auch Personen, die an einer Maßnahme teilnehmen, weiter zur Schule gehen oder für sich andere Alternativen gefunden haben und dies der Berufsberatung mitgeteilt haben. Von den 392 unversorgten Bewerbern im gesamten Agenturbezirk hatten 117 einen Hauptschulabschluss, 140 einen Realschulabschluss, 49 die Fachhochschulreife und 56 die Allgemeine Hochschulreife. 40% aller Berufs-Erstwünsche der Ausbildungsplatzbewerber/innen 2016/17 konzentrierten sich auf nur zehn Berufe. Einen Migrationshintergrund hatten 1.127 Ausbildungsplatzbewerber bzw. -bewerberinnen (18,9%).

Die Agentur weist darauf hin, dass ihre Statistik den Ausbildungsmarkt nicht voll widerspiegelt, da der Agentur nicht alle Ausbildungsplätze gemeldet werden. Man geht hier von 75% aus und auch, dass sich etwa 70% der Ausbildungsplatzsuchenden bei der Agentur registrieren lassen. Weiterhin kommt hinzu, dass sich viele Jugendliche aus dem niedersächsischen Umland um einen Ausbildungsplatz im Land Bremen bemühen. (Quelle: Pressemitteilung Nr. 100 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 02.11.2017).

Perspektiven für 2018

Für die Region der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einen Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 1,7%. Dieser Wert müsse nicht zwangsläufig auch in Bremerhaven eintreten, eine positive Entwicklung zeichnet sich aber für die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven ab. Ein wichtiger Schwerpunkt in Bremerhaven sei die Verbesserung der Qualifikation der Arbeitslosen.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende habe es im vergangenen Jahr 2017 insgesamt etwa 3.000 Integrationen in den Arbeitsmarkt gegeben. Die Integrationsquote liege mit 19,8% etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Um den positiven Trend erhalten zu können, sei ein ganzes Bündel von Maßnahmen geplant. Die für 2017 zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel seien zu 100% ausgeschöpft worden. Das Budget für 2018 sei etwas reduziert worden. Im Jahr 2018 stünden für Eingliederungsmaßnahmen insgesamt 15,2 Millionen Euro zur Verfügung. Strategische Herausforderungen im Bereich des SGB II seien die Überwindung des Langleistungsbezugs, die Steigerung der Integrationsquote, Maßnahmen zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit und die Förderung von geflüchteten Menschen. (Quelle: Pressemitteilung Nr. 13 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 29.01.2018).
Rückgang der Arbeitslosigkeit im Frühjahr 2016

Auffallend war im Frühjahr 2016 der Rückgang der Arbeitslosenquote in Bremerhaven um gut zwei Prozentpunkte. Von Februar 2016 ging die Quote von 16,4% auf 14,2% im Juni 2016 zurück (siehe Pressemitteilungen Nr. 24 und 72/2016 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven).

Dies dürfte zu einem erheblichen Teil auf der Abmeldung von EU-Ausländern aus der Arbeitslosenstatistik beruhen. Hierzu kam es, nachdem ein massenhafter Sozialbetrug aufgedeckt wurde. Überwiegend türkischstämmige Arbeitsuchende aus Bulgarien und Griechenland erlangten durch die Vorlage fingierter Bescheinigungen über angeblich ausgeübte Minijobs die Stellung als  „leistungsberechtigte Person ohne ausreichendes Einkommen“ und wurden als „arbeitslos“ geführt. Nachdem der Schwindel mit den unzutreffenden Bescheinigungen aufgeflogen war und die Behörde die Leistungen vorerst einstellte bzw. Betroffene vergeblich zur Klärung des Sachverhalts einbestellte, erlosch auch die Arbeitslosmeldung der betroffenen Personen.





Seite zuletzt bearbeitet am: 17.10.2018