Arbeitslosenzahlen Bremerhaven


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August 2019: Leichter Anstieg

Arbeitslosenzahlen Bremerhaven

Im niedersächsischen Umland deutlich niedrigere Zahlen
Näheres:

Verteilung Arbeitslose SGB II/SGB III

Durchschnittswerte 2012 bis 2018

Entwicklung der Quote in den letzten 13 Monaten
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Bremerhaven ist nicht mehr Spitze bei der Arbeitslosenquote unter den deutschen Großstädten
Im August 2019 liegt Bremerhaven bei der Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 12,3% nicht mehr auf dem ersten Platz der deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Eine höhere Quote gab es in Gelsenkirchen mit 13,4%. (Quelle: Bundes­agen­tur für Arbeit, Arbeitslose und Arbeits­lo­sen­quo­ten (Monatszahlen) Kreise, August 2019)

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Sie finden auf dieser Seite Informationen zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen in Bremerhaven, einer Stadt mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland.


Arbeitslosenquote
Bremerhaven
in absoluten Zahlen Arbeitslosenquote
Land Bremen
Arbeitslosenquote Bund
August 2019
12,3 %
7.418
10,3 %
5,1 %
Vormonat (Juli 2019) 12,1 % 7.295 10,2 % 5,0 %
Vorjahresmonat (August 2018) 12,4 % 7.413
9,8 % 5,2 %

Zum 1. Oktober 2012 sind die
Agenturen für Arbeit in Bremen und in Bremerhaven zur Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven zusammengefasst worden. Der ehemalige Landkreis Wesermünde, der bislang von der Agentur Bremerhaven betreut wurde, wechselt zur Agentur für Arbeit Stade. Diese betreibt in Bremerhaven eine Geschäftsstelle „Wesermünde“. Die Agentur Bremen-Bremerhaven mit Hauptsitz in der Stadt Bremen ist auch für den niedersäch­sischen Landkreis Osterholz zuständig. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Nr. 74 Bremerhaven vom 27.09.2012). Die Agenturen in Bremen und Stade ermitteln ab Oktober 2012 die Arbeitslosenzahlen entsprechend den Kreisgrenzen, eine Zusammenfassung der Zahlen von Bremerhaven und der niedersäch­sischen Umgebung von Bremerhaven wird es nicht mehr geben. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremerhaven Nr. 75/2012).
Im Bezirk der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, zu dem neben dem Zwei-Städte-Bundesland Bremen auch der niedersächsische Landkreis Osterholz gehört, ist die Arbeitslosig­keit im August 2019 sowohl gegen­über dem Vor­monat als auch gegen­über dem Vorjahresmonat gestiegen. Die Quote von 9,3% liegt um 0,1 Pro­zent­punk­te höher als im Juli 2019. Im Juli 2018 wurden noch 8,9% ver­zeich­net. In Bremer­haven, wo die Arbeits­lo­sig­keit höher ist als in der Stadt Bremen und im Landkreis Osterholz, ist die Arbeits­lo­senquote im August 2019 jedoch niedriger als im entsprechenden Monat des Vor­jahres, gleiches gilt für den Landkreis Osterholz. Insgesamt waren bei der Arbeits­agen­tur Bremen-­Bremerhaven 39.260 Personen arbeitslos gemeldet.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit beruht zu einem erheblichen Teil auf der Arbeitslosmeldung von jüngeren Menschen nach Ende der Berufs­aus­bildung und vor Beginn einer beruflichen Tätigkeit bzw. eines Studiums. Die Nachfrage nach Arbeitskräften habe angezogen, liegt aber unter dem Niveau des Vorjahresmonats, so die Arbeitsagentur. Eine höhere Nachfrage gebe es aus der Zeitarbeit (Arbeitnehmerüberlassung), dem Handel, dem verarbeitenden Gewerbe sowie dem Gesundheits- und dem Sozialwesen. Kurzarbeit, deren Zunahme ein Indikator für eine konjunkturelle Abschwächung sein könnte, sei im Agenturbezirk vollkommen unauffällig. Mit mehr als 8.000 offenen Stellen böte der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk weiterhin gute Chancen. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Nr. 74/2019 vom 29.08.2019).

Bei der Unterscheidung nach Rechtskreisen ist darauf hinzuweisen, dass ab Januar 2017 für sogenannte Aufstocker, also Personen, die ergänzend zum Arbeitslosengeld I nach dem SGB III Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende erhalten, die Agenturen für Arbeit zuständig sind und diese Personen als SGB III-Arbeitslose geführt werden. Im August 2019 verlief die Entwicklung in Bremerhaven in den beiden Rechtskreisen unterschiedlich. Im Bereich der oftmals arbeitsmarktnäheren Personen im Bereich der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) waren in Bremer­haven 17 Personen weniger arbeitslos als im Vormonat und 120 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung für Arbeit­suchende (SGB II, „Hartz IV“) ist im Vormonatsvergleich um 140 gestiegen, im Vergleich zum August 2018 waren es 115 weniger.

In Bremerhaven stieg im August 2019 die Arbeitslosigkeit bei jüngeren Menschen unter 25 Jahren, bei älteren ab 50 Jahren sowie bei Ausländern, während bei den 25- bis unter 50-Jährigen ein Rückgang zu verzeichnen ist. 381 neue offene Stellen in Bremerhaven wurden der Arbeitsagentur gemeldet, 33 mehr als im Vormonat und 67 weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt sind der Arbeits­agen­tur 1.353 offene Stellen gemeldet, 118 mehr als im Juli. Einen höheren Stellenzugang gab es insbesondere im Handel sowie im Bereich „freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“, während in der Arbei­tneh­mer­über­las­sung entgegengesetzt zur Entwicklung im gesamten Agenturbezirk ein Rückgang zu beobachten ist. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Nr. 77/2019 vom 30.08.2019).

Günstiger als in Bremerhaven ist die Arbeitsmarktsituation im benachbarten Landkreis Cuxhaven. Dort belief sich im August 2019 die Arbeitslosenquote auf 5,1% (5.332 arbeitslose Personen). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose und Arbeitslosenquoten (Monatszahlen) Kreise, August 2019).

Bild oben: Das 1993 fertiggestellte Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Bremerhaven (Architekt: Peter Paul Schweger)
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Von Jahresanfang 2014 bis einschließlich April 2014 sowie im Oktober 2014 lag die Arbeitslosenquote in Bremerhaven unter dem Vorjahreswert bzw. war gleich hoch. Von Mai 2014 bis September 2014 und im November 2014 war sie höher als zwölf Monate zuvor. Von Dezember 2014 bis Juni 2015 ist sie wieder niedriger als zwölf Monate zuvor bzw. gleich hoch, von Juli 2015 bis April 2016 ist sie entgegen dem Bundestrend höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Mai 2016 ist die Quote nun auch in Bremerhaven niedriger als im Vorjahresmonat.

Bemerkenswert ist auch die ungleiche Verteilung der Arbeitslosen zwischen den Systemen nach dem Dritten und dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Der Rechtskreis SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch) betrifft Arbeitslose, die aufgrund eigener, in der Regel mindestens zwölfmonatiger Beitragszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, dessen Höhe sich nach dem letzten Einkommen richtet bzw. die keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen für den Lebensunterhalt bei Arbeitslosigkeit haben. Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende, „Hartz IV“) richtet sich an Arbeitslose, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld I erschöpft ist (Langzeitarbeitslose) oder darauf keinen Anspruch wegen fehlender Beitragszeiten haben und Arbeitslosengeld II (AlgII) beziehen.

Verteilung Arbeitslose nach
Rechtskreisen SGB II/SGB III
August 2019
SGB III SGB II
Stadt Bremerhaven  1.671 5.747
Anteil der SGB II-Arbeitslosen an Gesamtzahl der Arbeitslosen in Bremerhaven 77,47 %
(Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Nr. 77/2019 vom 30.08.2019).

Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung nach dem SGB II bei etwa 63% (2,319 Millionen Arbeitslose insgesamt, hiervon 1,471 Millionen Arbeitslose im System des SGB II). (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt - Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Nürnberg, August 2019 S. 12 f.).


Bild oben: Dreibeinige Fundamente für Windkraftanlagen auf See im Kaiserhafen Bremerhaven. Die Windenergiebranche schuf neue Arbeitsplätze Inzwischen ist der Bau von Windkraftanlagen in der Stadt an der Wesermündung zusammengebrochen.
Durchschnittliche Jahresarbeitslosigkeit 2012-2018
(Quelle: Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2016, 5/2017, 2/2018, 2/2019 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven und Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2017, 2/2018, 2/2019 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale)).

Im Januar des Jahres 2019 präsentierte die Arbeitsagentur die Ergebnisse zur Arbeitsmarktjahresbilanz für das vergangene Jahr. Demnach belief sich 2018 die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Bremerhaven auf 12,6% und lag damit um 0,4 Prozentpunkte niedriger als 2017 (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 04.01.2019). Auf Bundesebene konnte im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosenquote von 2017 zu 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent gesenkt werden (Quelle: Pressemitteilung 2/2019 vom 04.01.2019 der Bundesagentur für Arbeit).

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Arbeitslosenquote Juli 2018 bis August 2019
Das verwendete Zahlenmaterial beruht auf den Pressemitteilungen 22/2018 und 27/2019 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale), 37/2019 der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen sowie 93, 110, 118 und 131/2018 und 1, 9, 21, 32, 38, 53, 66, 71 und 74/2019 der Agentur Bremen-Bremerhaven der Bundesagentur für Arbeit.

Rückgang der Arbeitslosigkeit im Frühjahr 2016

Auffallend war im Frühjahr 2016 der Rückgang der Arbeitslosenquote in Bremerhaven um gut zwei Prozentpunkte. Von Februar 2016 ging die Quote von 16,4% auf 14,2% im Juni 2016 zurück (siehe Pressemitteilungen Nr. 24 und 72/2016 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven).

Dies dürfte zu einem erheblichen Teil auf der Abmeldung von EU-Ausländern aus der Arbeitslosenstatistik beruhen. Hierzu kam es, nachdem ein massenhafter Sozialbetrug aufgedeckt wurde. Überwiegend türkischstämmige Arbeitsuchende aus Bulgarien und Griechenland erlangten durch die Vorlage fingierter Bescheinigungen über angeblich ausgeübte Minijobs die Stellung als „leistungsberechtigte Person ohne ausreichendes Einkommen“ und wurden als „arbeitslos“ geführt. Nachdem der Schwindel mit den unzutreffenden Bescheinigungen aufgeflogen war und die Behörde die Leistungen vorerst einstellte bzw. Betroffene vergeblich zur Klärung des Sachverhalts einbestellte, erlosch auch die Arbeitslosmeldung der betroffenen Personen.



Seite zuletzt bearbeitet am: 16.09.2019