Arbeitslosenzahlen Bremerhaven


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September 2019: Quote unter zwölf Prozent

Arbeitslosenzahlen Bremerhaven

Im niedersächsischen Umland deutlich niedrigere Zahlen
Näheres:

Verteilung Arbeitslose SGB II/SGB III

Durchschnittswerte 2012 bis 2018

Entwicklung der Quote in den letzten 13 Monaten
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Bremerhaven ist nicht mehr Spitze bei der Arbeitslosenquote unter den deutschen Großstädten
Im September 2019 liegt Bremerhaven bei der Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 11,9% nicht mehr auf dem ersten Platz der deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Eine höhere Quote gab es in Gelsenkirchen mit 13,1%. (Quelle: Bundes­agen­tur für Arbeit, Arbeitslose und Arbeits­lo­sen­quo­ten (Monatszahlen) Kreise, September 2019)

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Sie finden auf dieser Seite Informationen zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen in Bremerhaven, einer Stadt mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland.


Arbeitslosenquote
Bremerhaven
in absoluten Zahlen Arbeitslosenquote
Land Bremen
Arbeitslosenquote Bund
September 2019
11,9 %
7.144
10,0 %
4,9 %
Vormonat (August 2019) 12,3 % 7.418 10,3 % 5,1 %
Vorjahresmonat (September 2018) 12,0 % 7.143
9,7 % 5,0 %

Zum 1. Oktober 2012 sind die
Agenturen für Arbeit in Bremen und in Bremerhaven zur Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven zusammengefasst worden. Der ehemalige Landkreis Wesermünde, der bislang von der Agentur Bremerhaven betreut wurde, wechselt zur Agentur für Arbeit Stade. Diese betreibt in Bremerhaven eine Geschäftsstelle „Wesermünde“. Die Agentur Bremen-Bremerhaven mit Hauptsitz in der Stadt Bremen ist auch für den niedersäch­sischen Landkreis Osterholz zuständig. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Nr. 74 Bremerhaven vom 27.09.2012). Die Agenturen in Bremen und Stade ermitteln ab Oktober 2012 die Arbeitslosenzahlen entsprechend den Kreisgrenzen, eine Zusammenfassung der Zahlen von Bremerhaven und der niedersäch­sischen Umgebung von Bremerhaven wird es nicht mehr geben. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremerhaven Nr. 75/2012).
Im Bezirk der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, zu dem neben dem Zwei-Städte-Bundesland Bremen auch der niedersächsische Landkreis Osterholz gehört, ist die Arbeitslosig­keit im September 2019 gegen­über dem Vor­monat gesunken, ist aber höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Allerdings gibt es in Bremerhaven im Vorjahresvergleich anders als in den beiden anderen Teilen des Agenturbezirks kaum eine Veränderung. Die Quote im gesamten Bezirk von 9,0% liegt um 0,3 Pro­zent­punk­te niedriger als im August 2019. Jedoch ist die Quote um 0,3 Prozentpunkte höher als im ent­spre­chenden Monat des Vorjahres. Insgesamt waren bei der Arbeits­agen­tur Bremen-­Bremerhaven 38.023 Personen arbeitslos gemeldet.

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im September ist gekennzeichnet durch den Beginn von Ausbildungen und arbeitsmarktpolitischen Maß­nah­men nach den Sommerferien. Gleichzeitig gibt es einen höheren Zugang in die Arbeitslosigkeit aus Beschäftigungen heraus als zwölf Monate zuvor, so die Arbeitsagentur. Die Nachfrage nach Arbeitskräften habe gegenüber dem Vormonat abgenommen und liege auch unter dem Niveau des Vorjahres. Dies könne ein Hinweis auf ein schwieriger gewordenes wirtschaftliches Umfeld sein. Eine gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften komme aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, der Logistik, dem Gastgewerbe, dem Baugewerbe und dem Bereich Erziehung und Unterricht. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Nr. 87/2019 vom 30.09.2019).

Günstiger als in Bremerhaven ist die Arbeitsmarktsituation im benachbarten Landkreis Cuxhaven. Dort belief sich im September 2019 die Arbeitslosenquote auf 4,9% (5.038 arbeitslose Personen). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose und Arbeitslosenquoten (Monatszahlen) Kreise, September 2019).

Bild oben: Das 1993 fertiggestellte Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Bremerhaven (Architekt: Peter Paul Schweger)
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Von Jahresanfang 2014 bis einschließlich April 2014 sowie im Oktober 2014 lag die Arbeitslosenquote in Bremerhaven unter dem Vorjahreswert bzw. war gleich hoch. Von Mai 2014 bis September 2014 und im November 2014 war sie höher als zwölf Monate zuvor. Von Dezember 2014 bis Juni 2015 ist sie wieder niedriger als zwölf Monate zuvor bzw. gleich hoch, von Juli 2015 bis April 2016 ist sie entgegen dem Bundestrend höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Mai 2016 ist die Quote nun auch in Bremerhaven niedriger als im Vorjahresmonat.

Bemerkenswert ist auch die ungleiche Verteilung der Arbeitslosen zwischen den Systemen nach dem Dritten und dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Der Rechtskreis SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch) betrifft Arbeitslose, die aufgrund eigener, in der Regel mindestens zwölfmonatiger Beitragszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, dessen Höhe sich nach dem letzten Einkommen richtet bzw. die keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen für den Lebensunterhalt bei Arbeitslosigkeit haben. Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende, „Hartz IV“) richtet sich an Arbeitslose, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld I erschöpft ist (Langzeitarbeitslose) oder darauf keinen Anspruch wegen fehlender Beitragszeiten haben und Arbeitslosengeld II (AlgII) beziehen.

Verteilung Arbeitslose nach
Rechtskreisen SGB II/SGB III
September 2019
SGB III SGB II
Stadt Bremerhaven  1.621 5.523
Anteil der SGB II-Arbeitslosen an Gesamtzahl der Arbeitslosen in Bremerhaven 77,31 %
(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose und Arbeitslosenquoten (Monatszahlen) Kreise, September 2019).

Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung nach dem SGB II bei knapp 64% (2,234 Millionen Arbeitslose insgesamt, hiervon 1,426 Millionen Arbeitslose im System des SGB II). (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt - Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Nürnberg, September 2019 S. 12 f.).


Bild oben: Dreibeinige Fundamente für Windkraftanlagen auf See im Kaiserhafen Bremerhaven. Die Windenergiebranche schuf neue Arbeitsplätze Inzwischen ist der Bau von Windkraftanlagen in der Stadt an der Wesermündung zusammengebrochen.
Durchschnittliche Jahresarbeitslosigkeit 2012-2018
(Quelle: Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2016, 5/2017, 2/2018, 2/2019 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven und Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2017, 2/2018, 2/2019 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale)).

Im Januar des Jahres 2019 präsentierte die Arbeitsagentur die Ergebnisse zur Arbeitsmarktjahresbilanz für das vergangene Jahr. Demnach belief sich 2018 die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Bremerhaven auf 12,6% und lag damit um 0,4 Prozentpunkte niedriger als 2017 (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 04.01.2019). Auf Bundesebene konnte im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosenquote von 2017 zu 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent gesenkt werden (Quelle: Pressemitteilung 2/2019 vom 04.01.2019 der Bundesagentur für Arbeit).

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Arbeitslosenquote Bremerhaven August 2018 bis September 2019
Das verwendete Zahlenmaterial beruht auf den Pressemitteilungen 25/2018 und 31/2019 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale), 40/2019 der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen sowie 110, 118 und 131/2018 und 1, 9, 21, 32, 38, 53, 66, 71, 74 und 87/2019 der Agentur Bremen-Bremerhaven der Bundesagentur für Arbeit.

Rückgang der Arbeitslosigkeit im Frühjahr 2016

Auffallend war im Frühjahr 2016 der Rückgang der Arbeitslosenquote in Bremerhaven um gut zwei Prozentpunkte. Von Februar 2016 ging die Quote von 16,4% auf 14,2% im Juni 2016 zurück (siehe Pressemitteilungen Nr. 24 und 72/2016 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven).

Dies dürfte zu einem erheblichen Teil auf der Abmeldung von EU-Ausländern aus der Arbeitslosenstatistik beruhen. Hierzu kam es, nachdem ein massenhafter Sozialbetrug aufgedeckt wurde. Überwiegend türkischstämmige Arbeitsuchende aus Bulgarien und Griechenland erlangten durch die Vorlage fingierter Bescheinigungen über angeblich ausgeübte Minijobs die Stellung als „leistungsberechtigte Person ohne ausreichendes Einkommen“ und wurden als „arbeitslos“ geführt. Nachdem der Schwindel mit den unzutreffenden Bescheinigungen aufgeflogen war und die Behörde die Leistungen vorerst einstellte bzw. Betroffene vergeblich zur Klärung des Sachverhalts einbestellte, erlosch auch die Arbeitslosmeldung der betroffenen Personen.



Seite zuletzt bearbeitet am: 17.10.2019