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Einwohnerzahl: Bis 2011 gesunken, 2015 deutlicher Zuwachs

Bevölkerungsentwicklung in Bremerhaven

Nach der Volkszählung 2011 Einwohnerzahl noch einmal um knapp 5.000 niedriger
Näheres:

Entwicklung der Bevölkerungsentwicklung unter Zugrundelegung des Mikrozensus 2011 von 2011 bis 2015

Entwicklung der Bevölkerungsentwicklung ohne Zugrundelegung des Mikrozensus von 2006 bis 2012

Vorausberechnung der Bevölkerungsentwicklung bis 2035

Einwohnerzahl nach kommunaler Fortschreibung
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Die wohl bislang höchste Einwohnerzahl Bremerhavens wurde für den 31.12.1968 mit 148.931 ermittelt (Quelle: Magistrat Bremerhaven, Bericht 2016 über die Verwaltung und den Stand der Stadtangelegen-
heiten Seite 1)

(Letztes Update: 01.10.2018)
Die Bevölkerungsentwicklung von Bremerhaven dürfte vielen Einheimischen Sorge bereiten. Die Zeiten, in denen die Hafenstadt an der Wesermündung deutlich mehr als 140.000 Einwohner verzeichnete, sind Geschichte. Bis 2011 ging die Einwohnerzahl zurück, bis 2015 stieg sie wieder. 2015 war sogar ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Dieser fiel mit 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprechend 3.904 Personen deutlicher aus als in der Stadt Bremen, wo er 1,0 Prozent betrug. Die Einwohnerzahl in Bremerhaven lag 2015 bei 114.025 (Quelle. Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 26.07.2016).

Im folgenden Jahr 2016 ging die Einwohnerzahl um zirka 1.000 Personen zurück und stagnierte etwa auf diesem Niveau zum Jahresende 2017 bei 113.026 Personen (Quelle. Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 20.09.2018).

Streit herrschte zwischen den Kommunalpolitikern und den Statistikbehörden des Bundes und der Länder darüber, welche Zahlen bei der Ermittlung der Einwohnerzahl verwendet werden soll. Die Statistiker greifen hierbei auf das Ergebnis der Volkszählung 2011 (Mikrozensus) zurück. Dies hat zur Folge, dass die für 2011 ermittelte Zahl gegenüber den von der Kommunalverwal-
tung ermittelten Zahlen um 4.843 Personen nach unten korrigiert werden musste. Die genaue Einwohnerzahl ist aber wichtig für finanzielle Hilfen des Landes an die Stadt, bei weniger Einwohnern gibt es auch weniger Geld.

Ziel des in der gesamten Europäischen Union mit dem Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Mikrozensus war die Gewinnung einer neuen Einwohnerzahl und umfangreicher Strukturdaten zur Bevölkerung sowie den Gebäude- und Wohnungsbeständen. Dabei musste für für die gesamte Bundesrepublik Deutschland die Einwohnerzahl heruntergeschraubt werden, und zwar um 1,5 Millionen auf 80,2 Millionen. Die aufgrund des Ergebnisses des Mikrozensus vorgenommene Fortschreibung der Bevölkerungszahl ergibt für das Jahresende 2011 im Land Bremen eine Bevölkerung von 652.182 statt der zunächst angenommenen 661.301, das ist eine Abweichung von 1,38%. Dieser Wert liegt unter dem Bundesdurchschnitt von 1,85%. Allerdings beläuft sich in Bremerhaven die Abweichung der neu ermittelten Bevölkerungszahl mit der älteren auf 4,28%. In der Stadtgemeinde Bremen wohnten am 31. Dezember 2011 nach den neuen Angaben des Statistischen Landesamtes 544.043 Menschen (Quelle: Pressemitteilungen des Statistischen Landesamtes vom 16.07.2012).

Seit Jahrzehnten liegt im Land Bremen die Zahl der Sterbefälle über der Zahl der Geburten. Im Jahr 2015 beträgt die durchschnittliche Kinderzahl je Frau im kleinsten Bundesland 1,51 (im Vorjahr 1,46), wobei deutsche Frauen durchschnittlich 1,35 Kinder zur Welt bringen und ausländische Frauen 2,22 Kinder. Geburtenraten in dieser Höhe sind im Bundesland Bremen seit 1970 nicht mehr beobachtet worden. Eine Mutter im Land Bremen ist im Jahr 2015 bei der ersten Entbindung im Durchschnitt 30,6 Jahre alt. Der Rückgang um 0,1 Jahre im Vergleich zum Vorjahr ist ausschließlich auf das niedrigere Alter ausländischer Mütter bei der Erstgeburt des Kindes zurückzuführen (-0,9 Jahre auf 28,8 Jahre). Das Durchschnittsalter deutscher Mütter ist hingegen um 0,2 Jahre auf 31,2 Jahre gestiegen. Allerdings sind Mütter in Bremerhaven bei der Geburt des ersten Kindes mit 28,9 Jahren statistisch betrachtet jünger als in der Stadt Bremen mit 31,0 Jahren.

In Bremerhaven ist der Unterschied zwischen der Zahl der Geburten und der Anzahl der Sterbefälle von 455 weniger Geburten im Jahr 2014 auf 333 in 2015 zurückgegangen, während die Entwicklung in der Stadt Bremen entgegengesetzt verlief. Hier belief sich der natürliche Bevölkerungsrückgang auf 969 Personen, während im Vorjahr noch 771 Personen mehr verstarben als neue geboren wurden. (Quelle: Pressemitteilungen des Statistischen Landesamtes vom 26.07.2016). Für das Jahr 2017 melden die Statistiker einen Überschuss der Todesfälle über die Geburten in der Stadt Bremerhaven von 308 und in der Stadt Bremen von 526 (Quelle. Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 20.09.2018).
Kurzgefasst:

Bevölkerungs-
entwicklung Bremerhaven

  • Bis 2011 ist die Einwohnerzahl Bremerhavens gesunken.

  • Einwohnerzahl von Bremerhaven zum Jahresende 2017: 113.026.

  • Davon sind 19.073 Ausländerinnen und Ausländer, was einer Quote von 16,9% entspricht.
  • Durch die Berücksichtigung der Ergebnisse des Mikrozensus 2011 (Volksbefragung) wurde die Einwohnerzahl zusätzlich zur regulären Entwicklung noch einmal nach unten korrigiert.

  • Im Jahr 2015 ist die Einwohnerzahl um 3,5% entsprechend 3.904 Personen deutlich gestiegen.

  • Der Grund hierfür ist eine starke Zuwanderung aus dem Ausland, aber auch eine gestiegene Geburtenrate.

  • 2017 verlor Bremerhaven mehr Einwohner an das Umland als von dort zuzogen. Im Verhältnis zum übrigen Bundesgebiet und zum Ausland konnte Bremerhaven aber mehr Einwohner gewinnen.

  • Bis zum Jahr 2035 gehen die Statistiker von einer Zunahme der Bevölkerung um 7% auf ca. 122.000 Einwohner aus.


Bild Radarturm
Bild oben: Blick auf den Richtfunkturm (Radarturm) in Bremerhaven
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Entwicklung der Bevölkerungsentwicklung unter Zugrundelegung des Mikrozensus 2011
Einwohnerzahl 2011 bis 2017

Wenn man die Ergebnisse des Mikrozensus 2011 zugrunde legt, fällt einmal der Rückgang der Einwohnerzahl von 113.366 im Jahr 2010 auf 108.139 im Jahr 2011 auf. Doch für die folgenden Jahre gibt es einen Zuwachs: Für 2012 um 184 Personen auf 108.323 und von 2012 auf 2013 um 521 auf 108.844. Im Jahr 2014 wuchs die Einwohnerzahl um 1.277 auf 110.121.

Und dann kam das Jahr 2015 mit der beeindruckenden Steigerung um 3.904 Personen. Der Zuwachs basierte bis 2013 ausschließlich darauf, dass mehr Personen aus dem Ausland zuwanderten als in das Ausland verzogen. Sowohl im Vergleich der Fortzüge in das Inland mit den Zuzügen aus dem Inland als auch im Vergleich der Geburten mit den Sterbefällen war die Entwicklung negativ. Im Jahr 2014 war nicht nur die Zahl der Zuzüge aus dem Ausland deutlich höher als die Zahl der Fortzüge in das Ausland, auch bei der innerdeutschen Bevölkerungswanderung gab es mit 32 Personen einen kleinen Überschuss. Im Jahr 2015 kletterte der innerdeutsche Überschuss bei der Einwohnerentwicklung sogar auf 386. So gab es 1.277 Zuzüge aus dem Umland plus 3.830 Zuzüge aus dem restlichen Deutschland. Dem standen 1.586 Fortzüge in das Umland und 3.135 in das restliche Deutschland gegenüber.

Allerdings gibt es bei den Wanderungsbewegungen im Jahr 2017 in Bremerhaven einen negativen Saldo mit dem Umland von Bremerhaven. Die 1.622 Fortzüge in die Umgebung konnten durch 1.368 Zuzüge aus dem Umland nicht voll kompensiert werden. Bei den Wanderungsbewegungen mit dem übrigen Bundesgebiet und dem Ausland gab es aber Überschüsse. Den 3.137 Fortzügen in das Ausland stehen 3.488 Zuzüge aus dem Ausland gegenüber. Der Zugewinn bei den Wanderungsbewegungen mit dem übrigen Bundesgebiet belief sich auf 191 (3.093 Fortzüge, 3.284 Zuzüge).

Ausländeranteil: Das Statistische Landesamt ermittelte zum Stichtag 31. Dezember 2017 für Bremerhaven einen Ausländeranteil von 16,9%. Von den 113.026 Einwohnern der Stadt an der Unterweser hatten 19.073 nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. In der Stadt Bremen war der Anteil mit 17,5% geringfügig höher (Quellen: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Bremen vom 26.07.2016 und 20.09.2018). Für das gesamte Bundesgebiet gibt das Statistische Bundesamt einen Ausländeranteil von 11,3% an (Quelle: Übersicht "Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Ausländische Bevölkerung, Ergebnisse des Ausländerzentralregisters 2017, Seite 18,  veröffentlicht vom Statistischen Bundesamt am 12.04.2018). Der Grund für den höheren Ausländeranteil in den beiden Städten dürfte ein niedrigerer Ausländeranteil in ländlichen Regionen und im Osten Deutschlands sein.


Bild oben: Blick auf das Columbus Center sowie das ATLANTIC Hotel Sail City, das Klimahaus und das Mediterraneo im Stadtzentrum von Bremerhaven
Vorausberechnung der Bevölkerungsentwicklung bis 2035

Nach einer im Mai 2017 erstellten Vorausberechnung des Statistischen Landesamtes Bremen wird die Bevölkerung im Land Bremen bis 2035, wobei für Bremerhaven mit einem höheren Zuwachs gerechnet wird als für die Stadt Bremen. Die Statistiker prognostizieren einen Anstieg der Einwohnerzahl des kleinsten Bundeslandes um fünf Prozent von 671.489 am Jahresende 2015 auf gut 705.000 im Jahr 2035.

Für Bremerhaven geht man von einem Anstieg von sieben Prozent von 114.025 bis auf gut 122.000 Einwohner aus. Hierfür gibt es verschiedene Gründe. Einmal hat sich in den letzten Jahren die Geburtenrate erhöht. Diese betrug im Jahr 2016 in der Stadt Bremen 1,5 und 1,9 in Bremerhaven. Für die Vorausschätzung wurde das Niveau von 2016 fortgeschrieben. Außerdem geht man auch von einer weiter steigenden Lebenserwartung aus, der Zuwachs soll im Landesdurchschnitt bei Männern 3,6 Jahre und 3,3 Jahre bei Frauen liegen (wobei die Lebenserwartung bei Frauen höher ist).

Aufgrund der höheren Geburtenrate geht man von einer kleiner werdenden Differenz zwischen Sterbefällen und Geburten aus, die Anzahl der Sterbefälle wird aber auch weiterhin größer sein als die Zahl der Geburten. Für das gesamte Land Bremen geht das Statistische Landesamt davon aus, dass im Verhältnis zum restlichen Deutschland mehr Menschen aus dem Bundesland fortziehen als zuziehen. Jedoch wird ein positiver Saldo im Verhältnis zum Ausland erwartet. Dabei fällt insbesondere eine höhere Flüchtlingszuwanderung bis 2022 auf. Durch die starke Zuwanderung aus dem Ausland fällt auch der gesamte Wanderungssaldo positiv aus, es wird insgesamt mehr Zuzüge als Wegzüge geben. Dieser Überschuss wird nach der Berechnung der Statistiker das negative natürliche Bevölkerungswachstum mehr als ausgleichen und die Ursache für das erwartete Bevölkerungswachstum sein.

Eine höhere Geburtenrate und Zuwanderung werden die Alterung der Bevölkerung abbremsen. Bis 2021 geht das Durchschnittsalter zurück, mit Abebben der starken Zuwanderung wird es wieder ansteigen. Sowohl die Zahl der Kinder als auch die der Älteren ab 65 Jahren werden zunehmen, hingegen wird die Bevölkerungsgruppe im erwerbsfähigen Alter kleiner werden. (Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Bremen vom 02.05.2017).

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Bevölkerungsstand am 31.12. des Jahres unter Berücksichtigung des Mikrozensus 2011
2011
2012
2013
2014
2015
2016 2017
Einwohnerzahl insgesamt
108.139
108.323
108.844
110.121
114.025
113.034 113.026
Zuzüge
5.968
6.550
7.195
7.901
10.561
? 8.140
darunter: aus dem Ausland
1.669
2.215
2.603
3.255
5.454
? 3.488
Fortzüge
5.826
5.961
6.087
6.223
6.340
? 7.852
darunter: in das Ausland
1.211
1.383
1.425
1.609
1.619
? 3.137
Geburten
938
968
919
1.007
1.162
? 1.222
Sterbefälle
1.448
1.405
1.531
1.462
1.495
? 1.530
(Quellen: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Bremen vom 26.07.2016 und 20.09.2018)

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Entwicklung der Bevölkerungsentwicklung ohne Zugrundelegung des Mikrozensus von 2006 bis 2012

Nachfolgend die ohne Berücksichtigung des Mikrozensus ermittelten Einwohnerzahlen von Bremerhaven für die Jahre 2006 bis 2012:

Bevölkerungsstand am
31.12. des Jahres
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
Einwohnerzahl insgesamt
116.045
115.313
114.506
114.031
113.366
112.982
113.137
Zuzüge
5.028
5.329
5.593
5.824
5.441
5.968
6.550
darunter: aus dem Ausland 1.036
1.241
1.300
1.257
1.257
1.669
2.215
Fortzüge
5.220
5.538
5.881
5.823
5.642
5.826
5.961
darunter: in das Ausland
912
1.057
1.136
1.236
1.196
1.211
1.383
Geburten
1.055
968
968
973
935
938
968
Sterbefälle
1.446
1.502
1.489
1.446
1.400
1.448
1.405
(Quelle: Pressemitteilungen des Statistischen Landesamtes Bremen vom 16.07.2012, 31.05.2013 und 17.07.2013).

Einwohnerzahl nach kommunaler Fortschreibung

Die nach kommunaler Fortschreibung ohne Berücksichtigung des Mikrozensus 2011 ermittelte Einwohnerzahl für den 30.06.2018 gibt der Magistrat Bremerhaven mit 117.164 an, wobei nur Personen mit Hauptwohnsitz in Bremerhaven berücksichtigt wurden (Quelle: Seestadt Bremerhaven, Statistischer Kurzbericht 2. Quartal 2018 Seite 4). Hiervon waren 21.396 Ausländerinnen und Ausländer, was einem Ausländeranteil von 18,26% entspricht. Dabei bildet die Grippe der Syrerinnen und Syrer mit 3.666 Personen inzwischen die größte Gruppe. Diese hat inzwischen die sonst langjährig an erster Stelle rangierenden türkischen Staatsangehörigen überholt, von denen 2.996 gezählt wurden. Die drittgrößte Gruppe mit 2.166 Personen kommt aus Bulgarien, dicht gefolgt von den Polinnen und Polen mit 2.153 Angehörigen.  Auf dem fünften Platz landen die Menschen aus Portugal, von denen 1.458 in der Stadt an der Wesermündung leben. Weitere Nationalitäten: Rumänien 928, Russland 747, Griechenland 576, Serbien 519 (Quelle: Seestadt Bremerhaven, Statistischer Kurzbericht 2. Quartal 2018 Seite 3). Zum Vergleich: Zum Jahresende 2012 wohnten in Bremerhaven nur 128 Menschen aus Syrien (Quelle: Seestadt Bremerhaven, Bericht 2013 über die Verwaltung und den Stand der Stadtangelegenheiten Seite 17).
Ist der Zensus 2011 verfassungskonform?

Am 19. September 2018 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die Vorschriften über den Zensus 2011 mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Damit wurden die Anträge der Stadtstaaten Berlin und Hamburg im Verfahren der abstrakten Normenkontrolle zurückgewiesen (Quelle: Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts vom 19.09.2018).

Aufgrund des Zensus wurden unter anderem die Einwohnerzahlen der Gemeinden neu festgesetzt. So wurden die Einwohnerzahl von Berlin um ca. 180.000 und die von Hamburg um ca. 82.800 Personen herabgesetzt.

Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hatte über die Anträge der beiden Bundesländer am 24. Oktober 2017 mündlich verhandelt (Quelle: Pressemitteilung des Gerichts vom 22.08.2017).



Seite zuletzt bearbeitet am: 01.10.2018