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Einwohnerzahl: Bis 2011 gesunken

Bevölkerungsentwicklung Bremerhaven

Nach Volkszählung 2011 Einwohnerzahl noch einmal um 4.843 niedriger - Ab 2012 leichter Bevölkerungszuwachs dank Zuwanderung aus dem Ausland
Näheres:

Entwicklung bei Zuzügen, Wegzügen, Geburten und Sterbefällen in den Jahren 2006-2012

Zahlen für 2012 (ohne Berücksichtigung des Mikrozensus)

Entwicklung der Einwohnerzahl ab 2011 bis 2014 unter Zugrundelegung des Mikrozensus 2011
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Die Bevölkerungsentwicklung von Bremerhaven dürfte vielen Einheimischen Sorge bereiten. Die Zeiten, in denen die Hafenstadt an der Wesermündung deutlich mehr als 140.000 Einwohner verzeichnete, sind Geschichte. Während die Statistiker in Bremerhaven und Bremen für das Jahresende 2011 zunächst eine Einwohnerzahl von 112.982 ermittelt hatten, kam am 31. Mai 2013 der Schock: Aufgrund der Volkszählung 2011 (Mikrozensus) muss das Ergebnis um 4.843 Personen nach unten korrigiert werden. Der Einwohnerstand am 31.12.2011: 108.139.

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Ziel des in der gesamten Europäischen Union mit dem Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Mikrozensus war die Gewinnung einer neuen Einwohnerzahl und umfangreicher Strukturdaten zur Bevölkerung sowie den Gebäude- und Wohnungsbeständen. Dabei musste für für die gesamte Bundesrepublik Deutschland die Einwohnerzahl heruntergeschraubt werden, und zwar um 1,5 Millionen auf 80,2 Millionen. Die aufgrund des Ergebnisses des Mikrozensus vorgenommene Fortschreibung der Bevölkerungszahl ergibt für das Jahresende 2011 im Land Bremen eine Bevölkerung von 652.182 statt der zunächst angenommenen 661.301, das ist eine Abweichung von 1,38%. Dieser Wert liegt unter dem Bundesdurchschnitt von 1,85%. Allerdings beläuft sich in Bremerhaven die Abweichung der neu ermittelten Bevölkerungszahl mit der älteren auf 4,28%. In der Stadtgemeinde Bremen wohnten am 31. Dezember 2011 nach den neuen Angaben des Statistischen Landesamtes 544.043 Menschen.

Die Situation vor Veröffentlichung der Ergebnisse des Mikrozensus 2011:

Wenn man die Ergebnisse der Volkszählung 2011 ausklammert, gab es nach den früheren veröffentlichten Angaben im Jahr 2011 erstmals seit längerem einen klaren positiven Saldo bei den Wanderungsbewegungen: es gab mehr Zuzüge nach Bremerhaven als Wegzüge, so das Statistische Landesamt Bremen. Erstmals seit 2002 hatte es einen relevanten positiven Wanderungssaldo gegeben (2009 gab es nur das geringstmögliche Plus von gerade einer Person). Dies reichte aber nicht aus, dem Bevölkerungsschwund aufgrund des Überschusses der Sterbefälle über die Geburten aufzufangen. Jedoch ist diese Entwicklung ein gesamtdeutsches, wenn nicht sogar gesamteuropäisches Phänomen aufgrund der geringen Geburtenrate und einer höheren Lebenserwartung. Im Vergleich zum Vorjahr hatte Bremerhaven am Jahresende 2011 genau 384 Einwohner weniger gehabt. Dies war der geringste Einwohnerverlust seit 2002.

Im Jahr 2011 war die Entwicklung in der Stadt Bremen entgegengesetzt: Hier wuchs die Bevölkerung um 979 Personen, was einem Anstieg von 0,18% entspricht. Nur im Norden der Stadt Bremen hat es im Gegensatz zu den anderen Stadtteilen keinen Bevölkerungszuwachs gegeben. Der Rückgang in Bremerhaven beläuft sich auf 0,3%. In der Zeit von Jahresende 2006 bis 2011 ist damit die Einwohnerzahl Bremerhavens um 2,71% gesunken. Etwa 17% der Bevölkerung des Bundeslandes Bremen wohnen in Bremerhaven (Einwohnerzahl der Stadt Bremen: 548.319).



Seit mehr als 30 Jahren liegt im Land Bremen die Zahl der Sterbefälle über der Zahl der Geburten. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau beträgt im kleinsten Bundesland im Jahr 2011 1,27 und im Folgejahr 1,32. Eine Mutter im Land Bremen ist im Jahr 2011 bei der ersten Entbindung im Durchschnitt 30,3 Jahre alt, im folgenden Jahr betrug das Durchschnittsalter 30,5 Jahre. (Quelle: Pressemitteilungen des Statistischen Landesamtes vom 16.07.2012 und 17.07.2013).


Fast 5.000 Karteileichen in Bremerhaven?

Mit Zurückhaltung wurde das Ergebnis des Mikrozensus 2011 von der Verwaltung in Bremerhaven aufgenommen. Oberbürgermeister Grantz erklärte, man werde sorgfältig prüfen, auf welchen Daten der stichprobenartige Zensus beruht und inwiefern die Ergebnisse dieser Volkszählung in Bremerhaven überhaupt verwertbar sind. Das Bremerhavener Bürger- und Ordnungsamt meldete im Zeitpunkt der Veröffentlichung der Ergebnisse der Volkszählung eine Einwohnerzahl von 113.640. Die bei der Volkszählung verwendeten Ergebnisse müssten nicht zwangsläufig die aktuelle Bevölkerungszahl wiederspiegeln. Die Kommunen hätten vier Wochen Zeit, gegen das Ergebnis Widerspruch einzulegen. Erst nach der konkreten Prüfung und dem Ablauf der Widerspruchsfrist lasse sich sagen, welche konkreten Auswirkungen das Ergebnis des Mikrozensus für Bremerhaven haben kann. Der Oberbürgermeister wies darauf hin, dass die Einwohnerzahl für die Höhe der Schlüsselzuweisungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs wichtig sei. (Quelle: Pressemitteilung des Magistrats Bremerhaven vom 31.05.2013).

Inzwischen hat das Verwaltungsgericht Bremen die Klage der Stadt Bremerhaven gegen die Festsetzung der niedrigeren Einwohnerzahl abgewiesen (Urteil des VG Bremen vom 06.11.2014 Az. 4 K 841/13, Quelle: Pressemitteilung des Gerichts vom 11.118.2014). Bedenken gegen die Verfassungsmäßigkeit des Zensusgesetzes 2011 äußerten die hanseatischen Richter nicht. Eine Gemeinde könne nicht beanspruchen, dass ihre tatsächliche Einwohnerzahl auch als amtliche Einwohnerzahl festgesetzt werde. Anerkannte statistische Standards seien bei der Durchführung des Zensus beachtet worden. Das Gericht wies darauf hin, dass personenbezogene Daten wegen der statistischen Geheimhaltungspflicht nicht zum Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens gemacht werden dürfen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, das Gericht hat die Berufung an das Oberverwaltungsgericht wegen der grundsätzlichen Bedeutung zugelassen. Die Berufung müsste innerhalb eines Monats nach  Zustellung durch die Stadt Bremerhaven erhoben werden.


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Wie sieht nun die Entwicklung der letzten Jahre im Einzelnen aus? Die Statistiker ermittelten folgende Zahlen (ohne Berücksichtigung der Ergebnisse der Volkszählung 2011):

Bevölkerungsstand am
31.12. des Jahres
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
Einwohnerzahl insgesamt
116.045
115.313
114.506
114.031
113.366
112.982
113.137
Zuzüge
5.028
5.329
5.593
5.824
5.441
5.968
6.550
darunter: aus dem Ausland 1.036
1.241
1.300
1.257
1.257
1.669
2.215
Fortzüge
5.220
5.538
5.881
5.823
5.642
5.826
5.961
darunter: in das Ausland
912
1.057
1.136
1.236
1.196
1.211
1.383
Geburten
1.055
968
968
973
935
938
968
Sterbefälle
1.446
1.502
1.489
1.446
1.400
1.448
1.405

(Quelle: Pressemitteilungen des Statistischen Landesamtes Bremen vom 16.07.2012, 31.05.2013 und 17.07.2013).

Entwicklung der Bevölkerungsentwicklung unter Zugrundelegung des Mikrozensus 2011

Wenn man die Ergebnisse des Mikrozensus 2011 zugrunde legt, fällt einmal der Rückgang der Einwohnerzahl von 113.366 im Jahr 2010 auf 108.139 im Jahr 2011 auf. Doch für die folgenden Jahre gibt es einen Zuwachs: Für 2012 um 184 Personen auf 108.323 und von 2012 auf 2013 um 521 auf 108.844. Im Jahr 2014 wuchs die Einwohnerzahl um 1.277 auf 110.121. Der Zuwachs basierte bis 2013 ausschließlich darauf, dass mehr Personen aus dem Ausland zugewandert sind als in das Ausland verzogen sind. Sowohl im Vergleich der Fortzüge in das Inland mit den Zuzügen aus dem Inland als auch im Vergleich der Geburten mit den Sterbefällen war die Entwicklung negativ. Im Jahr 2014 ist nicht zur die Zahl der Zuzüge aus dem Ausland deutlich höher als die Zahl der Fortzüge in das Ausland, auch bei der innerdeutschen Bevölkerungswanderung gibt es mit 32 Personen einen kleinen Überschuss.

Bevölkerungsstand am 31.12. des Jahres unter Berücksichtigung des Mikrozensus 2011
2011
2012
2013
2014
Einwohnerzahl insgesamt
108.139
108.323
108.844
110.121
Zuzüge
5.968
6.550
7.195
7.901
darunter: aus dem Ausland
1.669
2.215
2.603
3.255
Fortzüge
5.826
5.961
6.087
6.223
darunter: in das Ausland
1.211
1.383
1.425
1.609
Geburten
938
968
919
1.007
Sterbefälle
1.448
1.405
1.531
1.462

Für das Jahr 2014 ermittelte das Statistische Landesamt eine durchschnittliche Kinderzahl je Frau von 1,46 (2013: 1,36). Das durchschnittliche Alter der Mutter im Land Bremen bei der Entbindung des ersten Kindes belief sich auf 30,7 Jahre. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung im kleinsten deutschen Bundesland lag 2014 wie im Vorjahr bei genau 44 Jahren. In den Jahren zuvor war das Durchschnittsalter gestiegen.

(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Bremen vom 19.10.2015).
Zahlen für 2012

Ohne Berücksichtigung des Ergebnisses des Mikrozensus ermittelte das Statistische Landesamt Bremen für das Jahr 2012 sogar einen leichten Zuwachs bei der Bevölkerung Bremerhavens. So soll die Einwohnerzahl von 112.982 im Jahr 2011 auf 113.137 gestiegen sein. Der Grund hierfür ist ein positiver Saldo bei der Bevölkerungsbewegung mit dem Ausland. Während 2012 1.383 Personen aus Bremerhaven in das Ausland zogen, kamen 2.215 Personen aus dem Ausland nach Deutschland. Hingegen ist der innerdeutsche Wanderungssaldo negativ (4.578 Fortzüge gegenüber 4.335 Zuzügen), durch den Austausch mit dem Ausland wird aber insgesamt ein positives Ergebnis erzielt (5.961 Fortzüge gegenüber 6.550 Zuzügen). Wie seit langem übersteigt die Zahl der Sterbefälle (1.405) die Zahl der Geburten (968) erheblich, der negative Saldo von 437 wird aber durch das positive Ergebnis bei der Zuwanderung aus dem Ausland mehr als ausgeglichen. (Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 17.07.2013). Ob jedoch bei weiteren Statistiken die niedrigeren Zahlen des Mikrozensus zugrunde gelegt werden, hängst vom Erfolg des Rechtsbehelfs gegen die Ergebnisse des Mikrozensus ab.


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Seite zuletzt bearbeitet am: 24.03.2016