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von Jan von
Bröckel: Portal Bremerhaven |
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Viele Kritiker des Container-Terminals 4 in Bremerhaven stellen die Notwendigkeit des Ausbaus des Bremerhavener Terminals in Abrede und verweisen auf den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven, der von den beiden Bundesländern Niedersachsen und Bremen dort gebaut wird. Doch nach Ansicht des Bremer Senats ist der westlich gelegene Tiefwasserhafen nur eine Ergänzung für den bestehen Umschlagplatz, um sich einen Anteil am Containerverkehr mit den allerneuesten Jumbo-Containerschiffen zu sichern. Zusätzlich soll die Attraktivität des Containerhafens Bremerhaven durch die Vertiefung der Weser gesichert werden.
Bremen und Niedersachsen haben für den Tiefwasserhafen eine Gesellschaft (JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft) gegründet, woran Bremen mit 49,9 % beteiligt ist. Durch das neue Projekt kommen auf Bremen weitere Kosten zu. Für das Projekt rechnet man mit Gesamtkosten von ca. 900 Millionen Euro. Die größte deutsche Hafenstadt Hamburg hat 2002 von einer Beteiligung Abstand genommen, nachdem sie noch im vorhergehenden Jahr Interesse an dem Vorhaben gezeigt hatte.
Die neuen Jumbo-Containerschiffe bringen es auf eine Länge von 400 Metern und weisen 10.000-14.000 TEU Ladefähigkeit und einen Tiefgang von über 15 m auf. Diese können die bisherigen Hafenanlagen in Bremerhaven nicht erreichen. Hierfür soll ein Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven, wo die Jade knapp 20 m tief ist, dienen. Der neue Terminal soll Ziel von Schiffen mit einem Tiefgang von bis zu 16 Metern, einer Breite bis zu 58 Metern und einer Länge von bis zu 430 Metern sein. Die Kaje würde eine Länge von 1.725 Metern haben und vier Liegeplätze für Großcontainerschiffe bieten. Geplante Umschlagskapazität: ca. 2,7 Millionen TEU, Terminalfläche: 120 ha.
Die Einweihung eines ersten Teils von einem Kilometer Kajenlänge soll am 5. August 2012 stattfinden, die Inbetriebnahme des restlichen Teils genau ein Jahr später (Quelle: Pressemitteilung der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft vom 28.05.2010). Den Planfeststellungsbeschluss hatten die beteiligten Länder für Mitte 2006 erwartet, er ist erst am 20. März 2007 der niedersächsischen Landesregierung übergeben worden. Gegen die Anordnung der sofortigen Vollziehung dieses Beschlusses gerichtete Anträge wies das Oberverwaltungsgericht Lüneburg am 06.03.2008 überwiegend zurück (7 MS 114/07 und 7 MS 115/07), eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren steht noch aus. Betreiber des neuen Hafens wird nach einer Entscheidung der Gesellschafter (Niedersachsen und Bremen) der JadeWeserPort Realisierungsgesellschaft vom 14. März 2006 die Firma Eurogate sein, ein Gemeinschaftsunternehmen von Eurokai (Hamburg) und der BLG Logistics Group (Bremen) mit 4.000 Mitarbeitern in Deutschland. Der Mitbewerber Rhenus Logistics Gruppe unterlag.Die JadeWeserPort Realisierungsgesellschaft hatte zunächst das erste Baulos mit einem Auftragsvolumen von etwa 480 Millionen Euro an eine Bietergesellschaft um das Unternehmen Hochtief erteilt. Dagegen rief ein unterlegener Bewerber (Bunte & Partner aus Papenburg) die Vergabekammer Lüneburg an, die die Entscheidung bestätigte. Auf die hiergegen erhobene Beschwerde hat das Oberlandesgericht Celle nach mündlicher Verhandlung (am 17. August 2007) am 5. September 2007 entschieden, dass die Vergabe an Hochtief rechtswidrig gewesen ist und dieses Unternehmen vom weiteren Verfahren ausgeschlossen ist.
Näheres zum Tiefwasserhafen an der Jade finden Sie unter http://www.jadeweserport.info.
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Seite zuletzt bearbeitet am: 31.10.2011