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von Jan von
Bröckel: Portal Bremerhaven
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Umbau stärkt Standort als Hafen für Automobilumschlag
Die
Vergrößerung der Kaiserschleuse - Seit dem 29. April 2011 stehen dem
Bremerhavener Überseehafen wieder zwei Schleusen zur Verfügung
Dreieinhalb
Jahre Bauzeit |
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Bild oben: Dieses Schild ist Geschichte, es
stand am Außenhaupt der alten Kaiserschleuse.
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Geschichte der Kaiserschleuse
1892 Baubeginn 23.08.1897
(Montag) Inbetriebnahme der Schleuse, der 1897 erbaute
Doppelschraubendampfer „Bremen“ fährt als erstes Schiff durch die
Schleuse 20.09.1897 (Montag) offizielle Eröffnung Mit der
Einweihung der Kaiserschleuse war es dem Norddeutschen Lloyd wieder
möglich, seine Passagierdampfer vom Kaiserhafen I in Bremerhaven
abfahren zu lassen. Dieser verfügte zwar über eine eigene, heute nicht
mehr existierende Schleuse, die aber für die großen Schiffe zu schmal
war. Deshalb wurden die Passagierdampfer 1890 bis 1897 in Nordenham am
anderen Weserufer abgefertigt. Gleichzeitig mit der Kaiserschleuse
wurde vor dieser hafenseitig ein Wendebecken eingerichtet. Mit dem Bau
des Kaiserhafens II begann man 1906, mit dem des Kaiserhafens III im
folgenden Jahr. |
Nach der Verlängerung des Container-Terminals und dem Bau der
Havenwelten in der Innenstadt ist die Vergrößerung der Kaiserschleuse
ein weiteres markantes Bauvorhaben in der Stadt an der Wesermündung.
Ziel des Umbaus der südlichen Schleuse zum Hafengebiet war die
Schaffung eines weiteren Hafenzugangs, der es auch den heute größten
Autotransportschiffen ermöglicht, zum Hafen zu gelangen und ihn wieder
zu verlassen. Zwar galt die 1897 eingeweihte Kaiserschleuse im
Zeitpunkt ihrer Eröffnung als größte Schleuse der Welt, doch im Laufe
der Jahrzehnte hatte die Nutzbarkeit der Schleuse stark nachgelassen,
weil Ro-Ro-Schiffe mit einer Länge von 200 Metern und 32 Metern Breite
nur die Nordschleuse zum Erreichen des Hafens nutzen konnten. Mit einer
Kammerlänge von 200 Metern und einer Durchfahrtsbreite von 28 Metern
war es nur kleineren Schiffen möglich, über diesen Weg den Hafen zu
erreichen. Nach dem dreieinhalb Jahre dauernden Umbau weist die
Schleuse jetzt eine Durchfahrtbreite von 55 Metern und eine Länge von
305 Metern auf.
Den größeren Standard-Autotransportschiffe
stehen nunmehr zwei Schleusen für die Passage zur Verfügung. Zwar
konnten diese Schiffe die nördlich der Columbuskaje gelegene
Nordschleuse nutzen, doch bestand ein erhebliches Risiko, dass einmal
auch die größere Schleuse ausfallen konnte und die großen
Autotransporter den Hafen nicht mehr verlassen bzw. anlaufen konnten.
Außerdem musste beim Auslaufen von größeren Autotransportern aus dem
Kaiserhafen II oder III durch die Nordschleuse die Verbindungsbrücke
zur Columbuskaje gedreht werden, was mit Beeinträchtigungen für den
Straßenverkehr verbunden war. Jetzt können auch größere Schiffe aus
diesen Hafenbecken bequem über die Kaiserschleuse auslaufen. Die Tiefe
der Schleuse beträgt nach der Vergrößerung 13 Meter, vorher waren es
10,6 Meter.
Die heutigen Standard-Autotransporter haben eine Länge von 200 bis
230 Metern,
üblicherweise beträgt die Breite 32,2 Meter, damit die Schiffe noch
durch den Panama-Kanal passen, der aber in den nächsten Jahren
ausgebaut wird. Die längsten jetzt eingesetzten Autotransportschiffe
wie die „Tønsberg“ der Reederei Wallenius Wilhelmsen bringen es auf
eine Länge von 265 Metern bei einer Breite von 32,2 Metern. Um
auch Maxi-Transportschiffen die Nutzung der Kaiserschleuse zu
ermöglichen, soll noch die Landfläche zwischen Kaiserhafen II und III
zurückgebaut werden, da der Platz für einen Wendebereich für
Schiffe mit diesen Ausmaßen nicht ausreicht. Für die Zukunft sind
sogenannte Deep Sea-Carriern mit
einer Länge bis zu 270 Metern und einer Breite von 40 Metern geplant,
die im
weltweiten Autotransport führende Reederei Wallenius skizziert sogar
Schiffe von 50 Metern Breite. In der alten Schleuse war eine
Passage von Schiffen mit einer Länge von mehr als 185 Metern Länge
und einer Breite von mehr als 25 Metern nicht mehr möglich.
Der
hinter den Schleusen gelegene Bremerhavener Überseehafen wird
überwiegend von Autotransportschiffen genutzt. Daneben befinden sich
zwei Umbau- und Reparaturwerften (Lloyd-Werft und MWB) im Hafengebiet.
Für den Bremerhavener Hafen sind die Schleusen notwendig, da sonst
wegen des Tidenhubs (Gezeiten) die Hafenbecken leerlaufen könnten.
Durch die Schleusen wird ein gleichmäßiger Wasserstand ermöglicht.
Während der Bauarbeiten war die Kaiserschleuse sowohl für den Schiffs-
als auch für den Straßenverkehr gesperrt. Die Baukosten
belaufen sich auf etwa 233 Millionen Euro. Das Kapital wurde aus dem
Sondervermögen „Hafen“ erbracht, Tilgung und Zinszahlungen sollen sich
auf einen Zeitraum von 25 Jahren erstrecken.
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Bildergalerie
Klicken Sie auf ein Bild, um es in größerer Auflösung (800 x 600 Pixel)
betrachten zu können.
Die Kaiserschleuse vor
dem Bau

Oben links: Blick über das
Schleusenbecken auf das geöffnete Außenhaupt. Rechts: Blick vom
Außenhaupt in die Schleuse. |

Der ehemalige Leitstand der
alten Kaiserschleuse. |

Die zwei Tore des alten
Außenhaupts konnten von Fußgängern benutzt werden. |

Blick von der Weser auf die alte
Schleuse. |
Nach der offiziellen Einweihung am 29./30. April 2011 war die
Kaiserschleuse noch einige Zeit für Testläufe bei verschiedenen
Wasserständen und Ausbaggerungsarbeiten gesperrt. Seit dem 8. Juni 2011
steht die Schleuse dem regulären Schiffsverkehr zur Verfügung. Das
erste Schiff, das im normalen Hafenbetrieb durch die neue Anlage in den
Hafen fuhr, war am 8. Juni 2011 der Autotransporter „Asian
Breeze“, das erste Schiff in umgekehrter Richtung war am Morgen
des 9. Juni 2011 der Autotransporter „Auto Bank“. Für den Fußgänger-
und Fahrzeugverkehr sind die Häupter der Schleuse seit dem 20. Mai 2011
passierbar.
Die Kaiserschleuse im Bau
Viele Gebäude in der Umgebung der Schleuse
mussten dem Neubau weichen.
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Die neue
vergrößerte Kaiserschleuse

Links:
Die neue Zufahrt zur Schleuse. Nach der Zollstation gabelt sich die
Straße in einen Weg für das Außen- und einen für das Binnenhaupt.
Rechts: Das geschlossene Außenhaupt. |

Ein
neuer Anblick: Wenn ein großer Autotransporter in der Kaiserschleuse
liegt, ist er bereits von weitem erkennbar. Aufnahme gemacht bei der
Klappbrücke zwischen Neuem Hafen und Kaiserhafen I. Zu erkennen ist
auch das alte Kraftwerk, wo in den ersten Jahrzehnten der Schleuse
Elektrizität und Druckwasser erzeugt wurden. Die beweglichen Teile der
Schleuse wurden mit dem Druckwasser betrieben.
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Die
knapp 228 Meter lange und 32 Meter breite „Fidelio“ war das erste
Schiff, das die umgebaute Kaiserschleuse benutzte. 8.000
Automobile können mit diesem Schiff transportiert werden. |
 Links:
Die neue Kommandozentrale der
Kaiserschleuse. Rechts: Am 30. April 2011 fand eine Parade von
Sportbooten zur Eröffnung der neuen Schleuse statt. Mit einer Parade
von 327 Sportbooten und historischen Schiffen auf der Weser zur
Kaiserschleuse wurde ein neuer Weltrekord aufgestellt, der inzwischen
offiziell festgestellt bestätigt ist und der Stadt zu einen Eintrag ins
Guinness-Buch der Rekorde verhilft. |
Den
politischen Beschluss zur Vergrößerung der Kaiserschleuse auf 55 Meter
Breite fasste der Bremer Senat am 05. Juli 2005, der erste Rammschlag
erfolgte am 9. November 2007. Am 22. Oktober 2010 wurde das erste
Schleusentor zum Binnenhaupt geschleppt und dort eingeschwommen. Danach
verbrachten es Schlepper in den Kaiserhafen III, wo es als Reserve
lagert, um notfalls bei einer Störung der beiden anderen Schleusentore
als Ersatz einspringen zu können. Gebaut wurden die jeweils 2.200
Tonnen
wiegenden und je 10 Millionen Euro kostenden Tore auf der Crist-Werft
in Danzig. Bei den Toren handelt es sich um Hubschiebetore. Wird der
fast 16 Meter hohe Oberteil des Tores um 60 Zentimeter gehoben, kann
das Wasser auf der ganzen Länge des Tores ein- bzw. herausfliessen.
In Bremerhaven wurden 2004 ca. 1,4 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen,
2007 waren es 1,9 Millionen und 2010 ca. 1,6 Millionen.
Bei
den Bauarbeiten verarbeitete man etwa 39.500 Tonnen Spundwandstahl und
Stahlpfähle und 45.000 m³ Beton. Der Bodenaushub betrug ca. 450.000 m³.
Die Schleusen in Bremerhaven im Überblick:
| Länge | Durchfahrtbreite |
| Nordschleuse | 372 m | 45 m |
| Kaiserschleuse | 305 m | 55 m |
| Schleuse zum Neuen Hafen | 50 m (erweiterbar bis 62,5 m) | 14 m |
Doppelschleuse (Fischereihafen) | 181 m (Große Kammer) 106 m (Kleine Kammer) | 35 m (Große Kammer) 12 m (Kleine Kammer) |
Der Text entstand unter Zuhilfenahme
von
Pressemitteilungen des Bremer Senats vom 05.07.2005, 09.11.2007,
26.09.2010, 23.10.2010, 29.04.2011 und 10.06.2011.
Seite zuletzt bearbeitet
am: 15.06.2011