| 15.11.1862 | Geburt
in Obersalzbrunn (später Bad Salzbrunn, polnisch Szczawno Zdrój) in Niederschlesien, Eltern: Robert Hauptmann (1824-98) und Frau Marie, geborene Straehler (1827-1906), betrieben dort ein Gasthaus, ab 1877 Bahnhofswirtschaft in Sorgau (polnisch Szczawienko, heute Stadtteil von Szczawno Zdrój) Geschwister: Georg Hauptmann (1853-99), Johanna Hauptmann (1856-1943) und Schriftsteller Carl Hauptmann (1858-1921) | ![]() Bild oben und unten: Gerhart Hauptmann ![]() ![]() Bild oben: Gerhart Hauptmann um 1905, Foto von Jacob Hilsdorf (1872-1916) |
| 1868 | Einschulung | |
| 1874 | Wechsel auf Realschule in Breslau; muss mehrmals wegen schlechter Gesundheit Klassen wiederholen | |
| 1878 | Landwirtschafts-Eleve auf Gutshofs des Onkels in Lohnig, ab Herbst 1878 in Lederose im Kreis Striegau (polnisch Strzegom), Lungenentzündung, Abbruch der Ausbildung | |
| 1880-1882 | Besuch der Kunst- und Gewerbeschule in Breslau im Fach Bildhauerei | |
| 1882 | Beginn Studium der Philosophie und Literaturgeschichte an Universität Jena | |
| 1883-84 | Mittelmeerreise mit Bruder Carl, Aufenthalt in Rom, Versuch, sich als Bildhauer zu etablieren; Erkrankung an Typhus | |
| 1884 | Beginn Zeichenstudium an der Königlichen Akademie in Dresden | |
| 1884 | Beginn Geschichsstudium in Berlin, Schauspielunterricht | |
| 05.05.1885 | Heirat mit Marie Thienemann (1860-1914, verlobt seit 1881), der Schwester der Ehefrau seines Bruders Georg; im Juli 1885 Hochzeitsreise nach Rügen und Hiddensee; drei Söhne: Ivo (1886-1973), Eckhart (1887-1980) und Klaus (1889-1967) | |
| 1885-89 | Wohnsitz in Erkner bei Berlin in der Villa Lassen; zuvor kurzzeitiger Wohnsitz in Berlin-Moabit | |
| 1887 | Ladung als Zeuge im Breslauer Sozialistenprozess, Aufenthalt bei Bruder Carl in Zürich | |
| 1888 | "Bahnwärter Thiel" (Novelle) | Anzeigen |
| 1889 | "Vor Sonnenaufgang" | |
| 1890 | "Das Friedensfest" | |
| 1891 | Wohnsitz in Mittelschreiberhau (polnisch Szklarska Poręba) im Riesengebirge; Arbeit an "Die Weber" | |
![]() | Bild links: Der Wohnsitz von Gerhart und Carl Hauptmann in Mittelschreiberhau | |
| 1893 | Liebesbeziehung zu Margarete
Marschalk (1875-1957, früher Schauspielerin,
Schwester des
Komponisten Max Marschalk, Bekanntschaft besteht seit 1889) am 26.02.1893 erste Aufführung der "Weber", am 25.09.1894 erste öffentliche Aufführung der "Weber" "Der Biberpelz" | |
| 1894 | Ehefrau Marie fährt mit Söhnen nach USA, Hauptmann zunächst nach Frankreich und dann zu seiner Frau, anschließend Trennung | |
| 1896 | erstmals Grillparzer-Preis der
Stadt Wien Uraufführung von "Florian Geyer" (kein Erfolg) und "Die versunkene Glocke" (Märchendrama) | |
| 1897 | Zweite Italienreise | |
| 1898 | Uraufführung von "Fuhrmann Henschel", hierfür 1899 zweiten Grillparzer-Preis | |
| 1900 | Geburt des Sohnes Benvenuto (†1965) in der Beziehung mit Margarete | |
| ab 1901 | Wohnsitz mit Margarete Marschalk in Agnetendorf im Haus Wiesenstein (polnisch Jagniątków, heute Stadtteil von Hirschberg [polnisch Jelenia Góra] im Riesengebirge) | |
![]() | Bild links: Das Haus Wiesenstein in Agnetendorf, das Hauptmann ab 1900 von dem Architekten Hans Grisebach (1848-1904) errichten ließ und 1901 bezog. Im Innern ist es im Jugendstil ausgestattet, 1922 wurden Wandgemälde von Johannes Maximilian Avenarius eingefügt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude von polnischer Seite als Kinderheim genutzt . Seit 2001 ist hier das Museum Gerhart-Hauptmann-Haus. | |
| 1901 | "Der rote Hahn" | |
| 1902 | "Der arme Heinrich" | |
| 1903 | "Rose Bernd" | |
| 1904 | Scheidung von Marie; Italienaufenthalt; im September 1904 Heirat mit Margarete | |
| 1905 | "Und Pippa tanzt!" Zum dritten Mal Grillparzer-Preis; Ehrendoktorwürde der Universität Oxford; Volks-Schillerpreis | |
| 1905/06 | Liaison mit Schauspielerin Ida Orloff | |
| 1907 | Griechenlandreise, unter Eindruck hiervon 1908 "Griechischer Frühling" | |
| 1910 | erster Roman "Der Narr in Christo
Emanuel Quint", 1912 Roman "Atlantis" (1913 verfilmt) Sohn Erasmus stirbt kurz nach der Geburt | |
| 1911 | Uraufführung von "Die Ratten" | |
| 1912 | Nobelpreis für Literatur | |
| 1915 | Roter Adler-Orden 4. Klasse | |
| 1921 | Ehrendoktorwürde der Universität Prag; Adlerschild des Deutschen Reiches | |
| 1924 | Orden Pour le Mérite (Friedensklasse); Aufenthalt mit Thomas Mann auf Hiddensee | |
![]() | Bild links: Das Haus Seedorn auf der Insel Hiddensee erwarb Herhart Hauptmann 1930. Bis 1943 verbrachte der Schriftsteller dort die Sommerzeit. Das Gebäude ist heute eine Gedenkstätte. Zum ersten Mal besuchte Hauptmann 1885 die Ostseeinsel. | |
| 1932 | Vortragsreise in die USA,
Ehrendoktorwürde der Columbia University; Goethepreis der
Stadt Frankfurt "Vor Sonnenuntergang" | |
| 1941-1944 | Atriden-Tetralogie ("Iphigenie in Delphi" [1941], "Iphigenie in Aulis" [1943], "Agememnons Tod" und "Elektra" [erst nach Hauptmanns Tod aus Nachlass veröffentlicht]) | ![]() Bild oben: Das Grab von Gerhart Hauptmann in Kloster auf Hiddensee. Die Urne seiner zweiten Frau wurde hier 1983 beigesetzt. |
| 1942 | Festaufführungen und Ehrungen in Deutschland zum 80. Geburtstag von Hauptmann, der während der Nazi-Diktatur in Deutschland blieb | |
| 1945 | während der Bombenangriffe in Dresden im Sanatorium, berühmtes Zitat Hauptmanns hierzu: "Wer das Weinen verlernt hat, lernt es wieder beim Untergang Dresdens. Ich stehe am Ausgangstor meines Lebens und beneide meine toten Geisteskameraden, denen dieses Erlebnis erspart geblieben ist." | |
| 07.04.1946 | sowjetische Behörden teilen Hauptmann mit, dass polnische Behörden auf seiner Aussiedlung aus dem jetzt polnisch verwalteten Schlesien bestehen, Vorbereitungen zum Umzug nach Berlin | ![]() Bild oben: Gerhart Hauptmann auf einer Briefmarke |
| 06.06.1946 | Tod in Agnetendorf; Aufbewahrung des Leichnams in Zinksarg und im Arbeitszimmer des Hauses abgestellt | |
| 21.07.1946 | Abtransport des Leichnams aus Agnetendorf | |
| 27.07.1946 | Trauerfeier in Stralsund, Trauerreden von Wilhelm Pieck (1949-60 Präsident der DDR) und Johannes R. Becher (1954-58 Kulturminister der DDR) und einem sowjetischen Kulturoffizier | |
| 28.07.1946 | Beisetzung in Kloster auf der Insel Hiddensee, wo Hauptmann früher viele Sommerferien verbrachte | |
Das Bild mit dem Haus Wiesenstein in Agnetendorf beruht auf dem Bild "Jagniątków-Dom Hauptmanna.JPG" (Autor: Bonio), das Bild mit dem Hauptmann-Haus in Mittelschreiberhau auf dem Bild "Dom i muzeum Hauptamanów.jpg" (Autor: Antosh) und das Bild mit dem Haus Seedorn auf dem Bild "Haus Seedorn auf Hiddensee.jpg" (Autor: Abubiju) des Dateiarchivs Wikimedia und diese Wikimedia-Bilder stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Bild mit dem Grab von Hauptmann und Porträits von Hauptmann: Public Domain/gemeinfrei.