![]() | Milieustudie
aus dem Berlin der Kaiserzeit Gerhart Hauptmann: Die Ratten Als Berliner Tragikomödie bezeichnete Gerhart Hauptmann sein 1909 bis 1910 entstandenes und am 13. Januar 1911 im Lessingtheater Berlin uraufgeführtes Stück "Die Ratten". |
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2. Akt:
Der Verschiebung von Paulines Kind ist gelungen. Frau Johns Ehemann ist
erfreut über den Familiennachwuchs, aber er muss noch einmal
zum
Standesamt zurück, weil er bei der Anmeldung des Kindes nicht
in
der Lage war, das genaue Geburtsdatum anzugeben. Auch bei der
Nachbarfamilie Knobbe hat es Nachwuchs gegeben, doch als die Selma
Knobbe, die Tochter der Nachbarin, mit dem kränklichen Kind
ihrer
Mutter in Johns Wohnung kommt, ist ihm dies zuviel und er weist sie
hinaus. Als Geschenk für die Johns bringt Hassenreuter einen
Soxhlet-Milchkochapparat. Frau John will das Kind nach ihrem
zwölf
Jahre jüngeren Bruder Bruno Mechelke (etwa 19 Jahre alt) auch
Bruno nennen, doch Vater
John ist dagegen, weil er Bruno einmal eine Arbeit besorgt hatte, die
dieser nicht durchhielt. Seine Schwester umschreibt ihn damit, dass er manchmal auf
leichte Wege gehe. Hassenreuters Schüler,
darunter auch Spitta, kommen zum Schauspielunterricht. Dieser hatte auf
der Straße Frau Knobbe geholfen, die auf der Straße
verunglückt war. Frau Knobbe genießt keinen guten
Ruf, man
sagt, dass sie viele Männerbekanntschaften habe, sich nicht um
ihre Kinder kümmere, die Mädchen mit zwölf
Jahren auf
die Straße schicke und Rauschgift nehme.![]() Bild oben: Das salomonische Urteil von Gustave Doré (1833-1853). Zwei Frauen streiten sich um ein Kind, nachdem die eine Frau ihr Kind während des Schlafs ungewollt erdrückt hat und nun das der anderen für sich beansprucht. Salomon ordnet an, das Kind zu zerteilen und jeder Frau einen Teil zu geben. Daraufhin gibt die leibliche Mutter nach und verzichtet auf das Kind, um so dessen Leben zu retten. Salomon versteht dies als Ausdruck echter Mütterlichkeit und spricht der richtigen Mutter das Kind zu. |

Film:
Von den "Ratten" gibt es gleich fünf Verfilmungen. Die erste
war
ein Stummfilm von Hanns Kobe aus dem Jahr 1921, die zweite stammt aus
dem Jahr 1955 (Regie: Robert Siodmak), eine weitere von 1959 (Regie:
John Olden, mit Edith Hancke und Elisabeth Flickenschildt), dann eine
Verfilmung von 1969 unter der Regie von Peter Beauvais (mit Inge Meysel
und Uwe Friedrichsen) sowie die letzte von 1977 unter der Regie von
Rudolf Noelte (mit Cordula Trantow, Günter Lamprecht,
Gottfried
John, Will Quadflieg). Daneben existieren mehrere
Hörspielfassungen.