Doris Lessing: Afrikanische Tragödie -
Inhalt


Der Roman besteht aus elf Kapiteln. Im ersten erfährt der Leser von der Ermordung Mary Turners in der Gegend von Ngesi, Rhodesien, und von der Festnahme des schwarzen Hausboys Moses. In den weiteren Kapiteln folgt eine Rückblende von Marys Begegnung mit Dick Turner und der Ehe mit ihm. Im letzten Kapitel schildert die Autorin Marys letzten Tag.

Marys Kindheit scheint ziemlich freudlos gewesen zu sein. Der Vater war Alkoholiker und gewalttätig, zwei Geschwister waren früh gestorben, Mary kam in ein Pensionat. Mit 16 Jahren beginnt sie eine langjährige Tätigkeit als Büroangestellte. Sie wird älter ohne zu heiraten und gibt damit Anlass zu allerlei Tratsch. In einem Kino lernt sie den Farmer Dick Turner kennen, den sie heiratet. Sie zieht zu ihm auf die verschuldete Farm. Dort langweilt sich Mary zunehmend. Auf die in raschem Wechsel eingestellten schwarzen Hausangestellten reagiert Mary zum Teil hysterisch. Als Weiße glaubt sie sich den schwarzen  Schwarzen überlegen, die sie für ungebildet hält und die sie verdächtigt, faul zu sein und sie zu bestehlen.
Bild oben: Blühender Tabak, früher ein wichtiges Ausfuhrgut von Rhodesien beziehungsweise Zimbabwe

Nach drei Jahren unternehmen die Turners glücklose
Versuche mit der Zucht von Bienen, Schweinen, Truthähnen und Kaninchen, schließlich schafft man Hühner an. Mary hält es auf der Farm nicht mehr aus und flüchtet in die Stadt, nachdem sie ein Stellenangebot ihrer ehemaligen Firma gelesen hat. Doch als sie erscheint, ist die Stelle bereits besetzt, außerdem stößt man sich an Marys ärmlichem Auftreten. Dick folgt seiner Frau und kann sie zur Rückkehr auf die Farm überzeugen.

Dick bekommt Malaria. Als er krankheitsbedingt mit der Arbeit pausieren muss, legen auch die schwarzen Farmarbeiter die Arbeit nieder. Mary fordert die Einheimischen mit vorgehaltener Peitsche zur Arbeit auf. Einen Farmarbeiter peitscht sie ins Gesicht, als er sich Wasser holen will. Dick erholt sich, man beschließt den Anbau von Tabak, wovon der größte Teil in einer Dürre eingeht. Als wieder ein Hausboy gesucht wird, stellt Dick Moses ein. Es ist der Schwarze, den Mary mit der Peitsche misshandelt hatte.

Anzeigen

Für Mary wird die Situation auf der Farm unerträglich, sie ist zunehmend apathisch und vergisst etwa die Versorgung der Hühner, die daraufhin eingehen. Dick hat wieder Malaria. In der großen weiten Welt tobt der Zweite Weltkrieg. Mary erlebt im Traum, wie ihr Vater sich über ihre Mutter hermacht. Trotz des vorgerückten Alters von Mary lehnt Dick wegen des kärglichen Ertrags der Farm
Familiennachwuchs ab.


Bild oben: Siedlung der Schona in Zimbabwe

Sechs Jahre nach Marys Flucht und vier Jahre nach Moses Einstellung will ihr Nachbar Charlie Slatter die Farm übernehmen. Dick soll als Angestellter bleiben, aber zunächst soll er mit seiner dringend erholungsbedürftigen Frau Urlaub machen. Als vorübergehender Verwalter kann der Engländer Tony Marston eingesetzt werden. Eines nachmittags holt sich Tony, der in einem kargen Nebengebäude untergebracht ist, Wasser und sieht dabei, dass Mary es dem Schwarzen Moses erlaubt, ihr beim Ausziehen behilflich zu sein. Tony schiebt den Schwarzen weg, der nicht wieder kommt.

Am Tag der Abreise sieht Mary den Verfall der Farm in Traumbildern, gleichzeitig hat sie Todesahnungen. Sie geht in den ehemaligen Farmladen, wo sie Moses trifft. Sie geht wieder ins Haus, trifft Tony, der eine ärztliche Behandlung empfiehlt. Mary steht wieder auf, sieht Moses, will etwas sagen, schreit, aber Moses lässt die Waffe auf sie herab und tötet sie.



Der Hintergrundklang, den Benutzer des Internet Explorers beim Aufruf dieser Seite hören können, sind Laute einer Singzikade und beruhen auf der Audiodatei "Cicada_orni_(Singing).ogg" (Autor: Travus) des Dateiarchivs Wikimedia (Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5-Lizenz). Das Bild mit den Gehöften der Schona ist in der Public Domain, das Bild mit dem Tabak basiert auf dem Bild "Tabak 9290019.jpg" (Autor: Joachim Müllerchen, Cretive Commons Attribution ShareAlike 2.5 Lizenz) von Wikimedia.