Irland unter kolonialer Herrschaft
Liam O'Flaherty: Zornige grüne Insel
Autor zeigt Auswirkungen der Hungersnot auf eine Familie


Die Hungersnöte des 19. Jahrhunderts in Irland spielen für das Nationalbewußtsein der Iren eine wichtige Rolle. Liam O'Flaherty beschreibt in dieser Familiensaga die verheerenden Folgen der Kartoffelpest, welche die Bewohner der grünen Insel ihres Grundnahrungsmittels beraubte und zu einer Reduzierung der Bevölkerung um die Hälfte führte. Nicht nur durch Tod und Krankheit waren viele Opfer zu beklagen, sondern auch die massenweise Auswanderung bewirkte einen großen Bevölkerungsverlust. Das viktorianische Großbritannien schaute der Misere gleichgültig zu und lehnte eine effektive Unterstützung der Notleidenden ab, da staatliche Subventionen als eine Sünde gegen die heiligen Prinzipien der Marktwirtschaft mit dem freien Spiel der Wirtschaftssubjekte angesehen wurden.

Der Roman schildert die Auswirkungen der Katastrophe auf die drei Generationen der Familie Kilmartin, die in einem fiktiven "Schwarzen Tal" im Westen Irlands siedeln. Der Autor, der selbst aus diesem Landesteil stammt, genauer gesagt von den Aran Islands vor der Westküste (die Stadt Galway erkennt man in der Stadt "Clogher" wieder), veröffentlichte dieses Buch 1937 unter dem Titel "Famine", als Irland endlich seine Freiheit wiedergefunden hatte. In deutscher Sprache erschien das Werk unter verschiedenen Titeln, so als "Das braune Segel" (1942), "Das schwarze Tal" (1952) und "Hungersnot" (1965).

Im Buchhandel ist "Zornige Grüne Insel" als Taschenbuch erhältlich: Liam O'Flaherty, Zornige grüne Insel, aus dem Englischen von Herbert Roch, detebe Diogenes Taschenbücher Nr. 21330, 433 Seiten, 1987, Diogenes, ISBN 3-257-21330-1, 9,90 EUR.



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