Liam O'Flaherty: Zornige grüne Insel -
Personen und Handlung


Der irische Autor O'Flaherty schildert in diesem Buch die Geschehnisse um die Hungersnot 1845. Protagonisten der Handlung sind die Familie Kilmartin, die in einem kleinen Haus auf dem Lande praktisch von der Subsistenzwirtschaft lebt. Aus geringen Überschüssen muss der Pachtzins für die englischen Landbesitzer finanziert werden. Eine Pilzerkrankung der Kartoffeln, die Kartoffelfäule oder -pest, führt zum Verlust des Grundnahrungsmittels. Kartoffeln bildeten die Grundlage der Ernährung, da sie auch das am weitesten verwendete Viehfutter darstellten, und spielten im Irland des 19. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle, da den Bauern nur kleine nutzbare Flächen zur Verfügung standen und durch den Kartoffelanbau aus dem Boden ein höherer Nutzwert gezogen werden konnte als durch den Anbau anderer Feldfrüchte. Verschlimmert wird das Ganze durch den Pachtzins an die englischen Landbesitzer, der den Kleinbauern nicht erlassen wird.

Brian Kilmartin, zu Beginn der Handlung 71 Jahre alt, ist verheiratet mit Maggie. Fünf ihrer Kinder sind schon gestorben, vier leben noch: Michael, der jüngste Sohn, 24 Jahre, der aber schon kurze Zeit später stirbt, Martin (25 Jahre), Kitty (verheiratet mit Patch Hernon) und Nappe (verheiratet mit Brian Toomey). Martins Frau Mary Gleeson spielt eine zentrale Rolle. Nachdem ihr Mann wegen einer Auseinandersetzung mit dem Landverwalter Chadwick untertauchen muss, beauftragt Mary, die inzwischen ein Kind von Martin hat, ihren Bruder Thomsy mit der Suche nach ihrem Mann, die schließlich Erfolg hat und zur heimlichen Auswanderung nach Amerika führt. Vorher beißen jedoch Hunde den bereits vom Hunger geschwächten Thomsy tot. Chadwick stirbt bei einem Überfall, an dem neben Martin Kilmartin auch Marys Bruder Patrick beteiligt ist, der aber während der Auseinandersetzung von Chadwick getötet wird. Die Polizei sucht wegen dieses Geschehens neben zwei anderen Leuten auch Martin. Kurz vor Marys Abfahrt erliegt auch ihre Mutter dem Hunger. Marys Schwester Ellie wurde von Chadwick in seinem Haus aufgenommen, wo es zu Annäherungsversuchen Chadwicks kommt. Schließlich munkelt man, es bestehe ein Verhältnis zwischen beiden, so dass der katholische Priester von der Kanzel herab Ellie zum Verlassen des Ortes auffordert, was diese dann auch tut. Kitty Hernons Mann Patch bringt man, nachdem er angekündigt hatte, Chadwicks Gehilfen Hegarty umbringen zu wollen, in die Irrenanstalt. Vor Martin und Mary sind bereits Nappe und Brian mit zwei Kindern von Kitty nach Amerika ausgewandert, Kitty selbst geht schließlich nach England. Marys Vater wird wegen Aufruhr nach Australien deportiert.



Die Unterpächter auf dem Grundstück der Kilmartins, Sally und Patsy O'Hanlon, finden kein besseres Schicksal. Der geschwächte Patsy fällt in eine Grube und stirbt, Sally gibt ihren Kindern Hundefleisch zu essen, kurze Zeit später sterben sie.

Die Familie Kilmartin ist in die verschiedenen Himmelsrichtungen verstreut worden, der ländliche Betrieb kann nicht fortgesetzt werden, zum Schluss gräbt der alte Kilmartin für seine Frau eine Grube.

Den ideologische Glaubenskampf über die Intervention zugunsten der Notleidenden projiziert der Autor in das Verhältnis des Dorfarztes Dr. Hynes zu seinem Vater, der Kaufmann ist und hofft, durch die von der Regierung angekündigten Maismehltransporte aus Amerika zur Unterstützung der Iren ein großes Geschäft machen zu können. Dr. Hynes erkennt die Not der Bevölkerung, hilft Martin beim Verschwinden, operiert die Kugel aus seinem Arm heraus (er wurde bei der Auseinandersetzung mit Chadwick angeschossen) und kritisiert coram publico seinen Vater, weil der kein Maismehl auf Kredit herausgibt.

Es gibt nur wenige Hilfsmaßnahmen der britischen Obrigkeit für die Hungernden. So wird ein Komitee gegründet, das Wohlfahrtsarbeiten organisiert (Arbeiter sollen ein Berg abtragen), jedoch werden nur die ganz Armen zu diesen Arbeiten zugelassen, schließlich gibt man das Vorhaben auf, weil "es nur die Bauern von der Bestellung ihrer Felder abhalte". Die Armenhäuser (Unterkünfte mit staatlichen Arbeitsmaßnahmen) sind überfüllt. Eine Hilfe der Quäker reicht bei weitem nicht für alle Notleidenden aus.



Farbbild: ©Michael Jurman/Pixelio (http://www.pixelio.de)

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