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von Jan von
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Werk einer psychisch labilen
Autorin Virginia Woolf: Mrs. Dalloway Ein Junitag im Jahr 1923 in London | Inhalt Stil, Interpretation, Hintergründe | Personen, Charaktere, Symbole Biografie von Virginia Woolf |
| Inhalt: Die sozial zur Oberschicht zählende Clarissa Dalloway gibt am Abend eines warmen Tages in der Mitte des Junis 1923, einem Mittwoch, in ihrem Haus eine Party. Am gleichen Tag hält sich auch Peter Walsh in London auf, der in seiner Jugend in den 1890er Jahren leidenschaftlich in Clarissa verliebt war und erfolglos um ihre Hand angehalten hatte. Nach einem fünfjährigen Aufenthalt als Kolonialbeamter in Indien ist er nach London gekommen, um Details einer Scheidung zu klären, er sagt, in die Frau eines Majors verliebt zu sein. Clarissa beschäftigt sich mit der Vorbereitung der abendlichen Festivität. Häufig erinnert sie sich an ihre schöne Jugend in Bourton. Unterwegs trifft Clarissa ihren alten Freund Hugh Whitbread mit seiner Frau Evelyn, die sich zu Arztbesuchen in London aufhalten. In der Bond Street besucht Clarissa am Vormittag ein Blumengeschäft. Aufmerksamkeit erregt dabei ein vorbeifahrendes Automobil mit einer Fehlzündung, die Fenster des Wagens sind verhängt, man vermutet eine hochgestellte Person als Fahrgast. Septimus Warren Smith ist mit seiner aus Italien stammenden Frau Lucrezia in London unterwegs. Der unter einer durch den Schrecken des Weltkrieges ausgelösten posttraumatischen Belastungsstörung mit psychotischen Elementen leidende Septimus sagt, dass er sich umbringen werde. Am Himmel kreist ein Flugzeug mit Werbung für Toffee. Nach ihrer Rückkehr nach Haus erinnert sich Clarissa an eine Begebenheit vor vielen Jahren, als sie mit Sally Seton (in einigen Auflagen auch: Selton) zusammen war. Sally pflückte Blumen und küsste anschließend Clarissa auf die Lippen. Clarissa bezeichnet dieses Erlebnis als den feinsten Moment ihres Lebens. Um 11 Uhr erscheint überraschenderweise Peter Walsh bei Clarissa, beide setzen sich nebeneinander aufs Sofa und erinnern sich an ihre gemeinsame Zeit, worauf Peter sehr gerührt wirkt und weint. Peter fragt nach Clarissas Ehe. Eine halbe Stunde nach Peters Ankunft, man hört das Geräusch von Big Ben, erscheint Clarissas Tochter Elizabeth und Peter Walsh verlässt abrupt Clarissa und geht Richtung Whitehall. Im Regent's Park passiert Peter Septimus Warren Smith und seine Frau und biegt in den Broad Walk ein. Peter sieht unterwegs eine Frau und geht ihr für einige Zeit nach. Septimus hört Stimmen hinter den Wänden des Schlafzimmers, ebenso glaubt er die Stimme des gefallenen Offiziers Evans zu hören. Als dieser im Krieg umkam, nahm Septimus dies regungslos hin. Lucrezia ist mit ihrem Ehemann gegen 12 Uhr auf dem Weg zu dem Psychiater Sir William Bradshaw. Septimus macht sich Vorwürfe, ein Verbrechen begangen zu haben. Bradshaw diagnostiziert einen völligen Zusammenbruch und befürwortet eine stationäre Unterbringung. Septimus ist Kontorist. Er ging früh von zu Hause weg aus Stroud nach London, arbeitete im Auktionshaus, war dann Freiwilliger im Ersten Weltkrieg, wurde dadurch härter. Bei Kriegsende war Septimus in Mailand. Lucrezia war die junge Tochter des Hausherrn, wo er einquartiert war. Septimus hat Angst, nichts mehr fühlen zu können. Er kehrte mit Lucrezia nach England zurück, bekam einen guten Posten und hat starkes Interesse an Literatur. Rezia putzte Hüte, sie sind seit 5 Jahren verheiratet, die Ehe bleibt kinderlos. Septimus konsultierte wegen seiner Beschwerden zunächst seinen Hausarzt Dr. Holmes (in einigen Auflagen auch Dr. Hymes genannt). Zum Mittagessen ist Clarissas Gatte Richard Dalloway zusammen mit Hugh Whitbread bei Lady Bruton eingeladen, Gesprächsthema bei dieser Zusammenkunft ist Peter Walshs Anwesenheit in London. Whitbread ist mit seiner Frau Evelyn am Morgen schon im St. James-Park gewesen. Richard Dalloway ist Parlamentsabgeordneter und gehört der Konservativen Partei an. Er wird von Vorwürfen geplagt, seine Frau vernachlässigt zu haben, und beschließt nach dem Lunch, mit einem Blumenstrauß zu ihr zu eilen, um ihr zu sagen, dass er sie liebe. Um 15 Uhr ist er zu Hause bei seiner Frau, setzt sich kurz zu ihr, kann aber die beabsichtigte Liebeserklärung nicht aussprechen. Er berichtet vom Lunch, dass man sich über Peter Walsh unterhalten habe und dass Hugh Whitbread auch dagewesen sei. Schließlich hätten die Lunchgäste für Mrs. Bruton einen Brief an die Times aufgesetzt. Clarissa ist enttäuscht, dass sie nicht auch zum Lunch eingeladen worden ist und berichtet von der zufälligen Begegnung mit Whitbread. Richard widmet sich wieder seinen politischen Geschäften. Am Nachmittag ist Clarissa noch mit Elizabeth und ihrer Lehrerin Doris Kilman zusammen, diese geht dann mit Clarissas Tochter einkaufen. Die Warrens sind inzwischen zu Hause angekommen. Septimus sagt, dass etwas geschehen muss. Als Dr. Holmes kommt, um seinen Patienten in die Klinik zu bringen, springt Septimus durchs geöffnete Fenster in den Tod. Peter Walsh befindet sich auf dem Weg zu seinem Hotel in Bloomsbury, als er plötzlich in der Nähe des Britischen Museums eine dem Septimus vergeblich zur Hilfe eilende Ambulanz hört und sieht. Im Hotel erreicht ihn ein von Clarissa nach seinem Besuch geschriebener Brief. Am Abend gibt Clarissa dann die große Abendgesellschaft mit vielen wohlhabenden Gästen aus der Oberschicht. Dabei trifft sie die seit Jahren nicht mehr gesehene Sally wieder, die inzwischen 55 Jahre alt ist, fünf Söhne hat und nun Lady Rosseter heißt. Sogar der Premierminister ist zur Party erschienen. Lady Bradshaw berichtet Clarissa, dass gerade, als sie zur Party gehen wollten, ihr Mann am Telefon verlangt wurde und man ihm mitteilte, ein junger Mann habe Selbstmord begangen. Ihr Mann erzählt das gleiche Mr. Dalloway. Clarissa denkt an den Selbstmörder, wie er sich in die Geländerspitzen gebohrt hat, und sagt, mitten in ihrer Gesellschaft sei der Tod. Die Gastgeberin der Party erinnert sich an ein Zitat aus Shakespeares Schauspiel Othello: "If it were now to die, 'twere now to be most happy" (2. Akt 6. Szene in der deutschen Übersetzung: "Wenn ich sterben müßte, so wär's in dem Augenblick, da meine Glückseligkeit ihren höchsten Punkt erreicht hat.") | ![]() ![]() Bild oben rechts: Porträt von Virginia Woolf (um 1917, Leeds City Art Gallery), gemalt von Roger Fry (1866-1934) ![]() ![]() Bild oben: Ein Rolls-Royce Silver Ghost von 1920 ![]() Bild oben: Eine de Havilland DH.50. Der Flugzeugtyp flog das erste Mal im August 1923. ![]() Bild oben: Im Regent's Park von London ![]() Bild oben: Britische Soldaten mit Gasmasken und Maschinengewehr während der Schlacht an der Somme. Unten: Verwundete britische Soldaten. Aus dem Ersten Weltkrieg ist Septimus Warren Smith mit traumatischen Erlebnissen zurückgekommen. ![]() zur Startseite |
| Biografie von Virginia Woolf | |||
| 25.01.1882 | Geburt
in London als Adeline Virginia Stephen Vater: Sir Leslie Stephen (1832-1904, Schriftsteller, Essayist, Historiker), Mutter: Julia Prinsep Jackson (1846-1895) Geschwister: Vanessa (1879-1961), Thoby (1880-1906), Adrian (1883-1946) und insgesamt vier Halbgeschwister aus den jeweils ersten beiden Ehen der Eltern Familienwohnsitz in Kensington, 22 Hyde Park Gate | 1929 | Essay "A Room of
One's Own" (dt. Ein
eigenes Zimmer", häufig zitiertes Werk der Frauenbewegung)Bild rechts: Virginia Woolf 1902 (Fotograf: George Charles Beresford) |
| Unterricht von Hauslehrern und vom Vater | 1931 | "The Waves" (dt. "Die Wellen") | |
| bis 1894 | Familie verbringt Sommerferien in St. Ives in Cornwall | 1932 | "Flush" (dt. "Flush - Die Geschichte eines berühmten Hundes") |
| ab 1902 | Schreiben von Essays | 1935 | einziges Theaterstück "Freshwater" |
| 1904 | erste Veröffentlichung | 1937 | "The Years" (dt. "Die Jahre") |
| November 1904 | Bekanntschaft mit Leonard Woolf | 1938 | feministischer Essay "Three
Guineas" (dt. "Drei Guineen") Verkauf der Anteile am Verlag Hoghart Press |
| 1905 | Umzug der Geschwister nach
Bloomsbury, 46 Gordon Square, Beginn der
Bloomsbury-Künstlergruppe; publizistische Tätigkeit für verschiedene Zeitungen, für Times Literary Supplement bis Lebensende | 1939 | Wohnung in London in 37
Mecklenburgh Square (schwer beschädigt bei Luftangriff im
September 1940) ab Kriegsbeginn überwiegend Aufenthalt in Monk's House |
| 1907 | nach Heirat Vanessas mit Clive Bell ziehen Virginia und Adrian zu 29 Fitzroy Square | 1940 | Biografie über Maler Roger Fry |
| 1908 | Reise nach Italien und Frankreich | 1941 | letzter Roman "Between the Acts" (dt. "Zwischen den Akten") |
| 1909 | Heiratsantrag von Lytton Strachey | 28.03.1941 | Selbsttötung im
Fluss Ouse in Sussex, Leiche wird erst am 18.04.1941 gefunden Bestattung der Urne unter den Ulmen im Garten von Monk's House (dort ist auch ihr 1969 verstorbener Mann Leonard bestattet) |
| 10.02.1910 | Drednought-Streich (besucht mit Anderen als Abessinier verkleidet britisches Kriegsschiff) | ||
| 1912-1919 | zusammen mit Vanessa Landhaus in Asheham in Sussex, in London Umzug mit Adrian zu 38 Brunswick Square | ![]() | |
| 10.08.1912 | Heirat (standesamtlich) mit Leonard Woolf (jüdischer Abstammung, früher im Kolonialdienst in Ceylon), Ehe bleibt kinderlos | ||
| 09.09.1913 | erster Suizidversuch | ||
| 1915 | Umzug
nach Richmond bei London "The Voyage Out" (dt. "Die Fahrt hinaus") regelmäßiges Führen eines Tagebuchs | ||
| 1917 | Gründung der Hoghart Press | ||
| 1919 | im Juli Erwerb von Monk's
House in Rodmell, Sussex "Kew Gardens" (dt. "Im Botanischen Garten") und "Night and Day" (dt. "Tag und Nacht") | ||
| 1922 | "Jacob's Room" (dt. "Jacobs Zimmer") | ||
| Dezember 1922 | Beginn Liebesbeziehung zur Schriftstellerin Vita Sackville-West | ||
| 1924 | Anmietung eines Hauses in Bloomsbury, 52 Tavistock Square | ||
| 1925 | "Mrs Dalloway" | ||
| 1927 | "To the Lighthouse" (dt. "Zum Leuchtturm") | Bild
oben: Monk's House, der letzte Wohnsitz von Virginia und Leonard Woolf
in Rodmell, Sussex Eine Tonaufnahme von Virginia Wolf gibt es bei der BBC. | |
| 1928 | Reise mit Vita durch
Frankreich "Orlando" | ||
Verfilmung:
"Mrs. Dalloway" wurde 1997 von der niederländischen
Regisseurin
Marleen Gorris verfilmt mit Vanessa Redgrave in der Titelrolle.
Außerdem bildete "Mrs. Dalloway" den Hintergrund für
den
Roman "The Hours" (dt.
"Die Stunden") des amerikanischen Schriftstellers Michael
Cunningham (1998 erschienen). Hier werden drei Generationen von Frauen gezeigt, die mit
dem Roman "Mrs. Dalloway" verbunden sind, in der ersten Generation ist
es Virginia Woolf selbst. 2002 wurde "The Hours" unter gleichem Titel
verfilmt mit Nicole Kidman, Julianne Moore und Meryl Streep als
Hauptdarstellerinnen (auf deutsch: "The Hours - Von Ewigkeit zu
Ewigkeit", Regie: Stephen Daldry).