Biografie von
Miguel Ángel Asturias


Mit Miguel Ángel Asturias wurde zum zweiten Mal ein Schriftsteller aus Lateinamerika mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt.

19.10.1899 Geburt in Guatemala im Viertel Parroquia Vieja, Vater: Ernesto Asturias (gest. 1939), Jurist, Mestize; Mutter: María Rosales, Schullehrerin, Maya
1904 Umsiedlung nach Salamá wegen Differenzen mit dem Diktator Estrada Cabrera
1908 im Alter von acht Jahren Rückkehr nach Guatemala-Stadt
1916 Abitur (Bachillerato)
1917 Beginn Studium, zunächst Medizin, dann Rechtswissenschaft (Universidad de San Carlos)
1917 Erdbeben in Guatemala
1922 Mitbegründer der Universidad Popular von Guatemala
1923 Abschluss Jurastudium
1923-1928 Aufenthalt zunächst in England, ab 1924 in Paris, Studium von Ethnologie/Anthropologie an der Sorbonne, u.a. bei Georges Raynaud; journalistische Tätigkeit; Konfrontation mit dem Surrealismus
1925 Übersetzung des Popol Vuh, des heiligen Buchs der Quiché-Mayas (veröffentlicht 1927 unter «Los Dioses, los Héroes y los Hombres de Guatemala antigua»), und von Anales de los Xahil (veröffentlicht 1928) der Cackchiquele-Mayas vom Französischen ins Spanische
1930 «Leyendas de Guatemala» ("Legenden aus Guatemala")
1933 Rückkehr nach Guatemala; Tätigkeit als Journalist
1935 «El Señor Presidente» ("Der Herr Präsident", veröffentlicht erst 1946)
1938 gründet Radiostation El Diario del Aire
1939 Heirat mit Clememcia Amado, Geburt des Sohnes Rodrigo
1941 Geburt des Sohnes Miguel Ángel
1945-1947 nach Beendigung der Diktatur diplomatische Tätigkeit, Kulturattaché in Mexiko
1947 Scheidung von der ersten Ehefrau Clemencia Amado
1947-1952 Geschäftsträger in Buenos Aires
1949 «Hombres de maíz» ("Die Maismenschen")
1949 «El viento fuerte» ("Der Sturm", 1. Teil der Bananentrilogie)
1950 Heirat mit Blanca de Mora y Araujo
1952/1953 Geschäftsträger in Paris
1953-1954 Botschafter in El Salvador
1954 nach Beseitigung der demokratischen guatemaltekischen Regierung Exil bis 1966, zunächst in Buenos Aires (bis 1962), dann in Frankreich und Italien
1954 «El papa verde» ("Der grüne Papst", 2. Teil der Bananentrilogie)
1956 «Week-end in Guatemala» ("Weekend in Guatemala")
1960 «Los ojos de los enterrados» ("Die Augen der Begrabenen", 3. Teil der Bananentrilogie)
1961 «El alhajadito» (1928 begonnen, dt. "Don Niño oder Die Geographie der Träume")
1963 «Mulata de tal» ("Eine gewisse Mulattin")
1966 Verleihung des Lenin-Preises
1966 nach Amtsantritt des neuen guatemaltekischen Präsidenten Julio César Méndez Montenegro Rückkehr nach Guatemala
1966-1970 Botschafter in Paris
1967 Nobelpreis für Literatur, viele Vortragsreisen
1967 «El espejo de Lida Sal» ("Der Spiegel der Lida Sal")
1969 «Maladrón» 
1972 «Viernes de Dolores»
09.06.1974 Tod in Madrid, Überführung des Leichnams nach Paris (Friedhof Père Lachaise)

Neben Prosa schrieb Asturias auch Lyrik, Theaterstücke und Essays. Der 1939 geborene Sohn Rodrigo Asturias Amado des Schriftstellers Miguel Ángel Asturias beteiligte sich am Guerillakampf in Guatemala gegen die Militärdiktatur und gehörte 1982 zur Leitung der Unidad Revolucionaria Nacional Guatemalteca (URNG). Als Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen 2003 erzielte er nur einen geringen Stimmenanteil. Rodrigo Asturias starb am 15. Juni 2005 an einer Herzschwäche in Guatemala-Stadt.



Hinweis für Besucher, die Javascript deaktiviert haben: Dieses Dokument ist Teil eines Framesets. Klicken Sie hier, um das Frameset zu laden.