Miguel Ángel Asturias: Bananentrilogie
Inhalt: Die Augen der Begrabenen
(«Los ojos de los enterrados»)

Im letzten Teil seiner Bananentrilogie schildert der guatemaltekische Schriftsteller das Aufbegehren gegen die Machenschaften der Bananengesellschaft und den Sturz des diktatorischen Herrschers der Bananenrepublik. Nach langwierigen Vorbereitungen beginnt ein Generalstreik, der den Präsidenten zum Rücktritt zwingt.

Der Titel des Romans erklärt sich mit der mystischen Vorstellung der Mayas, dass die Augen der getöteten Einheimischen, die sich gegen den Landerwerb durch Geo Maker Thompson und die Bananengesellschaft gewehrt haben, sich unter der Erde erst schließen werden, wenn das begangene Unrecht gesühnt worden ist.

1. Teil
In einer Gaststätte in Guatemala-City. Die Mulattin Anastasia erhält vom Kellner Juan Nepomuano (Nepo) Speisereste. Anastasias Bruder Juambo wurde vom Vater ausgesetzt und ging dann zu Geo Maker Thompson. Nepo lebt allein mit seinem Enkel, der Kalk (Asche) ausliefert. Einer der Nachbarn hat eine Freundin, deren Tochter mit einem der Erben des Vermögens von Lester Mead verheiratet ist. Sie hatten ihr Vermögen an Geo Maker Thompson verkauft, als man fürchtete, die Aktien würden noch mehr Wert verlieren, weil ein Grenzkonflikt zu Gunsten eines Konkurrenzunternehmens entschieden werden könnte. Eines Tages schläft Nepo und träumt von einem Unfall und dass man ihm nach dem Leben trachtet. Als Nepo plötzlich wach wird, steht ein Fremder vor ihm, der von der Küste geflüchtet ist und berichtet, dass ein Streik gewaltsam beendet worden ist. Später arbeitet der Flüchtling, er heißt Octavio Sansur, abgekürzt Tabio San, zusammen mit Nepos Sohn bei der Auslieferung von Kalk. Nach einer Weile zieht Tabio San weiter nach Panama, wo er einen falschem Namen annimmt (Juan Pablo Mondragón).

2. Teil
Malena Tabay, die vor elf Jahren Tabio Sans Braut war, reist mit dem Zug zu einem Ort, wo sie als Lehrerin arbeiten wird. Des öfteren bekommt sie Besuch von Mondragón, der in der Nähe beim Straßenbau arbeitet. Die Behörden haben ein geplantes Attentat auf den Präsidenten der Republik aufgedeckt und suchen Mondragón, der sich der Festnahme nur durch eine zufällige Abwesenheit entziehen kann. Schließlich flüchtet er in eine Höhle. Mondragón hatte sich verpflichtet, einen Lastwagen zu fahren, der beim geplanten Attentat der Staatskarosse den Weg abschneiden sollte.



3. Teil
Tabio San hat die Höhle verlassen und versucht, einen Streik zu organisieren. Malena Tabay hat den Decknamen Rosa Gavidia angenommen. Heiraten will sie ihn erst, wenn ihr politischer Kampf Erfolg haben wird. Es kommt zu ersten Arbeiterprotesten. Eines der Häupter der Aufständischen, ein Barbier, stirbt, sein Haus wird von Soldaten unter Führung des Hauptmanns Cárcamo durchsucht. Dieser soll Dokumente gefunden haben, auf denen der Name Rosa Gavidias stand. Cárcamo kann seiner Tötung durch Protestler nur durch Zufall entgehen. Cárcamo hatte Rosa Gavidia früher auf einem Ball kennen gelernt und kannte ihre ursprüngliche Herkunft. Bei der Durchsuchung hatte er einige wichtige Papiere liegen gelassen. Ein anderes Mitglied der Streikbewegeung, Pfarrer Fejú, wird auf Druck der Bananengesellschaft in sein Heimatland Mexiko ausgewiesen; später munkelt man, er sei ermordet worden. Der Kommandant befiehlt die Beschlagnahme der fraglichen Papiere, doch Cárcamo vernichtet sie. Tabio San gelangt in einem Güterwagen zur
Bananenpflanzung an der Küste, während Malena in der Hauptstadt bleibt.


Bild oben: Webereien von Mayas in Guatemala

Bobby Thompson, Enkel von Geo Maker Thompson, sieht, wie Juambo eine Leiche aus- und wieder eingräbt, es handelt sich dabei um Juambos Vater. Außerhalb des Landes tobt der Zweite Weltkrieg, das Land hat sich mit den Alliierten verbündet, kurze Zeit später beginnt die Invasion in Frankreich.

Die Lage spitzt sich zu, der Ausnahmezustand wird ausgerufen, das Militär ist präsent. Der Gesundheitszustand von Geo Maker Thompson verschlechtert sich dramatisch. Auf dem Sterbebett ordnet er an, den Arbeitern alles zu bewilligen, was sie verlangen.

Hauptmann Salome ist mit dem Mädchen Clara María zusammen, die sich schon länger über Juambo ärgert, der aus Aberglauben Knochen von menschlichen Leichen vor ihrem Haus verstreut. In einer Nacht vermutet sie wieder Juambo vor dem Haus und erschießt mit Salomes Waffe den Herumstreichenden. Es ist aber nicht Juambo, sondern tragischerweise Bobby, der Enkel des Präsidenten der Bananengesellschaft. Salomé gebietet seiner Freundin zu schweigen.

Das Radio meldet den Rücktritt des Staatspräsidenten und die Bildung einer Militärregierung.

Geo Maker Thompson glaubt in Wahnvorstellungen, sein toter Enkel sei bei ihm gewesen. Nach dem Tod des "grünen Papstes" und dem Tod des testamentarischen Erben geht das Vermögen auf Bobbys Mutter, Aurelia, über.

Juan Lucero berichtet von den wahren Umständen der Tötung Bobbys, für die man anfänglich die Aufständischen verantwortlich gemacht hat. Schließlich bringt sich Clara María selbst durch eine Alkoholvergiftung um. Später gräbt Juambo ihren Leichnam aus.

Tabio San ist an der Spitze der Streikbewegung. Die Bananengesellschaft bleibt jedoch hart und will zunächst keine Zugeständnisse machen und droht vielmehr mit Massenentlassungen. Es kommt zu bewaffneten Auseinandersetzungen, in denen das Militär gegen die Streikenden eingesetzt werden soll. Hauptmann Cárcamo meutert jedoch, wird verwundet.

Doch der Erfolg der Streikenden lässt sich nicht verhindern. Tabio San verlässt am Ende das Gebäude der Bananengesellschaft mit einem neuen Arbeitsvertrag in den Händen, vor der Tür erwartet ihn die mit einem Gewehr bewaffnete Melina. Eine neue, zivile Regierung ist gebildet worden.



Das Bild mit den Webereien basiert auf dem Bild "GuatemalaWeavings79" (Autor: Infrogmation, GNU-Lizenz für freie Dokumentation) des Dateiarchivs Wikimedia, das Bild mit den Bananen beruht auf dem Bild "Bananas" von Wikimedia (Autor: Steve Hopson, Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5-Lizenz).

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