Miguel Ángel Asturias - Bananentrilogie
Inhalt: Der Sturm
(«El viento fuerte»)

Im ersten Teil der Bananentrilogie, dem Roman "Der Sturm" (im Original:  «El viento fuerte») beschreibt der guatemaltekische  Nobelpreisträger den Einfluss einer hier "Tropical Plantanera Company" genannten nordamerikanischen Fruchthandelsgesellschaft auf das Leben der Einheimischen.

Das Buch beginnt mit der Heirat von Adelaido Lucero und Roselia de León, die für beide nicht ganz unfreiwillig kommt, da sich Adelaido bei seinem Interesse für die junge Dame etwas zu weit vorgewagt hatte und von den Autoritäten des Dorfes vor die Wahl zwischen Heirat und Gefängnis gestellt wurde. Adelaido, der als Meister auf einer Bananenplantage arbeitet, baut ein Haus für die rasch größer werdende Familie.

Anfänglich braucht die Bananengesellschaft zusätzliche Arbeitskräfte, Arbeiter aus anderen Teilen des Landes kommen hinzu, so auch Bastiancito Cojubul. Doch schon gibt es eine Absatzkrise, die Bananenpreise sinken. Der individualistische US-Amerikaner Lester Mead,
auch Cosi oder Stoner genannt, der seit längerem im Ort lebt und Nähartikel verkauft, wendet sich an die Direktion der Gesellschaft und schließlich auch an den als "grünen Papst" bezeichneten Präsidenten des Unternehmens in den USA. Doch die Reise hat keinen Erfolg, die Gesellschaft will die Ankäufe von Bananen von den Kleinbauern einstellen, was sie auch wenig später wahr macht.

Als Alternative versuchen die Einheimischen die Bananen im Landesinnern zu verkaufen, was ihnen nur anfänglich gelingt, da eine andere Fruchthandelsgesellschaft überschüssige Bananen verschenkt. Es kommt zu Unruhen, Truppen marschieren auf, Bastiancito und Luceros Sohn Juan werden festgenommen. Dank Lester Meads Einsatz kommen die beiden frei.

Um die Absatzkrise zu überwinden, errichten die Kleinbauern eine Mühle, wo man die Früchte zu Bananenmehl weiterverarbeiten will.

Adelaido Lucero hat seinen Sohn Lino aus dem Haus gejagt. Dieser hält in einem malariabedingten Fiebertraum eine Bananenstaude für eine Meernixe. Ein Schamane heilt Lino von seiner Krankheit. Lino kehrt zu seiner Familie zurück, der alte Lucero stirbt.

Lester Mead beginnt eine Beziehung mit Leland, die sich später von ihrem auf der Plantage in leitender Position tätigen Mann John Pyle scheiden lässt und Lester heiratet.

Als Lester Mead für einige Wochen in den USA weilt, stellt sich für Leland und andere heraus, dass Lester Mead einer der größten Aktionäre der Bananengesellschaft ist und ein Aussteigerdasein in Mittelamerika führt. Er fühlte sich von seinem Leben als Millionär in New York angeödet und wollte aus eigenem Antrieb die Bedingungen in tropischen Gebieten untersuchen. In der amerikanischen Großstadt kann und will er nicht mehr leben. Bei seinem Besuch in New York macht er sein Testament und setzt die inzwischen geheiratete Leland als Erbin ein und für den Fall ihres Todes die von mehreren Kleinbauern betriebene Genossenschaft.

Die Region an der guatemaltekischen Küste wird zunehmend von einer Trockenheit geplagt. Der Schamane («chamá») versucht mit einem vom Totenacker ausgegrabenen Schädel (des Hermenegilo Puac) Regen zu erbitten. Doch plötzlich kommt starker Wind auf, der sich zu einem Orkan entwickelt. Die Bananenplantagen werden dem Erdboden gleichgemacht. Lester versucht im Sturm zu Leland zu gelangen, erreicht sie, sie flüchten im Auto, prallen gegen einen Stein, werden verletzt, beide sterben. Über eine Million Bananenstauden werden ausgerissen und durcheinander gewirbelt, vom Bungalow der Meads ist nichts übrig geblieben.

Beiläufig schildert Asturias auch die ökologischen Schäden der Bananenmonokultur.
So bespritzen Arbeiter die Bananenstauden mit Säure und schütten Petroleum in Wasserlachen, um Mückenlarven zu vernichten, außerdem werden Tropenwälder für den Anbau der Stauden abgeholzt. Als Gegenstück zum allumfassenden Einfluss des multinationalen Unternehmens zeigt Asturias hier Versuche eines genossenschaflichen Wirkens, wo Bauern selbst kleinere Ländereien besitzen und auch selbst, wenngleich in der Not, den Verkauf der Produkte in die Hand nehmen.



Das Bild mit den Bananen basiert auf dem Bild "Bananas_-_Morocco.jpg" (Autor: Enzik,
GNU-Lizenz für freie Dokumentation 1.2) des Dateiarchivs Wikimedia.

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