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Hintergründe zur Bananentrilogie von
Miguel Ángel Asturias:

Die Banane als Wirtschaftsfaktor


Unschwer ist hinter der in Asturias Bananentrilogie erwähnten Tropical Plantanera Company die United Fruit Company (UFCo) zu erkennen, die maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Banane von einer exotischen Tropenfrucht zu einem Produkt hat, das jeder Konsument in Nordamerika und Europa kennt.

Erstmals im Jahr 1870 verschiffte Lorenzo Dow Baker einige Bund Bananen von Jamaika in den kalten Nordosten der USA. 1885 gründet er mit einigen anderen Gesellschaftern die Boston Fruit Company. Nach einigen Jahren kann die Nachfrage nicht mehr voll gedeckt werden, das Unternehmen geht dazu über, Bananen nicht nur zu kaufen und zu befördern, sondern auch selbst auf eigenen Plantagen anzubauen. 1899 fusioniert das Unternehmen mit der von Minor Keith gegründeten Firma zur United Fruit Company. Keith hatte in Costa Rica eine Bahnstrecke errichtet und entlang dieser Bananen angebaut. Seit 1944 verkauft die United Fruit ihre Produkte unter der Marke "Chiquita". 1970 schließt sich das Unternehmen mit der AMK Corporation zusammen und firmiert  unter dem Namen "United Brands Company", seit 1990 unter "Chiquita Brands International". Weitere Marken des Unternehmens sind "Chiquita Jr", "Consul", "Amigo", "Frupac", "Chico" und "Bananos". Seit dem Jahr 2000 lässt Chiquita eigene Farmen und die von Lieferanten nach den Umwelt- und Sozialstandards der Rainforest Alliance zertifizieren. Diese Organisation ist allerdings in die Kritik geraten, ein "Ökosiegel lite" herauszugeben und große Konzerne "grün zu waschen".

Andere Unternehmen des weltweiten Bananenhandels sind die Dole Food Company, 1924 als Standard Fruit Company gegründet, und Fresh Del Monte Produce (bis 1989 Del Monte Tropical Fruit) sowie die Grupo Nuboa (Exportadora Noboa) aus Ecuador sowie das irische Unternehmen Fyffes (ursprünglich in England gegründet, Produkte auch bekannt unter den Marken Turbana, Coplaca, Cape, Outspan und Nolem).

Seit einigen Jahren können Verbraucher zunehmend Bananen aus ökologischem Anbau bzw. aus fairem Handel erwerben (mit günstigeren Bedingungen für Kleinerzeuger bzw. günstigeren Arbeitsbedingungen für Arbeiter auf den Plantagen).


Bild oben: Mit solchen Frachtschiffen - hier die "Chiquita Deutschland" - kommen Bananen nach Europa. Zunehmend verwendet man aber für den Transport, etwa nach Bremerhaven, normale Containerschiffe.

1901 erwirbt die UFCo erstmals Landrechte zum Anbau von Bananen in Guatemala. Ein Tochterunternehmen der UFCo, die IRCA (International Railroad of Central America) erhält 1904 eine Konzession zum Bau und Betrieb einer Eisenbahnstrecke zum guatemaltekischen Hafen Puerto Barrios, der ausschließlich von diesem Unternehmen genutzt werden darf. Später kommen Landrechte entlang der Eisenbahnstrecke und weitere Strecken hinzu. Der guatemaltekische Staat gewährt der Company großzügige Steuerbefreiungen.

1924 erteilt Guatemala der UFCo Landrechte entlang des Rio Motagua im Grenzgebiet zu Honduras, worauf ein anderes Unternehmen, die Cuyamel, Ansprüche anmeldet. Es kommt fast zu einem militärischen Konflikt zwischen den beiden mittelamerikanischen Staaten. In den dreißiger Jahren erlangt die Company Konzessionen für Plantagen an der Pazifikküste Guatemalas.
1930 erwirbt UFCo die Cuyamel. Deren Hauptbesitzer Sam Zemurray übernahm 1933 die Leitung der UFCo, nachdem die Aktien des Unternehmens in der Weltwirtschaftskrise deutlich an Wert verloren hatten.

Ihren Besitz in Guatemala musste die UFCo aufgrund der amerikanischen Anti-Trust-Gesetzgebung zum größten Teil aufgeben und an einheimische Unternehmen verkaufen, der letzte Besitz ging 1972 an den Mitbewerber Del Monte über.

Kennzeichnend für die UFCo war ihre monopolartige Struktur, das Unternehmen war nicht nur eine Handelsgesellschaft, sondern ließ die Bananen auf eigenen Plantagen anbauen und mit der eigenen Eisenbahn über eigene Hafenumschlagsanlagen und mit eigenen Schiffen transportierten.

Aufsehen erregte die Selbstbezichtigung von Chiquita vor einem Gericht der USA (U.S. District Court für den District of Columbia) am 19.03.2007, als das Unternehmen zugab, an die rechtsgerichtete kolumbianische Terrortruppe AUC (Autodefensas Unidas de Colombia) zwischen 1997 und 2004 über 1,7 Millionen US-Dollar als Schutzgeld gezahlt zu haben, um die Einrichtungen des Unternehmens und das Leben seiner Mitarbeiter vor Gewalttaten der AUC zu schützen. Diese Gruppe wird von der US-amerikansichen Justiz als terroristische Organisation eingestuft, deren finanzielle Unterstützung strafbar ist. Im April 2003 offenbarte Chiquita diese Zahlungen dem Justizministerium in Washington. In dem Gerichtsverfahren verpflichtete sich das Unternehmen zur Zahlung einer Geldstrafe von 25 Millionen Dollar (vgl. Presseerklärung des amerikanischen Justizministeriums unter http://www.usdoj.gov/opa/pr/2007/March/07_nsd_161.html).

Chiquita Brands International erzielte 2006 einen Umsatz von 4,499 Milliarden US-Dollar und beschäftigt etwa 25.000 Arbeitnehmer in 70 Ländern.


Bild oben: Kühlwagen der Eisenbahn zum Transport von Bananen

Weltweite Bananenproduktion:  Der größte Teil der Bananen wird weltweit nicht auf den großen Plantagen von internationalen Fruchthandelsgesellschaften angebaut, sondern in kleineren Pflanzungen oder Hintergärten für den Eigenverbrauch oder zum Verkauf auf lokalen Märkten, weshalb es nur Schätzungen über die Produktionsmenge gibt. So ist denn auch der größte Produzent von Cavendish-Bananen kein lateinamerikanisches Land, sondern Indien. Nur 26 % der weltweiten Cavendish-Produktion werden exportiert, wobei 80 % dieser Exporte aus Lateinamerika stammen. Die Weltproduktion betrug in den Jahren 1998-2000 etwa 92 Millionen Tonnen jährlich und 99 Millionen Tonnen im Jahr 2001. Das Volumen des internationalen Bananenhandels dürfte 4,5 bis 5 Milliarden US-Dollar betragen. Die Weltproduktion von Dessertbananen ist in den letzten Jahrzehnten fast kontinuierlich gestiegen von 42,5 Millionen Tonnen 1985-1987 auf 63,4 Millionen Tonnen im Zeitraum 1998-2000. Wichtigste Importländer für Bananen sind Nordamerika, die Europäische Union, Japan und die Länder der ehemaligen Sowjetunion (EU und Nordamerika zusammen etwa 65 % in 1998-2000). Die Nettoimporte von Bananen stiegen weltweit von etwas unterhalb sieben Millionen Tonnen 1985-1988 auf 11,7 Millionen Tonnen 1998-2000, u.a. durch Liberalisierungen in (ehemaligen) Zentralverwaltungswirtschaften. Lateinamerika ist der wichtigste Lieferant für Nordamerika und nicht Bananen anbauende Länder Lateinamerikas und liefert etwa 78 der Importbananen der EU, der Rest kommt aus Ländern des AKP-Abkommens (Afrika, Karibik, Südsee). In Asien sind die Philippinen der wichtigste Bananenlieferant für Japan, Südkorea und China und sind im Nahen Osten zusammen mit Ecuador der wichtigste Lieferant. Die USA erhoben im Zeitraum 1985-2000 keine Einfuhrzölle oder Importquoten. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Bananen betrug 1998-2000 weltweit 15,3 kg, in entwickelten Ländern 13 kg und in Entwicklungsländern 21 kg. (Die Angaben in diesem Abschnitt beruhen auf Feststellungen der FAO, der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen, "The World Banana Economy 1985-2002")

Bananenmarktordnung der Europäischen Union:
Für Veränderungen im europäischen Bananenmarkt sorgte 1993 die Einführung einer gemeinsamen Bananenmarktordnung in der Europäischen Union durch Verordnungen der EU (Verordnung 404/93 EG; eine Verordnung der EU ist in allen Mitgliedsländern der EU verbindlich, vgl. Art. 249 Vertrag zur Gründung der EG). Ziel war es, die Einfuhrvorschriften und die Belastung mit Zöllen für Importbananen zu vereinheitlichen. Vor dieser Regelung wurden etwa 20 % des EU-Bananenmarktes durch eigene Produktion gedeckt, insbesondere von den Kanarischen Inseln, Madeira, Kreta und französischen Überseedépartements, weitere 20 % durch Importe aus Ländern, mit denen die EU das Lomé-Abkommen abgeschlossen hatte, wozu vor allem Länder Afrikas, einige karibische Inselstaaten und Südseestaaten zählen (ehemalige Kolonien bzw. Commonwealth-Länder), und der Rest von 60 % durch Importe aus den klassischen Bananenexportländern Mittel- und Südamerikas (sogenannte Drittlandsbananen). Die Bundesrepublik Deutschland genoss aufgrund eines Protokolls zum EU-Vertrag eine Sonderstellung und konnte den größten Teil des Bananenimports zollfrei einführen. Dagegen bezogen Spanien, Frankreich, Griechenland, Italien und Portugal Bananen vor allem aus dem eigenen Land bzw. den AKP-Staaten. Einen freien Marktzugang mit einem Wertzoll von 20 % für Bananen aus Lateinamerika, die überwiegend von US-amerikanischen Unternehmen gehandelt werden, hatten dagegen die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Dänemark und Irland.

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Hintergrund der Neuregelung ist die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes mit einem einheitlichen Zollregime, der Schutz der einheimischen Bananenproduktion und der Produktion in den AKP-Ländern, da diese Bananen in der Größe und im Geschmack qualitativ schlechter sind und durch den Anbau von Kleinbauern auch teurer als die Drittlandsbananen sind und bei einem Wegfall von Zollgrenzen im Wettbewerb mit den Drittlandsbananen nur schwer bestehen könnten. Hinzu kommt der Schutz durch eine direkte Subventionierung des Bananenanbaus innerhalb der EU. Nach der genannten EU-Verordnung darf eine beachtliche Menge von AKP-Bananen zollfrei in die EU eingeführt werden. Für die Drittlandsbananen wurde ein bestimmtes Mengenkontingent festgesetzt, das mit einem Zolltarif von 100 ECU pro Tonne belastet wurde. Einfuhren aus Drittländern oberhalb dieses Kontingents wurden mit einem Zoll von 850 ECU pro Tonne belegt. Das Zollkontingent wurde ab 1993 aufgeteilt zu 66,5 % auf marktbeteiligte Unternehmen, die Drittlandsbananen oder nicht traditionelle AKP-Bananen vermarktet haben (Gruppe A), zu 30 % auf Unternehmen, die Gemeinschaftsbananen oder traditionelle AKP-Bananen vermarktet haben (Gruppe B) und zu 3,5 % auf Unternehmen, die ab 1992 mit der Vermarktung von anderen als Gemeinschaftsbananen und/oder nicht-traditionellen AKP-Bananen beginnen (Gruppe C). Das jährliche Kontingent kann aufgrund einer Bedarfsvorausschätzung revidiert werden.

Eine gewisse Modifizierung wurde 1995 mit der Verordnung 478/95 der EU erreicht, die das Zollkontingent erhöhte und den Zollsatz senkte und damit die Länder Kolumbien, Costa Rica und Nicaragua begünstigte. Im Jahr 1998 wurde die Unterteilung der Marktbeteiligten aufgegeben (Verordnungen 1637/98 und 2362/98, nur noch Aufteilung in traditionelle und neue Marktbeteiligte und eine einzige Referenzmenge für ein bestimmtes Land).

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Die Bundesrepublik Deutschland stand der Kontingentierung ablehnend gegenüber, unterlag jedoch mit einer auf die Nichtigerklärung der Verordnungsvorschriften gerichteten Klage vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg (Urteil vom 05.10.1994 Az. C-280/93 = NJW 1995,945). Zu den Befürwortern zählen vor allem Frankreich, Großbritannien und Spanien. Ebenso entschied der Gerichtshof aufgrund eines Vorlagebeschlusses des Verwaltungsgerichts Frankfurt am Main (Urteil vom 09.11.1995 Az. C-466/93). Da aus der Sicht des EuGH keine rechtswidrige Regelung vorliegt, scheiden auch Schadensersatzansprüche eines deutschen Importunternehmens wegen der Verteuerung der Importe von Dollarbananen (aus Drittländern) und einem daraus resultierenden Nachfragerückgang aus (Urteil vom 14.10.1999 Az. C-104/97 P).

Der Interpretation des Europäischen Gerichtshofs steht die Vereinbarkeit dieser Zollregelung mit dem internationalen Wirtschaftsrecht gegenüber. Im Rahmen des GATT und der Welthandelsorganisation WTO sind deren Mitgliedsländer
gerade bemüht, Zollhemmnisse für den freien Warenverkehr und die Begünstigung einzelner Exportländer abzubauen (Prinzip der Meistbegünstigung). Die EU selbst und ihre Mitgliedstaaten sind der WTO beigetreten. So entschied das Streitbeilegungsgremium der WTO (Dispute Settlement Body) am 25.10.1997, dass wesentliche Teile der europäischen Bananenmarktordnung unvereinbar mit dem WTO-Recht seien (Verstoß gegen das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen von 1994 und gegen das Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen). Gleichzeitig wurden den USA erlaubt, auf die Einfuhr von Produkten aus der EU Strafzölle zu erheben. Angerufen wurde dieses Gremium von den USA und vier lateinamerikanischen Staaten. Die EU erhöhte daraufhin wiederum das Kontingent, unterlag aber erneut bei der WTO. Nach Auffassung des Europäischen Gerichts (erster Instanz) bezwecken das WTO-Abkommen und seine Anhänge nicht, dem Einzelnen Rechte zu verleihen, auf die er sich vor europäischen Gerichten berufen könne, etwas anderes gelte nur für von der EU umgesetzte Verpflichtungen gegenüber der WTO (Urteil vom 20.03.2001 Az. T-18/99). Schon in dem Rechtsstreit der Bundesrepublik gegen den Rat der Europäischen Union hatte der Europäische Gerichtshof 1994 ausgeführt, dass sich ein Gemeinschaftsangehöriger nicht vor diesem Gericht auf das GATT-Abkommen berufen kann, um die Rechtmäßigkeit einer Handlung der Europäischen Gemeinschaft zu bestreiten. Im übrigen - so der EuGH - hätten die Ziele der Agrarpolitik Vorrang vor den Zielen im Bereich des Wettbewerbs, die Ungleichbehandlung der Importeure von Drittlandsbananen sei naturgemäß mit dem Ziel der Integration bisher abgeschottener Märkte verbunden und außerdem gebe es kein Eigentumsrecht an einem Marktanteil.

Am Grundgesetz sind die europäischen Normen nicht zu messen, da nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts der Grundrechtsschutz innerhalb der EU, insbesondere vor den europäischen Gerichten, ausreichend sei (Beschluss vom 07.06.2000 Az. 2 BvL 1/97 = BVerfGE 102,147 = NJW 2000,3124 unter Hinweis auf den Solange II-Beschluss [BVerfGE 73,339]; Zweifel an der Anwendbarkeit der Bananenmarkt-Verordnung wegen eines Verstoßes gegen das GATT äußerte der Bundesfinanzhof, Beschluss vom 09.01.1996 Az. VII B 225/95 = NJW 1996,1367).

Im April 2001 einigte sich die EU mit den USA und Ecuador, die Bananenmarktordnung bis Anfang 2006 auf ein reines Zollsystem umzustellen und eine Übergangsregelung für lateinamerikanische Bananen einzuführen, im Gegenzug setzten die USA Strafzölle aus. Seit Anfang 2006 sieht die Verordnung 1964/2005 der EU einen Zollsatz von 176 EUR pro Tonne vor, für die AKP-Staaten steht ein Kontingent von 775.000 Tonnen Eigengewicht zur zollfreien Einfuhr bereit. Importeure benötigen für die Einfuhr von zum üblichen Zollsatz zu verzollenden Bananen eine Einfuhrlizenz, die in Deutschland vom Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung ausgestellt wird (Verordnung 2014/2005). Die direkte Subventionierung europäischer Bananenproduzenten regelt u.a. die EU-Verordnung 247/2006 (Sondermaßnahmen im Bereich der Landwirtschaft zugunsten der Regionen in äußerster Randlage der Union), Hilfen für den Bananenanbau in AKP-Staaten die Verordnung 856/1999 und die Aufteilung der Lizenzen für die Einfuhr von AKP-Bananen regelt die Verordnung 2015/2005 der EU (eine hiergegen gerichtete Klage hat das Europäische Gericht erster Instanz mit Beschluss vom 12.02.2007 abgewiesen, Az. T-447/05).

Das Ende des Bananen-Streits: Doch auch gegen die neue europäische Regelung hatten einige lateinamerikanische Länder wie Ecuador und Panama Bedenken bei der WTO angemeldet. Schließlich verkündete am 15. Dezember 2009 die Europäische Union das Ende des 15 Jahre dauernden Streits zwischen EU, USA und lateinamerikanischen Anbauländern: Die EU senkt die Zölle für Bananen aus Drittstaaten (Dollarbananen) sofort um 28 EUR auf 148 EUR und frühestens ab 2017 auf 114 EUR pro Tonne. Die Bananenproduzenten in den AKP-Staaten sollen von der EU zusätzliche 200 Millionen Euro für die Anpassung an den Weltmarkt erhalten. Im Gegenzug verzichten die lateinamerikanischen Länder auf Forderungen nach weiteren Zollsenkungen und werden Klagen gegen die EU vor der Welthandelsorganisation (WTO) nicht weiter verfolgen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde bei einem Botschaftertreffen bei der WTO in Genf paraphiert. (Quelle: Pressemitteilung der EU vom 15.12.2009).
Am 8. November 2012 unterzeichneten die Europäische Union und zehn lateinamerikanische Länder bei der WTO in Genf ein Übereinkommen, das die schrittweise Absenkung der Importzölle für Bananen aus lateinamerikanischen Ländern (soweit diese nicht zum AKP-Raum gehören) in Jahresschritten bis zum 1. Januar 2017 auf 114 € pro Tonne vorsieht. Im Einzelnen sollen die Zölle gesenkt werden:

bis 31.12.2010
148 € / Tonne
ab 01.01.2011
143 € / Tonne
ab 01.01.2012
136 € / Tonne
ab 01.01.2013
132 € / Tonne
ab 01.01.2014
127 € / Tonne
ab 01.01.2015
122 € / Tonne
ab 01.01.2016
117 € / Tonne
ab 01.01.2014
114 € / Tonne

Wenn es im Rahmen der Doha-Runde nicht zu einer Verständigung über weitere Modalitäten kommt, dürfen die jährlichen Kürzungen für noch nicht zurückliegende Jahre um bis zu zwei Jahre hinausgeschoben werden.

Seite zuletzt bearbeitet: 12.11.2012

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