Pearl S. Buck:
Die
Kenntnis der vorangegangenen Teile ist nicht zwingend erforderlich,
aber für das Verständnis des Buches hilfreich. Es
geht
diesmal um die dritte Generation, dem Enkel des Romanhelden Wang Lung
aus „Die gute Erde“. Noch deutlicher als im zweiten
Teil
der Trilogie steht hier das Aufbegehren gegen väterliche
Wunschvorstellungen und Konventionen der Gesellschaft im Vordergrund.
Die Umwälzungen in China im zweiten und dritten Jahrzehnt des
20. Jahrhunderts bilden den Hintergrund. Wang Yuan, der Sohn Wang des Tigers, kehrt zu seinem Vater in der Uniform der Revolutionäre zurück. Er will aber nicht mehr zu ihnen und versteckt sich in Wang Lungs altem Lehmhaus. Mit Mühe gelingt es dem Vater, seinen Sohn zur Rückkehr zu veranlassen, doch es kommt zum großen Streit, weil sich Yuan seine Frau selbst aussuchen möchte. Als Folge verlässt der Sohn dauerhaft das Haus und fährt zur zweiten Frau des Vaters, die in einer großen Küstenstadt (Schanghai?) lebt. Dort machen sich bereits die ersten Einflüsse der Revolution bemerkbar. Wang der Tiger will seinen Sohn gegen dessen Willen in Abwesenheit verheiraten. Seine Vettern Meng und Sheng sind ebenfalls den politischen Strömungen der Zeit ausgesetzt. Meng nimmt Yuan zu einem konspirativem Treffen mit. Kurze Zeit später wirft man Yuan ins Gefängnis, offenbar denunziert von einer Revolutionärin, deren Liebe von Yuan unerwidert bleibt. Nur mit Mühe gelingt es, ihn aus der Haft frei zu bekommen und in die Vereinigten Staaten zu bringen.

Yuan,
jetzt 19 Jahre alt, bleibt für sechs Jahre in den USA, wo er
Landwirtschaft studiert. Er ist dort gewissen rassistischen
Diskriminierungen ausgesetzt. Nach der Rückkehr findet er im
Haus der zweiten Ehefrau die junge Mei-ling, die als Findelkind zur
Familie kam, und die er gerne heiraten möchte, was sie
zunächst
ablehnt. Yuan besucht seinen Vetter Meng bei den
Revolutionären
in deren neuer Hauptstadt. Das Haus von Yuans Vater wird
von einer Räuberbande überfallen. Yuan bricht zu
seinem
Vater auf. Später kommen auch die zweite Frau und Mei-ling.
Als
sein Vater auf dem Sterbebett liegt, weist Mei-ling die
Gefühle
von Yuan nicht mehr zurück.
Wie schon der zweite Teil, zeigt auch „Das geteilte Haus“, dass Erwartungen von Vätern bezüglich der Entwicklung ihrer Söhne nicht Realität werden müssen. Väter sind machtlos gegenüber dem selbstbestimmten, eigenverantwortlich, mutig und konsequent handelnden Menschen. Dieses Buch Bucks ist eine Hommage an die Selbstbestimmung und zeigt den Verfall sinnloser Traditionen und die Kraft des freien Geistes.
Im Buchhandel gibt es "Das geteilte Haus" von Pearl S. Buck in einer Übersetzung von Richard Hoffmann als Taschenbuch beim Deutschen Taschenbuchverlag, Band 13417, 389 Seiten, 2006, ISBN 3-423-13417-8, für 9,50 EUR.