Pearl S. Buck: Söhne

Der Roman „Söhne“ (Originaltitel: „Sons“) stellt den zweiten Teil der Romantrilogie dar, die mit „Die gute Erde“ begann und ihren Abschluss in „Das geteilte Haus“ findet. Die Kenntnis des ersten Teils der Trilogie ist für das Verständnis von „Söhne“ nicht erforderlich, aber hilfreich. Der Roman erschien 1933.

Er schildert das Schicksal der drei Söhne des Bauern Wang Lung, des Romanhelden aus „Die gute Erde“, der es aus bescheidenen Verhältnissen zu beträchtlichem Wohlstand gebracht hat. Ein Schwerpunkt entfällt dabei auf den jüngsten Sohn, genannt Wang der Tiger. Dieser verließ das väterliche Haus, nachdem er bei einem Techtelmechtel mit einer Freundin des Vaters erwischt worden war. Als sein Vater auf dem Totenbett liegt, erscheint Wang der Tiger zurück. Er wird ein respektabler Heerführer, der in einem Land ohne straffe Staatsgewalt für Ordnung sorgt und Räuberbanden bekämpft. Im Verhältnis zu Frauen ist er zurückhaltend, nachdem er von seiner ersten Frau betrogen wurde, die die Frau eines bekämpften Räuberhauptmannes war und die Ehe nur zum Schein eingegangen war, um weiterhin mit den Räubern zusammenzuarbeiten. Als Wang der Tiger dies entdeckt, tötet er sie. Seine Brüder vermitteln ihm zwei weitere Frauen; Vielweiberei war in China seinerzeit üblich. Seinen ersten Sohn erzieht er mit Nachhaltigkeit im militärischen Sinn. Schließlich soll er auf eine Kriegsschule geschickt werden. Als sein Sohn einige Zeit später zurückkehrt, ist Wang der Tiger entsetzt, denn sein Sohn trägt jetzt die Uniform der Revolutionäre. Nur mit Mühe kann Wang der Tiger verhindern zu weinen.

Das genügsame Landleben, was Wang Lung aus dem ersten Teil der Romantrilogie führte, setzt sich bei seinen Söhnen nicht fort. Gerade Wang der Tiger hat nur noch wenig Respekt vor dem bescheidenen Leben der Landleute, seine Brüder führen einen eher mondänen Lebensstil. Quintessenz: man kann nicht verhindern, das Kinder ihren eigenen Weg gehen; Versuche, ihre Entwicklung zu bestimmen, scheitern.