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von Jan von
Bröckel: Portal
Literatur |
Nach Damaskus
Interpretation: Wichtiges
Stilmittel in "Nach Damaskus" ist die Verwendung des
Doppelgänger-Motivs. Daneben finden sich Elemente der
Vorausdeutung,
etwa in dem krankheitsbedingten Aufenthalt im Kloster, dem die
spätere
volle Zuwendung zum Glauben vorausgeht, besonders deutlich dargestellt
durch die Person des Arztes, der als Geistlicher im Kloster
wiedererscheint.In der Person des "Unbekannten" in "Nach Damaskus" drückt der Autor Strindberg seine eigene Lebenserfahrung, seine Hoffnungen, seine Enttäuschungen und auch seine Befürchtungen über seine psychische Verfassung aus. So erkennt man Strindbergs Menschenscheu, seine spannungsreichen Beziehungen zum anderen Geschlecht, sein Interesse an naturwissenschaftlicher Forschung, aber auch seine Selbstzweifel. | ![]() Bild oben: "Die Bekehrung des Saulus" (1600-1601) von Caravaggio (1571-1610) |
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VORBEMERKUNG
Im
Anschluß an
sein früheres Traumspiel »Nach Damaskus«
hat der Verfasser in diesem Traumspiel
versucht, die unzusammenhängende, aber scheinbar logische Form
des Traumes
nachzubilden. Alles kann geschehen, alles ist möglich und
wahrscheinlich. Die
Gesetze von Raum und Zeit sind aufgehoben; die Wirklichkeit steuert nur
eine
geringfügige Grundlage bei, auf der die Phantasie weiter
schafft und neue
Muster webt: ein Gemisch von Erinnerungen, Erlebnissen, freien
Erfindungen,
Ungereimtheiten und Improvisationen. Personen
spalten sich, verdoppeln
sich, vertreten einander, gehen in Luft auf, verdichten sich,
zerfließen,
treten wieder zusammen. Aber ein
Bewußtsein steht über allem: das des
Träumers. Für dieses gibt es keine Geheimnisse, keine
Inkonsequenz, keine
Skrupel, kein Gesetz. Es verurteilt nicht, es spricht nicht frei, es
berichtet
nur. Und da der Traum meist trauriger und nur selten heiterer Natur
ist, geht
ein Ton von Wehmut und von Mitleid mit allem, was da lebt, durch die
sprunghaft
fortschreitende Erzählung. Der Schlaf, der Befreier,
verursacht oft Schmerz; aber
wenn der Schmerz am heftigsten ist, tritt das Erwachen ein und
versöhnt den
Leidenden mit der Wirklichkeit, die, wie qualvoll sie auch sein mag,
verglichen
mit dem schmerzhaften Traum, in diesem Augenblick doch ein
Ergötzen ist.
AUGUST STRINDERG |

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