Orhan
Pamuk: Schnee
Roman
ist ein Gleichnis über die politische Situation des Landes
Die
ganze politische Komplexität der Türkei zeigt der
Autor, als Ka, die
zentrale Person des Romans, in die abgelegene Provinzstadt Kars im
äußersten Osten des Landes kommt, um dort
rätselhafte Selbstmordfälle
von jungen Frauen zu recherchieren, die offenbar wegen des Verbots, an
der Hochschule ein Kopftuch zu tragen, sich das Leben genommen haben.
Nachdem die Stadt wegen
starker Schneefälle von der
Außenwelt
abgeschnitten ist, kommt es - ausgehend von einer
Theateraufführung - zu
einem Putsch. Man erlebt Ka als Wanderer zwischen den politischen
Strömungen, nämlich islamistischen Bestrebungen und
nationalistischen
Kräften, die sich auf Kemal Atatürk berufen. Nach
drei Tagen ist alles
vorbei, auch Kas Beziehung zu İpek.
Allerdings
bringt das Buch für den eifrigen Seher
von
Tagesthemen
und Leser von Spiegel und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kaum neue
Erkenntnisse über das Land zwischen Europa und Asien.
Im
Buchhandel gibt es Orhan Pamuks Roman "Schnee" in einer
Übersetzung von Christoph K. Neumann: Orhan Pamuk, "Schnee",
6.
Auflage, 513 Seiten, 2005, Hanser Verlag, ISBN 3-446-20574-8, 25,90
€.


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