Wie geht es in Bremen weiter?
Die Vorhaben der rot-grünen Koalition in Bremen für
2007 bis 2011
Weservertiefung und
Kohlekraftwerk sind
Streitpunkte
Nach der
Abwahl
der
rot-grünen Regierung in Nordrhein-Westfalen im Mai 2005 hat es
zwei Jahre gedauert, bis wieder eine rot-grüne Koalition in
einem
deutschen Bundesland etabliert wurde. Doch das kleinste deutsche
Bundesland Bremen ist nicht typisch für Deutschland und ob
eine
solche politische Konstellation in absehbarer Zeit auch in anderen
deutschen Ländern wieder möglich sein wird, bleibt
abzuwarten. Mit dem Koalitionsvertrag vom 17. Juni 2007 haben sich SPD
und Bündnis 90/Die Grünen auf eine Zusammenarbeit in
der
Legislaturperiode von 2007 bis 2011 geeinigt.
Die
Grünen sind mit dem klaren Ziel einer
Regierungsbeteiligung in
den Bürgerschaftswahlkampf gezogen und hatten damit Erfolg.
Die
vorher, genauer gesagt seit 1995, regierende große Koalition
aus
SPD und CDU wurde von den Wählern abgestraft, beide Parteien
erlitten deutliche Verluste, so dass nach 12 Jahren allgemein eine
Stimmung von Veränderung spürbar wurde. Für
Aufsehen
sorgte am Wahltag, dem 13. Mai 2007, der erstmalige Einzug der
Linkspartei in ein westdeutsches Landesparlament. Inzwischen sind
weitere westdeutsche Bundesländer hinzugekommen.
Die
umstrittensten Themen, die die Bildung einer rot-grünen
Landesregierung
erschwerten, waren die Vertiefung der Weser und der Bau eines
Kohlekraftwerks in der Stadt Bremen. Hinsichtlich der Weservertiefung
verständigte man sich auf eine Klausel, wonach die Belange des
Natur-
und Umweltschutzes gebührend berücksichtigt werden
sollen, hinsichtlich
des Kohlekraftwerks sollten noch weitere Prüfungen vorgenommen
werden,
auf Grund dieser Ergebnisse hätte dann der Senat entschieden.
Aus
wirtschaftlichen Gründen hat der Betreiber swb in der zweiten
Augustwoche 2007 von dem Vorhaben Abstand genommen.
Von den
sieben Mitgliedern der Landesregierung, die in Bremen Senat
heißt, stellt die
SPD fünf.
Bemerkenswert ist, dass kein Bremerhavener dem Senat angehört,
obwohl das Land Bremen aus den zwei Städten Bremen und
Bremerhaven
besteht und dort immerhin 17,5 % der Landesbevölkerung wohnt.
Drei der
Senatoren des neuen Senats sind Importe von außerhalb, die
vor ihrer
Wahl in den Senat noch schnell ihren Wohnsitz im Land Bremen nehmen
mussten, darunter ein Senator, der dies in Bremerhaven tat. |

Bremen
besteht
aus zwei
Wahlgebieten, nämlich den Städten Bremen und
Bremerhaven. Für den
Einzug ins Landesparlament genügt das Überschreiten
der 5 Prozent-Hürde
in einem Wahlgebiet, ein Abgeordneter kam über die
Bremerhavener
Liste der DVU ins Landesparlament und hat inzwischen diese Partei
verlassen. Bei einer Wiederholungswahl am 06.07.2008 erreichte die BIW
ein Mandat über die Bremerhavener Liste zu Lasten der SPD.
Bild links: Kann weiter regieren: Jens Böhrnsen,
seit 2005 Präsident
des Senats der Freien Hansestadt Bremen (Foto: www.pixelio.de).
Bild unten: Blick in die Bremische Bürgerschaft, in der
nunmehr fünf Fraktionen vertreten sind.


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