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Elterngeld:
Soziale Hintergründe |
Einer der
Gründe
für die massive Förderung von Müttern und
Vätern
mit jungen Kindern
ist die alarmierend
niedrige Geburtenrate in
Deutschland, die gravierenden Einfluss auf die
Leistungsfähigkeit unserer Sozialsysteme hat. Einer
größer gewordenen Anzahl Älterer steht eine
kleiner
gewordene Anzahl von Neugeburten gegenüber. Von den
Sozialabgaben
eines Arbeitnehmers müssen heute Sozialleistungen für
mehr
Personen bestritten werden als vor 30 oder gar 45 Jahren.
Die
Geburtenrate in
Deutschland lag 2009 bei bescheidenen 1,36
Kindern pro
Frau, 2,1 wären für die Beibehaltung der
gegenwärtigen
Population erforderlich. Bei der Geburt des ersten Kindes ist die
deutsche Frau durchschnittlich fast 30 Jahre alt, das sind fast
fünf Jahre mehr als 1980. 39 % der 35-39-jährigen
Akademikerinnen leben ohne Kinder im Haushalt (vgl. Bundestags-Drucksache
16/1889).
Im Jahr 2010 wurden in Deutschland etwa 678.000 Kinder geboren, das
waren 13.000 mehr als im Vorjahr. Die zusammengefasste Geburtenziffer
stieg damit etwas auf 1,39 gegenüber 1,36 in 2009 und 1,38 gegenüber
2008. Die Häufigkeit von Geburten ist im Osten größer als im Westen,
hier liegt die Ziffer im Jahr 2010 bei 1,46 gegenüber 1,39 im Westen
(im Vorjahr Westen 1,35 und Osten 1,40) (Pressemitteilung
des Statistischen Bundesamts Nr.
301 vom 18.08.2011).
Dem standen
im Jahr 2010 etwa 110.400 Schwangerschaftsabbrüche gegenüber,
2009 waren es 110.700 und 2008 106.900 (Pressemitteilungen
des Statistischen Bundesamts Nr.
108 vom 16.03.2011 und Nr. 96 vom 11.03.2010).
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Die Geburtenrate
im europäischen Vergleich für das Jahr 2009 (nach EUROSTAT, dem
Statistischen Amt der Europäischen Union):
| Land |
Rate |
| Belgien |
1,83988 |
| Bulgarien |
1,56789 |
| Dänemark |
1,83868 |
| Deutschland |
1,35691 |
| Estland |
1,62218 |
| Finnland |
1,86386 |
| Frankreich |
2,00208 |
| Griechenland |
1,52200 |
| Irland |
2,06776 |
| Island |
2,22808 |
| Italien (2008) |
1,41612 |
| Kroatien |
1,49227 |
| Lettland |
1,31120 |
| Litauen |
1,54645 |
| Luxemburg |
1,58730 |
| Frühere
Jugoslawische Republik Makedonien |
1,51876 |
| Malta |
1,43594 |
| Niederlande |
1,78933 |
| Norwegen |
1,97958 |
| Österreich |
1,38934 |
| Polen |
1,39757 |
| Portugal |
1,31848 |
| Rumänien |
1,37627 |
| Russland |
1,53743 |
| Schweden |
1,93540 |
| Schweiz |
1,49640 |
| Serbien |
1,43581 |
| Slowakei |
1,41135 |
| Slowenien |
1,53305 |
| Spanien |
1,39808 |
| Tschechien |
1,49239 |
| Ungarn |
1,32118 |
| Vereinigtes
Königreich von Großbritannien und Nordirland |
1,93848 |
| Zypern |
1,50885 |
(Quelle:
EUROSTAT).
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Vom
Jahr 2000 bis 2010 ist in Deutschland die Zahl der minderjährigen
Kinder um 2,1 Millionen auf 13,1 Millionen gesunken, der negative Trend
wird sich fortsetzen. Große Unterschiede gibt es zwischen dem Westen
und dem Osten Deutschlands. Während in Westdeutschland der Rückgang
etwa 10% ausmachte (Anzahl 2010: 11 Millionen Kinder),
beträgt er
im Osten knapp 29%.
Familienstrukturen:
Von den minderjährigen Kindern leben im Westen 79% bei ihren
verheirateten Eltern, während der Anteil im Osten bei 58% lag. Bei 6%
der Kinder im Westen und 18% im Osten leben die Eltern in
einer
Lebensgemeinschaft, 24% der ostdeutschen Kinder leben mit einem
alleinerziehenden Elternteil zusammen, im Westen waren es 15%.
Bei
den Kindern in Paarhaushalten arbeiten in 51% der Fälle beide
Elternteile, bei 38% nur ein Elternteil und in 11% der Paarhaushalte
arbeitet kein Elternteil.
Die
Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren ist von 14% in 2006 auf
23% am 1. März 2010 gestiegen. Nach dem Willen der Bundesregierung
sollen bis 2013 insgesamt 750.000 Tagesbetreuungsplätze für
Unter-Dreijährige vorhanden sein, so dass noch 280.000 zusätzliche
Plätze geschaffen werden müssen.
Bei
92% der minderjährigen Kinder in Paarhaushalten ist das
Erwerbseinkommen der Eltern die finanzielle Grundlage, bei Kindern von
Alleinerziehenden nur in 57% der Fälle. Bei etwa 33% der Kinder von
Alleinerziehenden sind allerdings staatliches Transferzahlungen (wie
Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Kindergeld,
Kinderzuschlag, Unterhaltsvorschuss, Wohngeld) das Haupteinkommen.
Nach
Angaben der Statistiker sind minderjährige Kinder nicht stärker
armutsgefährdet als der Rest der Bevölkerung, der Anteil
Armutsgefährdeter lag 2008 im Durchschnitt bei 15,5%, bei
minderjährigen Kindern waren es 15%. (Quelle:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 285 vom 03.08.2011
unter Berücksichtigung des Mikrozensus 2010).
Anteil nichtehelicher Kinder: Bei
etwa jedem Dritten im Jahr 2010 in Deutschland geborenen Kind sind die
Eltern nicht miteinander verheiratet. Der Anteil ist von 1990 bis 2010
von 15% auf etwa 33% gestiegen, wobei der Anstieg Ende der 90er Jahre
am stärksten war und sich in den letzten Jahren verlangsamt hat. Auch
hier gibt es große Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland: im
Westen sind 27% der Eltern Neugeborener nicht miteinander verheiratet,
in Ostdeutschland sind es 61%. Allerdings nahm auch in der Zeit von
1991 bis 2010 der Anteil der Ehen mit gemeinsamen vorehelichen Kindern
von 8% auf 20% zu. Im europäischen Vergleich liegt der Anteil
nichtehelicher Kinder in Deutschland unter dem europäischen
Durchschnittswert von knapp 38% im Jahr 2009. Den höchsten Wert weist
Estland mit 59% auf; andere Länder: Frankreich 53%, Großbritannien und
Nordirland 46%, Österreich 39%, Italien 24%. Die niedrigste Ziffer
findet sich in Griechenland mit 7%. (Quelle:
Pressemitteilung des Statischen Bundesamtes Nr. 294 vom 12.08.2011).
Alter der Mutter bei Erstgeburt:
Bei der Geburt ihres ersten Kindes waren Frauen im Jahr 2009 im
statistischen Mittel 28,8 Jahre alt, wobei sowohl verheiratete als auch
nicht verheiratete Mütter Berücksichtigung fanden. In Sachsen-Anhalt
und Mecklenburg-Vorpommern gab es mit 27 Jahren bei der Erstgeburt die
jüngsten Mütter, während die durchschnittliche Hamburgerin mit 30
Jahren erstmals entband. Nichtverheiratete bekamen ihr erstes Kind
früher als Verheiratete (27,3 bzw. 30,0 Jahre). Im regionalen
Vergleich kommt das erste Kind in den neuen Bundesländern bei jüngeren
Müttern auf die Welt (27,2 Jahre, Verheiratete 29,4 und
Nichtverheiratete 26,5 Jahre; im früheren Bundesgebiet ohne Berlin 29,1
Jahre, Verheiratete 30,0 Jahre und Nichtverheiratete 27,5 Jahre). Bei
74 Prozent der 2009 in den neuen Ländern erstgeborenen Kinder waren die
Eltern nicht verheiratet. (Quelle:
Pressemitteilung des Statischen Bundesamtes Nr. 445 vom 0212.2010).
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zuletzt bearbeitet: 23.08.2011